Genf und Bern stellen mit 118 Minuten neue Bestleistung aufLangnau und Lausanne müssen ins Spiel 7

Mark Arcobello (l.) erlöste seinen SC Bern nach knapp 118 Minuten. (picture alliance / Keystone)Mark Arcobello (l.) erlöste seinen SC Bern nach knapp 118 Minuten. (picture alliance / Keystone)
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Servette Genf und der SC Bern duellierten sich im sechsten Spiel der Serie und stellen einen neuen Rekordwert für das längste Spiel in der Schweizer Geschichte auf. Der alte Topwert wurde erst in der vergangenen Saison aufgestellt, als sich der spätere NL-Absteiger EHC Kloten und der spätere Aufsteiger SC Rapperswil Jona-Lakers sich einen beinharten Kampf über 102 Minuten und 32 Sekunden lieferten.

Dieser Bestwert wurde jetzt um eine volle Viertelstunde übertroffen. In der sechsten Verlängerung, nach gespielten 117 Minuten und 43 Sekunden gelang Mark Arcobello der Siegestreffer für den Vorrundenmeister Bern.

Servette Genf – SC Bern 2:3 (0:1,0:0,2:1,0:0,0:0,0:1) n.V. Serienstand: 2:4

Das war eine Serie, die in die Geschichte eingeht. Im sechsten Duell zwei fast gleichwertiger Mannschaften setzte sich der hohe Favorit durch, wobei festgestellt werden muss, dass die Genfer mit zwei Auswärtssiegen die Berner ziemlich schwitzen ließen. Diese zeigten sich nur äußerlich unbeeindruckt und auch der einzige Heimsieg am 19. März (4:3) fiel äußerst knapp aus. Aber alles wurde getoppt im Spiel sechs. Bern zeigte sich mal wieder in Genf supercool und hatte zwei Minuten vor Schluss nach Toren von Adam Almquist (6.) und Andre Heim (48.), jeweils in Überzahl, das Halbfinale praktisch erreicht. Dann erreichte der Uhrzeiger die 55. Minute und der Genfer Tanner musste auf die Strafbank. Die Berner Fans fingen schon mal die Siegesgesänge an und als Tanner zurückkam, holte Genfs Trainer McSorley seinen starken Keeper Robert Meyer vom Eis, seine letzte Serienoption…und das Wunder geschah. 46 Sekunden vor Schluss überwand Tommy Wingels den am Boden liegenden Genoni zum 1:2 und Genfs One-Minute-Show ging weiter. Fransson versuchte einen Schuss und Daniel Winnik lenkte die Scheibe, regelkonform, ins Tor ab. 6500 Genfer, der Rest kam aus Bern, lagen sich in den Armen, die Schallgrenze erreichte locker die 100db-Marke. In der Verlängerung hatte beide Mannschaften noch einige Hochkaräter, Andersson (Bern) scheiterte an der Latte des Genfer Tores, und in der 118. Minute war es soweit. Ruefenacht lupfte die Scheibe aus dem eigenen Abwehrdrittel, Genfs Völlmin konnte sie nicht unter Kontrolle bringen und Mark Arcobello nutzte die Unsicherheit mit dem 3:2 Siegestor.

HC Lugano – EV Zug 4:5 (1:0,1:3,2:1,0:0,0:1) n.V. Serienstand: 0:4

Bereits am letzten Dienstag schickte der EV Zug den letztjährigen Vizemeister in die Sommerferien.  Allerdings wurden die Zuger noch einmal so richtig gefordert, konnten erst in der 98. Minute dieser Begegnung in den Feiermodus umschalten. In den drei Begegnungen waren die Zuger mit 3:2,5:1 und 5:4 erfolgreich gewesen und jetzt sollte es, trotz der Gegenwehr von 20 Bianconeri-Spielern und 7200 Zuschauern mit einem Sweep in das Halbfinale gehen. Nach sechzig Minuten stand es nach Toren von Gregory Hofmann (5.), Maxim Lapierre (28.), Henrik Haapala (48.) und Romain Loeffel (53.) und Zuger Treffern von Garrett Roe (22.), Dennis Everberg (34.), Sven Leuenberger (35.) und Yannick-Lennart Albrecht (53.) ausgeglichen 4:4. Die endgültige Entscheidung zugunsten des EVZ fiel dann in der 98. Minute, als Brian Flynn eine mustergültige Kombination mit Senteler und Diaz zum 5:4 ausnutzte.

EHC Biel – HC Ambri-Piotta 2:1 (1:1,1:0,0:0) Serienstand: 4:1

Auch wenn am Ende die Bieler verdient weiterkamen und auch die bessere Mannschaft waren. In der Leventina wird dieses Jahr als das beste seit 1999 gefeiert, als man bisher erstmals und leider auch als einziges Mal das Finale erreichte und ausgerechnet am Kantonsrivalen aus Lugano scheiterte. In dieser Saison überraschten die Levantiner alle und am Ende sprach ein überraschender fünfter Platz heraus, weil man u.a. mit Dominik Kubalik einen Ausländer aufbot, der vor zwei Jahren noch von Fribourg ausgebootet wurde und in dieser Saison förmlich explodierte, mit 23 Jahren um besten Ausländer der National League gewählt wurde. Allerdings schaffte es Kubalik nicht, zusammen mit seinen Kollegen Biel zu dominieren. Der EHCB gewann die ersten drei Begegnungen mit 3:1, 3:2 und 5:3 und unterlag in Ambri mit 1:2. In Spiel fünf erschreckte zunächst Ambri die Gastgeber mit 1:0 durch Noele Trisconi bereits nach 114 Sekunden. Biel konterte schnell, kam bereits drei Minuten später zum Ausgleich, als Damien Brunner einlochte. In der 28. Minute schoss dann Robbie Earl das 2:1, dass bis zum Ende Bestand hatte.

SC Langnau Tigers – HC Lausanne 4:2 (2:0,1:1,1:1) Serienstand: 3:3

Die einzige Serie im Viertelfinale, die über die volle Distanz geht. Schon der Start war der Knaller. Langnau schoss Lausanne in dessen Halle mit 5:1 von den Kufen und die Antwort war phänomenal. Lausanne hatte sich eine neue Taktik überlegt und dominierte daraufhin die Tigers mit 3:0, 5:2 und 2:1. Aber Langnau hat einen Heinz Ehlers hinter der Bande und der dänische Bandengeneral hatte gemerkt, dass er sich mal seinen Kanadier Chris diDomenico mal vorknöpfen muss. Das hatte Erfolg und nach zweiten 5:1 in Lausanne wurde der LHC auch in Langnau mit 4:2 geschlagen. Unglaublich: Der gescholtene diDomenico begann den Torreigen höchstpersönlich bereits nach 42 Sekunden, dem Alexei Dostoinov in der 12. Minute das 2:0 folgen ließ. In der 26. Minute verkürzte Cory Emmerton mit einem Wuseltor auf 1:2 aber des gehärteten Tigers brachten sich in der 38. Minute mit dem 3:1 durch Nolan Diem wieder mit zwei Toren in Front. Als Christoph Bertschy in der 56. Minute im Powerplay zum zweiten Mal den Anschluss schaffte, wurde es in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften Ilfishalle noch einmal richtig spannend und dann nahm noch LHC-Trainer Peltonen seinen Torhüter Zurkirchen aus dem Tor, hatte aber Pech, als sein Landsmann Harri Pesonen mit einem Empty-netter in der 59. Minute alles für die Tigers klarmachte.


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