Gelingt den ZSC Lions bereits heute ihr Meisterstück?National League: Zürich führen nach vier Spielen mit 3:1

Die ZSC Lions führen in der Schweizer Finalserie gegen den HC Lugano. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Die ZSC Lions führen in der Schweizer Finalserie gegen den HC Lugano. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Allerdings findet die Partie in der berühmt berüchtigten Resega in Lugano statt, so dass es keineswegs ein leichtes Unterfangen für die Lions wird. Dass sie dort gewinnen können, haben sie mit dem 1:0 im ersten Spiel bewiesen. Allerdings gab es in der zweiten Begegnung ein 0:3, wobei die siegreichen Tessiner den Sieg in der Hauptsache ihrem Keeper Elvis Merzlikins zu verdanken haben.

Etwas im Schatten der großen Partie in Lugano wird das fünfte Play-down-Spiel in Kloten stattfinden. Nachdem der Swiss-League-Titelträger SC Rapperswil-Jona Lakers die ersten beiden Spiele gegen den NL-Club EHC Kloten klar mit 4:0 und 4:1 gewinnen konnte, gab es den Spielen drei und vier ein 2:3 und 0:4. Hier steht es also 2:2 und der Sieger des heutigen Spiels hat sicherlich ein kleines psychologisches Hoch  für die Begegnung am Montag.

Play-off-Finale:

Zürcher SC Lions – HC Lugano 3:1 (1:0, 5:4, 0:3, 3:2)

Der Start war phänomenal. Die in der Hauptrunde nur sechstplatzierten Zürcher übernahmen wie in der kompletten Play-off-Runde bisher sofort die Zügel und gewannen die erste Partie zu Recht 1:0. Frustrierend für die mit vielen Hoffnungen gestarteten Luganesi, dass das 0:1 noch glücklich war. Die ZSC Lions hätten dieses Spiel höher gewinnen müssen. In Spiel zwei zeigten sich die Tessiner deutlich stärker, hatten jedoch auch das Pech auf ihrer Seite. Kevin Klein (4.) und Ronalds Kenins (13.) trafen für die ZSC Lions, für die Luganesi Maxim Laperriere (9.), Sebastien Reuille (15.) und Gregory Hofmann (21.) zum 3:2 für den HCL. Sollten die Gäste den Serienrückstand aufholen können? Die Antwort der Lions waren zwei Powerplaytore von Dave Sutter (29.) und Drew Shore (42.). Jetzt waren die Luganesi am Zug und zuerst schien es, als ob die Kräfte nicht ausreichen würden. Doch zunächst half ihnen das Glück. Als Zürichs Reto Schäppi in der 52. Minute wegen Haltens auf die Strafbank musste, da schlug der zweite Powerplaysturm zu und Raffaele Sannitz, seit 13 Jahren für den HCL ununterbrochen tätig, traf zum Ausgleich 4:4. In der Verlängerung mussten die 11.200 Zuschauer im ausverkauften Hallenstadion bis zur 77. Minute warten, dann traf Ex-Nationalspieler Roman Wick zum 5:4 und verhalf seiner Mannschaft zur 2:0-Serienführung.

In Spiel drei gab es ein verkehrtes Spiel vor 7200 Zuschauern in der Luganer Resega zu sehen. Die ZSC Lions waren optisch überlegen, hatten ein deutliches Plus an Schüssen aber am Ende stand eine Null auf der Habenseite. Schuld daran war der Rockstar unter den Schweizer Keepern, Luganos Schlussmann Elvis Merzlikins. In Spiel vier zeigte sich die Wut der Zürcher über die null Tore von Lugano. Sie belagerten förmlich das Tor der Gäste, kamen am Ende auf ein Schussverhältnis von 53:25 und mussten am Ende froh sein, dass es zu einem 3:2 nach Verlängerung reichte.  Zunächst brachte mit dem nur 1,69 Meter großen Loic Vedova ausgerechnet einer der kleinsten Schweizer Spieler, normalerweise ein Mitglied des HC-Ambri-Farmteams HC Ticino Rockets in der Swiss-League, die Luganesi bereits nach drei Minuten in Führung. Diese wurde dann noch ausgebaut vom Kanadier Maxim Lapierre, der eine Schlafmützigkeit von Zürichs Geering in Unterzahl zum 2:0 ausnutzte. Zwar gelang den Gastgebern bereits nach 37 Sekunden im zweiten Drittel durch Drew Shore der Anschluss aber bis zum Ausgleich sollte es noch bis zur 42. Minute dauern. Dann markierte Pius Suter das längst fällige 2:2. Die Entscheidung fiel jedoch erst in der 75. Minute. Luganos Sanguenetti wollte im eigenen Drittel einen Querpass spielen, übersah jedoch Baltisberger und dieser hatte aus wenigen Metern keine Probleme Merzlikins zu überwinden.

Qualifikationsrunde:

EHC Kloten – SC Rapperswil-Jona Lakers 2:2 (1:4, 0:4, 3:2, 4:0)

Vor der Runde sah es düster aus für den Erstligisten vom Zürcher Flughafen, der seit 56 Jahren die Teilnehmerliste der National League ziert. Der Meister der Swiss League, die Rapperswil-Jona Lakers gewannen die Auftaktspiele durch cleveres Spiel verdient mit 4:1 und 4:0 und wähnten sich vermutlich schon im Aufstiegshimmel.

Das dritte Spiel der Serie wird eventuell aus doppeltem Grund in die Schweizer Geschichtsbücher eingehen. Zum einen führten die Rapperswiler wieder schnell mit 1:0 nach einem Powerplay-Tor von Jeremy Morin. Nach dem Ausgleich von Rene Back (39.) ging Rapperswil in der 48. Minute erneut in Führung. Der Torschütze war Leandro Profico. Patrick Obrist, vor einigen Jahren auch bei den Lakers unter Vertrag, war es schließlich vergönnt, mit einem Handgelenkschuss von der blauen Linie wiederum den Ausgleich zu erzielen. Mit dem 2:2 ging es in die Verlängerung und damit direkt in die bereits erwähnten  Geschichtsbücher. Erst in der dritten Verlängerung, in der 103. Spielminute gelang dem 113-fachen Nationalspieler Denis Hollenstein das entscheidende Tor. Die Lakers hatten die große Chance vergeben und die zweite Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Im folgenden Heimspiel gab es gegen die Klotener ein 0:4 und nicht wenige Fachleute glauben, dass die Rapperswiler mit der zweiten Niederlage praktisch die Serie verloren haben. Am heutigen Samstag (21. April) spielen beide Teams in Kloten wieder gegeneinander.