Fröhliches Favoritensterben beim Schweizer CupZwei Erstligisten scheitern an Zweitligisten

Die Biasca Ticino Rockets zwang Servette Genf in die Verlängerung, verloren dann aber. Kurios: In der ersten Runde hatten die Rockets gegen die Reserve von Genf gespielt und gewonnen. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Die Biasca Ticino Rockets zwang Servette Genf in die Verlängerung, verloren dann aber. Kurios: In der ersten Runde hatten die Rockets gegen die Reserve von Genf gespielt und gewonnen. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Bereits am Samstag ging es (fast) los. Servette Genf, Tabellenelfter in der NL und damit im Augenblick weiter unter Wert platziert, traf auf  die Biasca Ticino Rockets, das Farmteam des HC Ambri-Piotta. Die Rockets sind dem Fachmann mehr bekannt als der HC Chiasso, der sich 2013/14 in HC Chiasso/Biasca umbenannte und nach dem Meistertitel in der dritten Liga 2015/16 noch eine weitere Umbenennung, diesmal in Biasca Ticino Rockets vornahm. Die motivierten Rockets jedenfalls nahmen den Kampf gegen Genf an, denn sie hatten bereits in der ersten Runde die zweite Mannschaft von Servette mit 4:1 besiegt und jetzt sollte es eine echte Sensation geben. Tatsächlich kam Servette die volle Spielzeit nicht in Schwung. Volle 30 Minuten dauerte es, bis Jeremy Wick endlich die Gäste in Führung brachte. Die Freude dauerte jedoch kaum länger als zwei Minuten, dann glich Lukas Lhotak, Leihgabe aus Ambri, aus und mit diesem 1:1 ging es in die Verlängerung. Hier gelang Jeremy Wick mit dem 2:1 in der 64. Minute das entscheidende Tor für Genf.

Richtig lustig wurde es dann am Sonntag. Besonders in Rapperswil und in Ajoie krachte es richtig. Kommen wir zuerst zu Rapperswil. Der Spitzenreiter der Swiss League (29 Punkte nach zwölf Spielen) hat augenblicklich sechs Punkte Vorsprung auf Langenthal und neun Punkte auf Olten, während die Biasca Rockets mit sieben Zählern unangefochten die rote Laterne schwenken.

Diese Rapperswiler möchten wieder zurück in die erste Liga und da kam eine Standortbestimmung gegen Lugano gerade recht. Die Bianconeri dagegen, in den letzten Jahren immer wieder in der zweiten Runde rausgeflogen, wollten diesmal Nägel mit Köpfen machen und das Viertelfinale entern. Nun kann man eigentlich schon erwarten, dass ein Tabellenzweiter der NL in der Lage sein sollte, bei einem unterklassigen Verein zu gewinnen, wenigstens ein paar Tore zu schießen. Genau das klappte gar nicht, und am Ende durfte sich Rapperswil-Keeper Melvin Nyffeler, aktuell mit 95 Prozent Fangquote der überragende Torhüter der Swiss League, für einen Shutout (3:0) feiern lassen. Cedric Hüsler, Michael Hügli und Dion Knelsen verdarben dagegen Luganos Keeper Daniel Manzato den Spaß.

Genauso schlimm wie Lugano traf es den Zürcher SC im Spiel gegen den HC Ajoie. Die Lions, die gerade den 20. Jahrestag ihrer Liaison mit der GC-Eishockeysektion feierten, wurden vor 1800 Zuschauern in der Patinoire Voyeboeuf kalt erwischt. Die Gastgeber kämpften wie um ihr Leben und das 1:0 in der 18. Minute durch Jonathan Hazen war durchaus verdient. Als der ZSC vier Minuten später ausglich (Christian Marti), schien sich das Spiel zu drehen aber die Zürcher fanden einfach nicht den richtigen Schlüssel. In der 43. Minute dann der nächste Höhepunkt. Erst durfte Kevin Ryser, er machte 2009 mal ein NLA-Spiel für Bern, das 2:1 erzielen, noch in der gleichen Minute glich Mr. Lion „Robert Nilsson“, der Schwede hatte erst in der Woche seinen Vertrag beim ZSC bis 2021 verlängert, zum 2:2. Und es ging auf diese Weise munter weiter. In der 46. Minute machte diesmal, der ZSC, die Führung. Frederik Pettersson traf aber ganze 33 Sekunden später stand es wieder Remis. Diesmal hatte Melvin Merlan, Neuzugang aus Martigny, zugeschlagen. Kurz darauf gelang Victor Barbaros das 4:3, das Info Pestoni wieder ausglich. Mit dem 4:4 ging es in die Verlängerung und ins Penaltyschießen und da hatten die Gastgeber die Nase vorn, denn von Zürich trafen nur Kenins und Baltisberger, während Ajoie drei Tore bieten konnte. Das finale Tor erzielte Thibault Frossard.

In den restlichen Partien blieben zumeist die Favoriten die Sieger, auch wenn sich manche strecken mussten. Die Langnau Tigers besiegten Fribourg 2:1 (0:0, 2:1, 0:0), Bern musste sich mächtig strecken, um Ambri mit 4:3 (1:1, 1:0, 1:2, 1:0) nach Verlängerung aus dem Wettbewerb zu stoßen. Zug gewann nach 0:2-Rückstand beim wiedererstarkten EHC Kloten noch mit 4:2, der HC Davos lag in Visp auch schon 0:2 zurück, ehe Wieser, Jörg, Kessler und Eggenberger endlich das Zielwasser aus dem Gepäck holten und noch für ein 4:2 sorgten. Schließlich gewann Biel mit 4:3 nach Verlängerung beim EHC Olten, wobei die Oltener im letzten Drittel mit zwei Toren (Stapleton, Wyss) ein 1:3 egalisierten. 

Jetzt sind alle gespannt, wer am 21. November im Viertelfinale aufeinander trifft. Die Paarungen werden noch ausgelost.


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