Fribourg-Gotteron fertigt Zug abDie Zusammenfassung aus der Schweiz

Großer Bahnhof vor dem Tor von Zug. (picture alliance/KEYSTONE)Großer Bahnhof vor dem Tor von Zug. (picture alliance/KEYSTONE)
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So kann es gehen, wenn man sich zusammenreißt. Der HC Fribourg-Gotteron, am vorletzten Wochenende Gewinner der roten Laterne, ging als strahlender Sieger des letzten Wochenendes hervor. Zwei Siege (6:0 gegen Zug! und 2:1 n.V. in Kloten plus ein 1:2 n.V. in Zug) reichten für den Sonnenplatz und wichtige Punkte um den Erhalt eines Play-off-Platzes. Punktgleich mit 60 Zählern, jetzt auf Position 8, steht Servette Genf. Die finanziell gebeutelten Westschweizer ließen sich nach einer kleinen Siegesserie am Wochenende wieder Punkte abnehmen, landeten nur auf 9 und müssen jetzt wieder verstärkt achtgeben, dass ihnen der Tabellenneunte Lausanne (53) nicht noch zu nahe kommt.

Knapp vor diesen beiden wanken die berühmten Zürcher Lions. Seit Wochen, praktisch seit der Verletzung von Leader Robert Nilsson, aber auch weiteren Verletzten, stellenweise fehlten bis zu neun Stammspieler, stehen die Zürcher auf der Stelle, müssen am Ende wohl froh sein, wenn sie die Play-offs erreichen. Als am Wochenende der große Widersacher SC Bern auswärts mit 4:2 bezwungen werden konnte, glaubten die Fans an eine Wende, aber kurz darauf setzte es ein desaströses 2:3 n.V. gegen Underdog Ambri-Piotta.

Nicht viel besser stellt sich im Augenblick der Tabellenfünfte aus Davos dar. Die Graubündner gewannen vor kurzem noch vier Spiele in Folge, jetzt setzte es vier Niederlagen hintereinander und für sie gilt das gleiche wie für den ZSC. Leicht in Schwung sind wieder die Spieler des HC Lugano gekommen. Auch der Tod einer Mäzenin, der Ehemann gehörte zu den Gründern des HCL, brachte zum Glück das Team nicht ins Wanken. Mit 68 Punkten muss Lugano allerdings noch verteufelt aufpassen. Ein Punkt besser das im Augenblick sensationelle Biel, dass sich auch in Verfolgungsjagd nicht vom Leader Bern (4:3) abhalten ließ. Lediglich in Zug gab es ein 4:5 n.V., wobei die Bieler aus einem 0:3 ein 4:3 gemacht hatten, aber am Ende die Aufholjagd wohl zu viel Kraft gekostet hatte.

Wochenendsieger: HC Fribourg-Gotteron (9:3 Tore, sechs Punkte)

Der Glanzpunkt war sicherlich das 6:0 gegen den Tabellenzweiten aus Zug. Obwohl optisch keineswegs hochüberlegen, glänzten die Gotterons mit einer schier unglaublichen Schusseffizienz von 17,1 Prozent. Merkwürdigerweise taten sich die Fribourger ausgerechnet beim Tabellenletzten in Kloten schwer, gewannen nur mühevoll 2:1 nach Verlängerung und kassierten anschließend, ebenfalls nach Verlängerung, ein 1:2 in Zug.

Wochenendzweiter: SC Langnau Tigers (5:0 Tore, fünf Punkte)

Von Platz 12 auf Platz 2i, das schlägt sogar noch Fribourg. Der Tabellenzehnte gewinnt im Dezember vier Spiele, verliert dann sechs in Folge um jetzt zweimal zu gewinnen und jeweils mit einem Shut-out. Die Tigers sind die Sphinx der Liga. Gegen Lausanne hieß es nach 65 Minuten nach länderspielreifen Leistungen der beiden Keeper Zurkirchen (Lausanne) und Ciaccio (Langnau) immer noch 0:0. Das Penaltyschiessen musste entscheiden und da traf Benjamin Neukom. Dem folgte gar ein 4:0 gegen den Vierten Lugano, wobei die Tigers-Defensive bei starkem Druck der Bianconeri perfekt arbeitete.

Wochenenddritter: EHC Kloten (7:4 Tore, vier Punkte)

Ob es ein Strohfeuer war, oder nicht, werden die nächsten Wochenenden zeigen. Auf alle Fälle haben die Klotener bewiesen, dass sie trotz der aktuellen Auflösungserscheinungen sportlich immer noch nicht weg vom Fenster sind und durchaus, an starken Tagen, mithalten können. Sensationell dabei das 6:2 in Davos, wo die „Flieger“ innerhalb von 150 Sekunden aus einem 0:1 ein 4:1 machten und am Ende locker gewannen. Ein Fribourg sah die Welt dann wieder etwas anders aus aber immerhin konnte beim 1:2 noch ein Punkt eingesackt werden.

Wochenendmitte

Der HC Lausanne holte Platz 4. Nach dem 0:1 gegen Langnau konnte Ambri in der Valascia mit 5:2 deutlich auf Distanz gehalten werden. Platz 5 an die ZSC Lions, die beste Platzierung seit Ende November. Nur die Resultate überraschten. In Bern gab es ein unglaubliches 4:2 und dann zuhause ein 2:3 gegen Ambri nach Verlängerung. Auch wenn neun Stammspieler laut Trainer Hans Kossmann fehlten, ist das keine Entschuldigung. Platz 6 ging an Biel, aber die Gegner waren auch hochkarätig. Ein 4:5 in Zug folgte ein 4:3 gegen Bern. Es folgten noch Zug (3), Lugano (3), Genf (3) und, unglaublich, der SC Bern (2).

Wochenendfinale

Die orangene Laterne wanderte von Lugano nach Ambri, hatte also keinen langen Weg. Ambri hatte mit einem 3:2 in Zürich überrascht, hatte aber beim 2:5 zuhause gegen Lausanne keine echte Chance, weil man einfach zu viele Möglichkeiten liegen ließ. Die rote Laterne ging nach Davos, wo man nach dem desaströsen 2:6 gegen Kloten auch 5:6 nach Verlängerung in Genf verlor.

Rekorddrittel

Zugegeben, es war kein richtiger Rekord, mehr eine Einstellung und trotzdem - so etwas sieht man nicht alle Tage. Nach zwanzig Minuten stand es zwischen Lugano und Genf 1:0, zwanzig Minuten später 7:1. Danach passierte nicht mehr viel, aber vermutlich wollte Genf nicht so eingehen wie die Langnau Tigers, die zuletzt dieses Desaster mitmachen mussten. Damals, am 02. Oktober 2009 führte Davos nach zwanzig Minuten sage und schreibe mit 8:2, um am Ende mit einem 13:4 zu triumphieren. Seitdem gelang es keinem NL(A)-Team mehr, fünf und mehr Tore in einem Drittel zu erzielen. Die Torschützen in diesem denkwürdigen Spiel waren für Lugano nach dem 1:0 von Lajunen (12.): Cunti (28.,33.), Bürgler (21.), Vauclair (30.), Morini (34.) und Brunner (40.).

Hall of Fame

Es ist endlich soweit. Vielfach wurde darüber diskutiert, nun soll sie kommen. Die „Hockey Hall of Fame of Switzerland“. 2020 soll sie stehen. Ein ambitioniertes Projekt, das in nur 24 Monaten stehen soll. Selbst der Standpunkt steht noch nicht fest. In einer aktuellen Umfrage meinen 46 Prozent der Fans, dass die Halle in Bern stehen sollte aber auch Zürich, Davos oder Lugano sind noch nicht ganz aus dem Rennen. Dazu kommt die Frage, wer alles geehrt werden soll. Die Diskussion ist in unserem Nachbarland in vollem Gange und darf weiterhin beobachtet werden.

Neuer Lugano-Star mit Schweizer Wurzeln

Der Anruf von Luganos Coach Greg Ireland kam für Emerson Etem gerade recht. Der 25jährige First-Round-Draft-Pick von 2010 der Anaheim Ducks saß vermutlich in seiner Wohnung in Tucson und überlegte was die Zukunft bringen kann nach einem äußerst harten Jahr in Anaheim und San Diego, wo er wegen einer Knieverletzung praktisch dauerhaft fehlte. In Tucson bei den Roadrunners in der AHL klappte es auch nicht richtig und so widerstand er dem Ruf Irelands nach Lugano nicht. Der frühere US-Nationalspieler, der für Anaheim und Vancouver in der NHL aktiv war, ist als Ersatz für den länger verletzten Schweden Linus Klasen vorgesehen, gilt als harter Arbeit mit Zug zum Tor. Besonderes Schmankerl am Rande: Etems Vorfahren stammen aus der Schweiz, der Nachname Iten auf amerikanisiert und jetzt überlegt Etem bereits, ob er nicht demnächst die Schweizer Staatsbürgerschaft beantragen soll.  

 

NL Hauptrunde

Freitag 18.10.2019
SC Bern Bern
- : -
HC Lugano Lugano
HC Davos Davos
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EHC Biel Biel
HC Fribourg-Gottéron Fribourg-Gottéron
- : -
ZSC Lions Zürich
Genève-Servette HC Genf
- : -
Lausanne HC Lausanne
SCL Tigers Langnau
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HC Ambrì-Piotta Ambrì
EV Zug Zug
- : -
Rapperswil-Jona Lakers Rapperswil-Jona
Dienstag 22.10.2019
HC Ambrì-Piotta Ambrì
- : -
SC Bern Bern
HC Fribourg-Gottéron Fribourg-Gottéron
- : -
SCL Tigers Langnau
Rapperswil-Jona Lakers Rapperswil-Jona
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EHC Biel Biel
Lausanne HC Lausanne
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EV Zug Zug
ZSC Lions Zürich
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Genève-Servette HC Genf
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