Einstand nach Maß für den EHC Biel ins Schweizer Play-off-Halbfinale4:2-Auftaktsieg in Bern – Zug schlägt Lausanne 3:1

Toni Rajala traf zweimal für den EHC Biel in Bern. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Toni Rajala traf zweimal für den EHC Biel in Bern. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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SC Bern – EHC Biel 2:4 (0:2, 2:1, 0:1)

Play-off-Stand: 0:1

Die Heimschwäche der Mutzen, so wird der SC Bern in der Schweiz genannt, setzt sich auch im Halbfinale der NL-Play-offs fort. Bereits eine Runde zuvor hatte es gegen Servette Genf zwei unerwartete Heimniederlagen gegeben und nun nutzte der EHC Biel das Momentum, gewann in Bern und wird sich vermutlich zuhause nicht so schnell überraschen lassen wie es Genf getan hat.

Völlig überraschend war, auch für einen Dienstag in den Play-offs, die Post-Finance-Arena in Bern mit 16.343 Zuschauern nicht komplett ausverkauft und die heimischen Fans mussten miterleben, wie die Bieler, glänzend eingestellt von ihrem finnischen Trainer Antti Törmänen, ihrem SCB eiskalt im ersten Drittel das Fell abzogen. Bern Gerber vertändelte hinter seinem eigenen Tor die Scheibe, der extra für die Play-offs aus Pori engagierte Finne Janno Kärki spritzte dazwischen, bediente seinen Landsmann Toni Rajala und der hatte keine Mühe Genoni im SCB-Tor zum 1:0 zu bezwingen. Kärki war es dann auch in der siebten Minute mit dem 2:0, als Pedretti von der blauen Linie abzog, Genoni nur abprallen ließ und Kärki im Powerplay erfolgreich war. Nur wenige Sekunden waren im dritten Drittel gespielt, als Blum im Mitteldrittel die Scheibe verlor und Toni Rajala mit einem platzierten Diagonalschuss Genoni keine Chance ließ. In diesen Sekunden waren die anwesenden 1000 Bieler lauter als die restlichen 15.000 Berner. Aber Bern kam mit Macht zurück. In der 33. Minute lenkte Tristan Scherwey einen Schlenzer von Almquist zum 1:3 ab und nur drei Minuten später machte es Thomas Ruefenacht ebenso wie Scherwey, als er einen Schuss des Schweden Calle Andersson ablenkte. In beiden Fällen war die Schweizer Torhüterlegende Jonas Hiller machtlos. In den letzten zwanzig Minuten gab es dann das zu erwartende Dauer-Powerplay der Hauptstädter, allerdings ohne Erfolg. Weil es nicht funktionierte, nahm Berns Trainer Kari Jalonen bereits 135 Sekunden vor Schluss seinen Torhüter vom Eis und musste miterleben, wie die Bieler cool durch den gerade erst 22 Jahre alt gewordenen Damian Riat das 4:2 markierten.

EV Zug – HC Lausanne 3:1 (0:0, 2:1, 1:0)

Play-off-Stand: 1:0

Es war auch das Duell zweier nordischer Trainer. Auf Zuger Seite der Shooting-Star Dan Tangness. Der Norweger wäre wohl längst der Favorit auf den ersten Platz in der Trainerwertung, gäbe es nicht noch den Ambri-Coach Luca Cereda, der ihm diesen Platz noch streitig macht. Auf der anderen Seite, auf der Bank des LHC, der Finne Ville Peltonen. Interessant, auch die Zuger Arena war mit 7148 Fans nicht hundertprozentig ausverkauft und doch war die Stimmung bombig. Die blieb es auch im ersten Drittel, obwohl dieses trotz EVZ-Überlegenheit am Ende 0:0 ausging. Der Spielstand änderte sich danach jedoch schnell. Insgesamt musste das Schiedsrichter Duo Hebeisen/Salonen nur sechs Strafminuten aussprechen und eine dieser Strafen führte zum 1:0, als Zugs Carl Klingberg in der 22. Minute sträflich am rechten Pfosten übersehen wurde und ohne Probleme Lausannes Keeper Sandro Zurkirchen überwinden konnte. Fast exakt zehn Minuten später erhöhte Defender Jesse Zgraggen mit einem Blueliner auf 2:0 und stellte damit die Weichen des Spieles auf einen EVZ-Sieg. Die Antwort der Waadtländer kam sofort und für die Zuger trotzdem unerwartet. Einen Vermin-Schuss konnte Zugs Keeper Tobias Stephan nur nach vorne abwehren und Lausannes Christoph Bertschy war der Nutznießer des Anschlusstores. Eine etwas unübersichtliche Situation in der 43. Minute nutzte schließlich Zugs Dominic Lammer zum entscheidenden 3:1.

Play-out-Finale

HC Davos – SC Rapperswil-Jona Lakers 3:2 (0:0, 2:2, 1:0)

Play-out-Stand: 1:0

Endlich hat die finale Serie der beiden über die Saison gesehenen schwächsten Mannschaften der Liga begonnen. Nachdem Fribourg und Meister ZSC Lions sechs unsägliche Spieltage hinter sich brachten, wobei die Entscheidung schon vor Beginn der Abstiegsrunde entschieden war, können sich nun die beiden letzten der National League in maximal sieben Spielen duellieren, bevor dann der Verlierer noch seine letzte Chance erhält, in ebenfalls maximal sieben Spielen sich gegen den Meister der Swiss League durchzusetzen. Das Finale der Swiss League wird übrigens zwischen dem SC Langenthal und dem HC La Chaux-de-Fonds durchgeführt.

Immerhin noch 3400 Zuschauer kamen in die Vaillant-Arena und sie sahen damit auch das Duell des seit Dezember beim HCD weilenden Trainers Harijs Vitolish und dem auch aus der DEL gut bekannten Jeff Tomlinson. Die Davoser hatten zwar mit den zuletzt gut aufgelegten Lakers zu kämpfen, konnten diese aber nach Toren von Enzo Corvi (25.), Magnus Nygren (40.) und Benjamin Baumgartner (41.), übrigens alle im Powerplay, mit 3:2 bezwingen. Die Tore der unterlegenen Lakers markierten Casey Wellman (30.) und Roman Schlagenhauf (31.).

Aktuelle Schlagzeilen:

Ambri-Piotta spielt mit in der CHL und beim Spengler-Cup

Das Überraschungsteam der Liga schlechthin, der HC Ambri-Piotta, wird für seine Saisonleistung belohnt. Die Tessiner dürfen in der kommenden Saison als fünfte Schweizer Vertretung die National League in der Champions Hockey League vertreten und im Dezember sind sie auch bei der erneuten Auflage des legendären Spengler-Cups vertreten.

Ulmer nach Biel

Der EHC Biel sorgt bereits frühzeitig für Verstärkungen. Stefan Ulmer, seit 2010 in Lugano tätig, wechselt zum EHCB. Biels Sportchef Steinegger: „Ulmer ist ein mobiler Verteidiger. Wir sind froh, einen so erfahrenen Verteidiger künftig in unseren Reihen zu wissen.“

Lausanne stürmt ins Halbfinale

Die entscheidende siebte Partie gegen die Langnau Tigers wurde zu einer Machtdemonstration der Waadtländer. Diese schossen das Team vom dänischen Toptrainer Heinz Ehlers mit 8:1 (2:0,4:1,2:0) aus der Halle und zogen völlig verdient in das Play-off-Halbfinale ein.

Beat Gerber mit 900. Spiel

Der 62-fache Internationale bestritt gegen Biel sein 900. Spiel in der höchsten Schweizer Liga. Seit 2003 ist er für Bern aktiv, konnte in dieser Zeit fünf Titel holen.

Lugano mistet aus

Nach dem Vizetitel im Vorjahr wollte man im Tessin endlich den Titel holen, konnte am Ende der Vorrunde froh sein, wenigstens die Play-offs erreicht zu haben und dann gab es gegen Zug eine 0:4-Serienklatsche. Das war zu viel und jetzt begann der große Frühlingsputz. Neben Trainer Greg Ireland muss auch Sportdirektor Roland Habisreutinger die Bianconeri verlassen. Als Nachfolgekandidaten gelten Julien Vauclair und Sebastien Reuille, zwei romanische Spieler, deren Karriereende nahe ist bzw. schon geschehen und die als gut vernetzt in der Spielerlandschaft gelten.

NL Hauptrunde

Freitag 18.10.2019
SC Bern Bern
- : -
HC Lugano Lugano
HC Davos Davos
- : -
EHC Biel Biel
HC Fribourg-Gottéron Fribourg-Gottéron
- : -
ZSC Lions Zürich
Genève-Servette HC Genf
- : -
Lausanne HC Lausanne
SCL Tigers Langnau
- : -
HC Ambrì-Piotta Ambrì
EV Zug Zug
- : -
Rapperswil-Jona Lakers Rapperswil-Jona
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