Beim HC Lugano und EHC Kloten brennt der BaumSchweiz: Beide Teams verloren ihre Heimspiele

Jubel bei den Rapperswil-Jona Lakers - Frust beim EHC Kloten. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Jubel bei den Rapperswil-Jona Lakers - Frust beim EHC Kloten. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Da sind zum einen die Bianconeri, das Team des HC Lugano. Im Viertelfinale noch klarer Sieger gegen den HC Fribourg-Gottéron, schien das Aus im Halbfinale gegen Biel schnell besiegelt. Die ersten beiden Runden ging mit 7:3 und 2:1 an Biel und in der dritten Partie führten die Bieler mit 3:0. Der HCL war mausetot und die Frage war nur, würde es evtl.  noch ein fünftes Match geben, bevor der EHC Biel, der schon die ganze Saison aufgetrumpfte zum ersten Mal seit 1991 wieder in ein NL(A)-Finale einziehen würde. Doch es kam ganz anders. Die Luganesi schossen nach dem besagten 0:3 drei Powerplay- und zwei Shorthander-Tore plus einem normalen, gewannen mit 6:3 und tönten vollmundig, dass jetzt die Serie gedreht würde. Tatsächlich begannen die Tessiner zu rollen und am Ende der Serie war Biel mit 4:2 Siegen ausgeknockt.

Auf der anderen Seite das Schweizer Märchen von der Wiederauferstehung eines Toten. Was ziemlich martialisch und ungehobelt klingt, war tatsächlich der Grundtenor in den einschlägigen Schweizer Gazetten über die ZSC Lions. In der Vorrunde gerade noch auf Platz sechs gelangt mit deutlichem Trend nach unten. Die größten Pessimisten hatten schon ein Play-down-Finale zwischen dem „Zett“ und den Fliegern aus Kloten vorausgesehen. Soweit kam es dann letztlich nicht und die Truppe von Hans Kossmann zog sich selbst aus dem Schlamassel um dann einen Siegeszug par excellence zu starten. In der Vorrunde gab es noch ein 1:4 zu Beginn in Zug, dann folgten vier Siege in Folge. Im Halbfinale sollte der überlegene Vorrundensieger und Titelverteidiger Bern warten. Das hielt aber die ZSC Lions nicht davon ab, die beiden ersten Auswärtspartien vor 17.100 Zuschauern beim SCB jeweils mit 3:2 siegreich zu gestalten. Gut, in Zürich gab es ein 3:4 aber die Züricher hatten Blut geleckt und nach dem 3:1 in Spiel vier hatten sie in Spiel fünf, in Bern, den ersten Matchpuck. Der Titelverteidiger antwortete mit einem 4:3, das nach einem 4:1-Zwischenstand letztendlich sogar glücklich war, um dann in Partie sechs beim 2:3 nach Verlängerung die Segel zu streichen. Allerdings hatten die ZSC Lions auch das unglaubliche Glück, dass ausgerechnet einer ihrer Streichkandidaten für die nächste Saison, Keeper Lukas Flüeler in den Finalrunden zu glänzender Form auflief und speziell auch im Halbfinale seinem Gegenüber, Leonardo Genoni, den Rang ablief.

Somit hatte der Drittplatzierte der Hauptrunde, der HC Lugano, im ersten Finalspiel am 12. April gegen den Sechstplatzierten, den Zürcher SC Lions, Heimrecht. Und das ging vor mit 7200 Zuschauern ausverkaufter Piste della Resega mit 0:1 verloren. Den einzigen Treffer erzielte Mike Künzle, der eine unübersichtliche Situation vor dem Luganeser Tor, das von Elvis Merzlikins gehütet wurde, zur Führung und zum Siegtreffer ausnutzte. Was schlimm für Lugano war, war nicht das eine Gegentor, sondern das der ZSC die Partie dominierte und Merzlikins mehrfach das 0:1 retten musste. Weiter geht es jetzt am 14. April im Zürcher Hallenstadion vor vermutlich mehr als 11.000 Zuschauern.

Glimmt der Baum in Lugano, dann brennt er im Augenblick in Kloten lichterloh. Was ist passiert? Die Klotener, die von Fans und auch den Gazetten weiterhin „die Flieger“ genannt werden, hatten nicht nur die Vorrunde und die danach folgende Abstiegsrunde als Rotlichtbesitzer verbockt. Sie waren auch vom Armenhaus der Liga, dem HC Ambri-Piotta mit 4:1 abgekanzelt worden. Sicher, es waren durchweg enge Spiele aber am Ende hatte der Traditionsclub aus der Leventina die Nase vorn und kann sich endlich größeren Dingen widmen.

In Kloten dagegen wurde Alptraum wahr. Nun geht es in einer letzten Best-of-Seven-Serie gegen den Meister der Swiss-League (früher NLB), den Rapperswil-Jona Lakers. Und die Mannen von Head-Coach Jeff Tomlinson (DEL-Trainer bei den Eisbären Berlin, Düsseldorfer EG und Nürnberg) sehen sich, trotz finanzieller Nachteile im psychologischen Vorteil. Im Gegensatz zu Kloten, das in der gesamten Saison keine zwei Siege in Folge einfahren konnte, wurde man mit 16 Punkten Vorsprung Meister, verlor von 46 Partien nur drei und stürmte im Pokal mit drei Siegen gegen Erstligisten ins Finale um auch dort den favorisierten HC Davos mit 7:2 aus dem Rink zu jagen.

Loderte das Feuer noch vor dem letzten Donnerstag, so ist jetzt ein echter Brand in Kloten entstanden, denn die Flieger vergaben den wichtigen Heimvorteil mit einer Vorstellung, die viele nur noch als peinlich ansahen. Bereits nach 75 Sekunden führte Rapperswil mit 1:0, nachdem Steve Mason zunächst noch an Klotens Keeper Boltshauser gescheitert war aber im Nachschuss traf. Noch schneller dann Rappi im zweiten Drittel. Bevor die Klotener richtig auf dem Eis waren stand es schon 2:0. Der Kanadier Dion Knelsen hatte mit einem blitzsauberen Rückhandtor eingelocht. In der Folgezeit klappte bei Kloten nichts mehr und als Defender Leandro Profico, eigentlich kein torgefährlicher Verteidiger im dritten Drittel gar auf 3:0 erhöhte, da war es trotz der 7.000 Zuschauer sehr still in der Halle. Zumindest auf Klotens Seite, während die Lakers-Fans immer lauter wurden. Kurze Hoffnung kurze Zeit später bei den Klotenern, als Dominik Egli in der 56. Minute endlich das erste Mal traf, aber Antonio Rizzello machte zwei Minuten später den Sack zu und ließ damit den anfangs erwähnten Baum brennen.

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