Kommt Ralph Krueger? Die Suche nach dem neuen Bundestrainer läuftDEB betont das Anforderungsprofil

DEB-Präsident Franz Reindl (rechts) und Sportdirektor Stephan Schaidnagel (links) müssen sich am Sonntag von Noch-Bundestrainer Marco Sturm verabschieden. (Foto: dpa/picture alliance)DEB-Präsident Franz Reindl (rechts) und Sportdirektor Stephan Schaidnagel (links) müssen sich am Sonntag von Noch-Bundestrainer Marco Sturm verabschieden. (Foto: dpa/picture alliance)
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Noch, genauer gesagt bis einschließlich Sonntag, ist Marco Sturm der Bundestrainer. „Am Montag fliege ich nach Los Angeles. Am Dienstag werde ich zum ersten Mal an der Bande stehen“, sagte der künftige Co-Trainer der Los Angeles Kings in der NHL. Schon als Sturm im Sommer privat in den USA weilte, kamen erste lose Anfragen. „Ich bin dem Deutschen Eishockey-Bund ungeheuer dankbar. Nicht einfach, weil mir die Freigabe erteilt wurde, sondern für die Chance, die ich vor drei Jahren bekommen habe. Damals konnte ja niemand damit rechnen, was 2018 bei Olympia passieren würde.“ Es passierte die Silbermedaille. „Man muss es ganz klar sagen: Das hat alles verändert.“ Sturm, der 1006 Mal als Spieler in der NHL aufgelaufen ist, stand damit im Fokus der besten Liga der Welt. „Erst am Wochenende war klar, dass auch der Headcoach in Los Angeles gehen muss. Mich wollten sie auf jeden Fall haben“, so Sturm. Es ging halt nur ein wenig schneller. „Hätte ich keinen langfristigen Vertrag bekommen, hätte ich das nicht gemacht.“ Denn die Aussicht, irgendwann den Cheftrainerposten zu übernehmen, ist offenbar gegeben. Seinen neuen Headcoach in L.A. hatte Sturm in diesem Jahr kennengelernt. „Wir haben uns in Südkorea gesprochen. Willie Desjardins hat ja die kanadische Auswahl trainiert“, sagte Sturm – was mit Schmunzeln registriert wurde. Schließlich hatte Deutschland unter Sturm Kanada im olympischen Halbfinale besiegt.

„Uns war klar, dass wir Marco gehen lassen müssen. Das hatten wir ihm zugesagt“, sagte DEB-Chef Franz Reindl. „Wir halten uns an unsere Zusagen.“ Das Ganze entwickelte sich über den vergangenen Freitag und Samstag, ehe die Los Angeles Kings etwas vorschnell den Vollzug am Sonntagabend meldeten.

Wer wird aber nun Sturms Nachfolger? Klar dürfte sein: Ralph Krueger wird auf der Wunschliste des DEB weit oben stehen. Der Mann hat die Schweiz jahrelang erfolgreich gecoacht, hat Team Europe beim World Cup völlig überraschend zu Platz zwei geführt, war Headcoach in Edmonton. Der Deutsch-Kanadier, der in Duisburg, Düsseldorf, Schwenningen, Riessersee, Iserlohn und Rosenheim gespielt hat, dessen Trainerlaufbahn in Duisburg begann, hat ein Standing, das dem von Marco Sturm entspricht. Gerade wenn es darum geht, mit deutschen NHL-Spielern zu sprechen. Doch Reindl wie DEB-Sportdirektor Stephan Schneidnagel wollten keine Kandidaten kommentieren und verwiesen auf das Anforderungsprofil. „Marco hat die Entwicklung des Verbandes immer im Auge gehabt. Das ist etwas, das auch auf den neuen Bundestrainer zutreffen muss“, sagte Schaidnagel. Sofern denn die Posten des Bundestrainers und des General Managers weiterhin in Personalunion verbunden bleiben sollen.

Klar ist: Eine Doppelfunktion als DEL-Vereinstrainer und Bundestrainer wird es nicht geben. Allenfalls als Übergangslösung. „Die heutige Zeit ist nicht mehr vergleichbar mit der Zeit vor einigen Jahren“, sagte Reindl dazu. Auch der Einstieg eines weiteren Trainerneulings, wie Sturm es war, ist wohl eher nicht die wahrscheinlichste Lösung. „Ich war damals von Marco zu 100 Prozent überzeugt. Dennoch war er ein Glücksgriff für uns. Als Sportler will ich nicht zweimal hintereinander auf das Glück setzen müssen“, sagte Reindl.

Wenn im Frühjahr die Vorbereitung auf die WM beginnt, sollte der Nachfolger feststehen – da wäre der DEB gut beraten. Dinge übers Knie zu brechen, wäre aber ebenso unklug. Aktuell steht die DEB-Auswahl auf Rang acht der Weltrangliste. „Unser Ziel ist die Direktqualifikation für die nächsten Olympischen Spiele“, sagt Sturm. „Mein Nachfolger hat keine leichte Aufgabe“, erklärt der scheidende Bundestrainer, der bestätigt, dass ein deutscher oder deutschsprachiger Trainer von den Spielern klar präferiert wird. „Aber diese Aufgabe wäre für mich genauso schwer gewesen.“

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