KHL plant Expansion in maßvollen Schritten

KHL-Gagarin Cup: Kasan stolpert beim FinalauftaktKHL-Gagarin Cup: Kasan stolpert beim Finalauftakt
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Dass die KHL nicht nur für Klubs aus den benachbarten Ländern der ehemaligen Sowjetunion zukünftig eine sportlich und wirtschaftlich lukrative Heimat bieten will, sondern auch Richtung Westen expandieren möchte, ist bekannt und sorgte durch entsprechende Medienberichte vor kurzem in Deutschland für einige Aufregung. Auf der Wunschliste der KHL-Macher, so hieß es, stünden als deutsche Vertreter in der KHL die Adler Mannheim und Eisbären Berlin ganz oben. Aber auch die Kölner Haie zeigen sich nach Aussagen ihres Geschäftsführers Thomas Eichin nicht völlig uninteressiert an einer Aufnahme. Vorausgesetzt, vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen und damit auch die sportlichen Perspektiven.

Wladimir Shalaev, Geschäftsführer der KHL, legte die Vorstellungen der KHL bezüglich einer Expansion in einem Interview mit „Sport-Express“ dar und erteilte einem aggressiven und übereilten Vorgehen eine Absage. „Unsere Vorstellungen gehen eher in Richtung einer schrittweisen Vergrößerung des Teilnehmerfeldes von jetzt 24 auf 26 Klubs, dann in einem weiteren Schritt auf 30, bis letztlich eine Maximalzahl von 32 Klubs erreicht ist.“

Bedenken, dass allein schon der Faktor hoher Reisebelastungen eine Expansion nach Nord- und Mitteleuropa verhindern könnte, widerlegte Shalaew anhand des lettischen Klubs Dinamo Riga (im Übrigen erster KHL-Teilnehmer aus einem EU-Mitgliedsstaat). „Die jetzige Einteilung nach sportlichen Faktoren erfolgte in Abstimmung mit allen Klubs. Auch hier gab es Bedenken, vor allem in Riga. Doch wie man sieht, startete Dinamo trotz der langen Reise nach Charbarowsk mit vier Punkten aus zwei Spielen erfolgreich in die Saison. Ich gehe allerdings in der Tat davon aus, dass es in Zukunft eine an geographischen Gesichtspunkten orientierte Ligastruktur geben wird.“  

Was es ebenfalls zu bedenken gilt, ist die finanzielle Leistungsfähigkeit der Klubs. „Da wir im Gegensatz zur NHL unseren Fans keine Eintrittspreise von umgerechnet bis über 100 Dollar zumuten können und wollen, liegt der Schwerpunkt der Finanzierung auf einer bestmöglichen zentralen Vermarktung der Liga, etwa durch den Verkauf von TV-Rechten, Merchandising-Lizenzen und Werbung. Erste Erfolge haben wir hier bereits zu verzeichnen. Die Liga übernimmt schon jetzt große Teile anfallender Kosten, wie etwa Honorare für Schiedsrichter, deren Ausrüstung sowie Anreise und Unterbringung am Spielort“, führte Shalaev aus und betonte zugleich: „Jeder Klub muss allerdings auch selbst auf seine Einnahmen und Ausgaben achten. Die Führung der Liga wird stets streng sämtliche eingereichten Unterlagen der Klubs überprüfen.“ Dass in der KHL bei finanziellen Ungereimtheiten nicht lange gefackelt wird, musste bereits Awtomobilist Jekaterinburg erfahren, das bekanntlich in die zweite russische Liga zurück verwiesen wurde.

„Wir haben eine Reihe von Aufnahmekandidaten aus europäischen Ligen“, bestätigte Shalaev, „und führen mit diesen gute Gespräche. Einige Klubs ergriffen selbst die Initiative und nahmen mit uns den Kontakt auf, um sich über die Aufnahmemodalitäten zu informieren. Derzeit gibt es konkrete Verhandlungen mit einem tschechischen Klub. Ein weiteres Treffen mit den dort Verantwortlichen und KHL-Chef Alexander Medwedew ist für die nächsten Tage geplant. Den Namen des Klubs werden wir hier natürlich noch nicht preisgeben.“ Schon im Frühjahr hieß es allerdings, dass es sich dabei Gerüchten zufolge um den Extraligisten HC Energie Karlsbad handeln soll, der 2009 in eine 6000 Zuschauer fassende Multifunktionsarena umziehen wird.

Allerdings, trotz durchaus interessanter Botschaften aus Russland, sind „unmoralische Angebote“ an anderswo unter Vertrag stehende Spieler, oder wie wohl auch im jüngsten Fall an Crimmitschaus Cheftrainer Sergei Svetlov (Hockeyweb berichtete), keine geeigneten Maßnahmen, der KHL im Ausland zu einem positiven Image zu verhelfen. Die KHL beklagt im Konflikt mit der NHL immer wieder deren dreistes Auftreten in Transferfragen, legt im europäischen Ausland aber selbst kein anderes an den Tag. Es wird betont, dass man vieles anders handhaben will als der nordamerikanische Kontrahent. Genau hier damit zu beginnen, wäre für die KHL gewiss ein wirklich guter Ansatz, die äußere Wahrnehmung deutlich zu verbessern. Vielleicht ist genau dieses Auftreten der KHL auch der Grund für die Schweden gewesen, eine Machbarkeitsstudie für eine Liga mit Klubs aus ihrem Lande sowie Finnland, Norwegen und Dänemark zu erstellen. Das berichtet jedenfalls das schwedische Boulevardblatt „Aftonbladet“ und beruft sich dabei auf Aussagen von Hakan Loob, den Generalmanager des ebenfalls von der KHL umworbenen Eliteserienklub Färjestad BK. Loob wird zitiert: „Das Echo der befragten Klubs war positiv.“ In zwei Jahren schon könnte dieses Projekt an den Start gehen, heißt es im Blatt. (mac)  

 

 


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