Kann Ambri erneut überraschen?Der Blick zum Nachbarn: NLA-Check, Teil 1

Die Stimmung in Ambri ist immer etwas Besonderes. (Foto: Imago)Die Stimmung in Ambri ist immer etwas Besonderes. (Foto: Imago)
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HC Ambri-Piotta

Die Wundertüte aus dem eiskalten Tal südlich des St. Gotthards bleibt spannend. Im letzten Jahr schoss der Stern des HCA nach jahrelangem Misserfolg förmlich wie ein Phönix aus der Asche und riss die Fans und alle Experten mit. Als Mitte November 2013 die Leventiner kurzfristig für einen Spieltag sogar Platz eins erklommen, da staunte nicht nur die Liga, da war plötzlich ein Mitfavorit auf den Titel herangewachsen, den niemand auf dem Plan hatte. Das ist dieses Jahr etwas anders. Jetzt wissen die Gegner, wie stark dieser Verein unter seinem Lieblingstrainer Serge Pelletier sein kann und es wird schwer werden, wieder so auf der Erfolgsleiter zu klettern. Dazu kommt, dass mit Spitzenverteidiger Maxim Noreau eine der wichtigsten Abwehrstützen in die NHL zu den Colorado Avalanche gewechselt ist; und auch Jason Williams zog es zurück in die Staaten, allerdings etwas tiefer in die AHL zu Oklahoma. Zum Glück verlängerte ein Leistungsträger seinen Vertrag. Der Korea-Amerikaner Richard Park unterschrieb bis 2016. Gleichlange Verträge besitzen zwei weitere Lebensversicherungen: Into Pestoni, der Knipser, und Alexander Giroux, dem es in der südlichen Schweiz scheinbar deutlich besser gefällt als im kalten Riga. Überhaupt haben die HCA-Verantwortlichen an den kleinen, aber wichtigen Dingen gefeilt. Im Kasten steht jetzt neben Sandro Zurkirchen noch Nationalspieler Michael Flückiger, der aus Kloten kam.

In der Defensive steht lediglich ein Ausländer. Ryan O’Byrne, ein 1,96-Meter-Riese mit NHL-Erfahrung aus Montreal und Colorado, der außerdem im letzten Jahr mit Lev Prag im KHL-Finale stand. Der zweite Kanadier hat noch einen Schweizer Pass. Jesse Zgraggen überzeugte im letzten Jahr in der WHL in Regina und darf nun sein Können in der Schweiz zeigen. Mit Reto Korbach, Allain Birbaum (Fribourg), Marc Gautschi und Marc Grieder haben die Leventiner zudem noch jede Menge Erfahrung aufzuweisen. Ein Umstand, der sehr wichtig sein kann.

Auch im Sturm hat sich Ambri mit Erfahrung verstärkt. Direkt aus der NHL kamen der 34-jährige Adam Hall (Philadelphia) sowie der 35-jährige Phil Aucoin (St. Louis). Dazu kommen das Supertalent Jason Fuchs (Vertrag bis 2017), Fabian Lüthi, Alexei Dostoinov, Patrick Schlagenauf, Daniele Grassi und etliche weitere Akteure, mit denen zu rechnen ist.

Auf alle Fälle konnten sich die Verantwortlichen über den bisherigen Fanzuspruch freuen. Weit über 3000 Dauerkarten wurden an den Mann respektive die Frau gebracht und man rechnet in der kleinen Gemeinde Ambri mit einem neuen Dauerkartenrekord.

Hockeyweb-Tipp: Zwischen Platz vier und Platz acht ist alles drin.

SC Bern

Der frühere Schweizer Meister mit dem höchsten Zuschauerschnitt Europas (15.000 Fans pro Spiel) will die letzte Saison unbedingt vergessen machen. Erstmals seit 30 Jahren stand ein Meister in der Folgesaison in den Play-downs. Viel hätte nicht gefehlt und der SCB müsste in dieser Saison in Martigny und Visp antreten. Aber auch diese Saison begann nicht gerade glücklich. Schon zu Saisonbeginn haben die Hauptstädter mit Kinrade, Kobasew und Moser gleich drei Verletzte zu beklagen. Trotzdem wird es nicht leicht sein, den SCB zu besiegen, denn wie auch Ambri hat sich Bern mit Erfahrung verstärkt. Mit 28,2 Jahren haben die Hauptstädter die älteste Vertretung der Liga auf dem Eis stehen.

Im Tor wird wohl der erfahrene Marco Bühler die Nr. 1 sein. Sein Back-Up Matthias Mischler kam auf Leihbasis in der letzten Saison von Ajoie und wurde nun komplett übernommen. In der Defensive kann man auf vier Ausländer zurückgreifen. Neben Eric Blum, Geoff Kinrade und Marc-Andre Gragnani kennt man in Deutschland noch den deutschen Nationalspieler Justin Krueger. Jüngster und mit einem Vertrag bis 2017 ausgestattet ist Sämi Kreis.

Im Sturm aufgeboten sind gleich zwei 37-Jährige. Martin Plüss (etwa 770 Ligaspiele) und der ewig junge Byron Ritchie gelten weiterhin als Leistungsträger. Ihnen zur Seite stehen die Kanadier Gardner, Holloway und Kobasev. Für den Schweizer Touch sorgen die Brüder Berger, Michael Loichat, Flurin Randegger, Thomas Rüfenacht und Tristan Scherwey. Dass der SCB in Form ist, zeigte in der vergangenen Woche das 4:3 gegen Finnlands Topteam Tappara Tampere.

Hockeyweb-Tipp: Die Play-offs sollten drin sein, im Viertelfinale ist jedoch Schluss.

EHC Biel

Auch beim letztjährigen Play-down-Teilnehmer geht die Angst um. Die Nr. 1 im Kasten, Lukas Meilli ist verletzt und bis auf Simon Rytz steht kein Keeper zur Verfügung. Von den Junioren könnte der 19-jährige Elien Paupe einspringen, aber der Sprung in die NLA ist doch groß und sollte nur im Ausnahmefall gewagt werden.

Da die finanziellen Mittel in Biel nur begrenzt sind, muss Trainer Kevin Schläpfer auf einheimische Akteure in der Defensive zurückgreifen. Erfahrene Akteure sind die beiden 31-jährigen Kevin Gloor und Manuel Grossweiler sowie Christian Moser. Einen Sprung nach vorne erhofft man sich bei Anthony Roussilier, der im Juniorennationalteam einer der Leistungsträger ist.

Ist die Defensive einheimisch, so ist es im Sturm genau andersrum. Drei Schweden (Pär Ahlbrandt, Dragan Umicevic, Niklas Olausson), zwei Österreicher (Raphael Herburger, Martin Ulmer), ein Franzose (Eliot Berthon) sowie ein Kanada-Deutscher mit Ahren Spylo führen die Offensive an. Dazu kommen starke Schweizer wie der Kapitän Mathieu Tschantre, der Riese Philipp Wetzel (1,98 Meter und 104 Kilogramm), Gianni Ehrensberger und der Oldie Oliver Kamber.

Hockeyweb-Tipp: Wenn keiner sich länger verletzt und der EHC Biel über sich hinauswächst, dann können die Play-offs möglich sein. Allerdings darf man dann den Start nicht verschlafen.

HC Davos

Beim HC Davos scheiden sich im Augenblick die Geister. Die einen trauen den Graubündnern die Meisterschaft zu, die Anderenabefürchten einen Kampf um einen der begehrten Play-off-Plätze. Tatsächlich hat der HCD einige starke Spieler, wie z.B. Topverteidiger Zdenek Kutlak nach Salzburg, Stürmer Petr Taticek nach Ingolstadt und Stürmer Ryan O’Connor nach Espoo verloren. Dass dies der spielerischen Stärke kaum Abbruch tat, zeigte sich in einigen Resultaten in der Saisonvorbereitung. 3:2 beim EHC Red Bull München, 4:1 gegen den Zürcher SC und 6:5 gegen den SC Bern.

Im Tor wie eh und je die Nr. 1 ist Leonardo Genoni. Sein Back-up Janick Schwendener gilt als Talent, das man problemlos einsetzen kann.

Der Finne Ville Koistinen ist der Führungsspieler in der Defensive zusammen mit Felicien du Bois. Der 30-Jährige wurde von den Kloten Flyers mit einem Vertrag bis 2018 losgeeist und soll die in der letzten Saison durchaus anfällige Abwehr stabilisieren.

Auf 17 Stürmer kann Trainerlegende Arno del Curto zurückgreifen. Der Generalmanager und Headcoach ist seit 1982 im Coaching tätig, seit 1996 in Davos und es sieht nicht so aus, als ob del Curto die Seiten demnächst wechseln will. Fünf Meisterschaften in dieser Zeit haben ihn beim HCD festgeschweißt. Del Curto schwört seit Jahren auf eine funktionale Nachwuchsarbeit. Ausländische Akteure müssen absolute Führungskräfte sein und wie üblich sucht er sie nach diesem Kriterium aus. In diesem Jahr sind es der Finne Perttu Lindgren und die beiden Schweden Dick Axelsson (neu aus Göteborg) und Marcus Paulsson. Um diese Drei scharen sich 14 Schweizer, wie der Jüngste, der 19-jährige Center Marc Aeschlimann, die aufstrebenden 21-jährigen Enzo Corvi und Gregory Hofmann oder auch der 37-jährige Reto von Arx, der neben 958 NLA-Spielen auch 19 Einsätze in der NHL (Chicago) verzeichnen konnte, inklusive dreier Treffer.

Hockeyweb-Tipp: Davos ist immer für eine Überraschung gut. Zwischen Platz drei und sieben kommen die Blau-Gelben über die Ziellinie.

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