Ist der HC Fribourg-Gottéron auf dem Weg zurück nach oben?Von klein bis gro

Wird der HC Fribourg-Gottéron wieder stärker? (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Wird der HC Fribourg-Gottéron wieder stärker? (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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 Die Reihenfolge der Teams ist eine Besondere: Wir fangen mit der kleinsten Ortschaft an und steigern uns bis zur größten Stadt der Schweiz, Zürich.

Im zweiten Bericht stellen wir kurz die Teams EHC Kloten Flyers, EV Zug und HC Fribourg-Gotteron vor.

EHC Kloten (17.500 Einwohner)

Die Flyers, deren Zusatzname auf Grund des weltberühmten Flughafens zustande kam, wollen die letzte Saison vergessen machen. Ein Verpassen der Play-Off-Runde geht eigentlich gar nicht und man wollte die Zeiten vergessen machen. Das Problem ist jedoch, dass nicht mehr so viel Geld wie früher zur Verfügung steht und so steht der Verein vor dem Dilemma, unbedingt erfolgreich sein zu müssen, will man nicht in den Niederungen der Liga verschwinden.

Verantwortung

Die Verantwortlichen sind geblieben. Präsident Lehmann vertraut weiter seinem Führungspersonal, was nicht selbstverständlich ist. An der Bande hat der Finne Pekka Tirkkonen das Sagen, sein Co ist der Schwede Niklas Gällstedt. Kapitän war und bleibt ’Mr. Kloten“ Denis Hollenstein.

Tor

Die Legende steht nicht mehr zur Verfügung. Martin Gerber hat im zarten Alter von 42 Jahren seine einzigartige Karriere beendet. 1992 begann er in Signau, spielte bis 2000 in Langnau und dann international. Höhepunkte waren sicherlich seine NHL-Jahre in Carolina, Ottawa und Edmonton. Damit ist aktuell Luca Boltshauser die Nr. 1. Boltshauser gilt als durchschnittlich, preislich günstig. Man wird sehen, wie lange die Geduld reichen wird. Back-up wurde Neuzugang Dennis Saikkonen, der aus Fribourg kam. Obwohl Saikkonen einen scheinbar finnischen Namen trägt, ist er gebürtiger Berner.

Verteidigung

Mit Egli, Frick, Gähler, Hecquefeuille, Sanguinetti und Steinauer verließen sechs Akteure die Flyers. Besonders Hecquefeuille und Sanguinetti zeigten eine gewisse Qualität, die jetzt abhanden gekommen ist. Ersetzen sollen sie die beiden Schweden Niclas Andersen und Schwede Mattias Bäckman. Andersen sollte dabei kein Problem haben, denn der 29jährige Nationalspieler kam aus Yekaterinburg (KHL), gilt als typischer Verteidiger seines Landes und das mit fast immer fairen Mitteln. Auch Bäckman ist Nationalspieler, kann allerdings mit den Ehren seines Kollegen nicht ganz mithalten. Er kommt aus der AHL, wo er zuletzt für die Texas Stars und Hershey aktiv war. Im Gegensatz zu Andersen ist Bäckman mehr der gesuchte Offensivverteidiger. Die restlichen Verteidiger der Klotener sind alle relativ alt, meist über 30, haben aber jede Menge Routine vorzuweisen. Evtl. wird hier noch nachgebessert, gilt doch die Jugendarbeit Klotens als vorzüglich.

Sturm

Von der Masse ging ein kompletter Vereinssturm. Cunti, Engeler, Genoway, Hartmann, Homberger, Lehmann, Sheppard, Shore, Staiger, Steiner, Wetli und Zwissler verdienen jetzt in anderen Stadien ihr Geld, darunter einige sehr wichtige Akteure. Damit wurde die Kasse stark entlastet, denn bis jetzt stehen erst drei neue Stürmer fest, wobei einer lediglich zwanzig Kilometer mehr Anreise hat. Morris Trachsler, fünf Jahre zuletzt beim direkten Rivalen Zürich tätig, will nun den Flyers helfen und ist mit Abstand der prominenteste Neue. Das jüngste Mitglied der Eishockeyfamilie Bozon, Tim Bozon, spielt nun Kloten. Großvater Alain war zwischen 1958 und 1980 in Frankreich tätig, Vater Philippe bis 2006 international, u.a. in Mannheim und nun Tim zeigen, was er in der ECHL (Manchester, Brampton) und AHL (Hamilton, Springfield) gelernt hat. Dritter ist Marc Marchon aus dem eigenen Nachwuchs. Geblieben sind mit Grassi, Hollenstein, Kellenberger, Lemm, Schlagenhauf, Obrist, Praplan und vor allem Santala einige wichtige Stammspieler, so dass den Klotener durchaus etwas zuzutrauen ist.

Fazit: Kloten ist ein Angriff auf die Play-Off-Plätze zuzutrauen. Hockeyweb-Tipp: Nach der Vorrunde zwischen 7 und 11.

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EV Zug (23.000 Einwohner)

Wenn man sich die Größe des Ortes Zug und die Leistungskraft der Eishockeymannschaft vor Augen führt, dann erkennt man sofort eine Diskrepanz, die nach einer Erklärung sucht. Diese findet man recht schnell, denn der Kanton Zug mit seiner Hauptstadt gilt innerhalb der Schweiz als Steueroase. Die Steuersätze betragen etwa die Hälfte als im Schweizer Durchschnitt und so findet man hier die Adressen von zahlreichen nationalen und multinationalen Firmen. Wir stark diese Ansammlung hier ist, zeigt die Statistik. Auf die 23.000 Einwohner kommen 24.000 Arbeitsplätze, bereit gestellt von 12.000 registrierten Unternehmungen.

So ist es kein Wunder, dass der EV Zug zu den Teams mit den größten finanziellen Möglichkeiten gehört und immer wieder eine Mannschaft aus dem Hut zaubert, die höchsten nationalen und guten internationalen Ansprüchen genügt. Daher wundert es, dass die Zuger in den letzten zwanzig Jahren nur einen Titel (1998) holen konnten, 2017 ganz nah dran waren, aber nicht nur am SC Bern sondern auch an ihren Nerven scheiterten.

Verantwortung

Die Ergebnisse und die Leistung über die gesamte Runde haben Präsident Hans-Peter Strebel gezeigt, dass die sportliche Leitung einen guten Job hingelegt hat. Somit war für ihr als seriösen Unternehmer klar, dass die Verträge mit Head-Coach Harold Kreis und seinem Co. Walteri Immonen verlängert werden.

Tor

Der als Versicherung geholte Leihspieler Jussi Markkanen hat Zug in Richtung Lappeenranta verlassen und mit ihm ging auch Fabio Haller. Geblieben ist die Nr. 1 Tobias Stephan sowie seine zwei Back-ups Sandro Aeschlimann und Noel Bader.

Verteidigung

Eine kleine Überraschung gibt es beim ersten Blick. Im Gegensatz zu den anderen NL-Clubs wurden mehr neue Verteidiger geholt als abgegeben. Dazu ging kein absoluter Leistungsträger. Samuel Erni (10 Punkte in 61 Spielen) zog es nach Langnau, Simon Lüthi (1 Punkt in 41 Spielen) ging nach Olten in die zweite Liga und Florian Schmuckli möchte sich jetzt in Rapperswil beweisen. Die Neuen im Team sind ebenfalls nicht als Kracher zu bewerten, sollten aber bessere Perspektiven als die ausgeschiedenen Spieler aufweisen. Cedric Maurer (EVZ-Academy, NLB) gilt als reiner Abräumer ohne besondere Offensivqualitäten, Victor Oejdemark, in Stäfa bei Rapperswil geboren und letzte Saison in der schwedischen Juniorenliga bei AIK Stockholm aktiv, soll mit seinen 1,89m und 94 Kg die physische Komponente stärken, Livio Stadler war ebenfalls in der schwedischen Juniorenliga aktiv, allerdings bei Lulea HF. Er gilt als schnell und technisch versiert, könnte ein Fall für den NHL-Draft 2018 werden sowie Marc Steiner. Steiner, der älteste der Vier mit 21 Jahren, erwarb sich seine Meriten in der NLB in der clubeigenen Academy. Dazu kommen die erfahrenen Diaz, Alatalo, Grossmann, Helbling, Morant und Schlumpf, so dass einem um die Abwehr keine Ängste entstehen sollten.

Sturm

Auch hier stellte Coach Kreis ein paar Stellschrauben ohne am Gesamtwerk zu rütteln. Dafür war und ist die spielerische Qualität einfach zu hoch. Gehen mussten zwei Finnen: Matti Järvinen konnte nicht überzeugen (1 Punkt in 7 Spielen) und Jarkko Immonen fiel dem internen Druck, das Durchschnittsalter zu senken, zum Opfer. Witzig: In der Eurohockey-League spielte Immonen erst am letzten Wochenende bei seinem alten Club und unterlag mit 3:6. Weiterhin ging der Slowake Richard Rapac und der Franzose Anthony Rech, der eh nur in der eigenen Academy antrat und nun für Schwenningen in der DEL spielt. Da tat schon der Abgang von Emanuel Peter mehr weh. Der 33jährige kam zuletzt auf 14 Punkte in 64 Spielen, wollte aber noch einmal mit Langnau sich neue Ziele setzen. Weiterhin wechselten Marc Machon (Kloten) und Sandro Zangger, der nach einer guten Saison von Lausanne abgeworben wurde.

Geholt wurden zwei neue Ausländer und drei Talentspieler. Dabei fiel der Amerikaner Garrett Roe mit einigen Toren in der Eurohockey-League schon auf. Roe war einer der besseren Scorer in der schwedischen ersten Liga bei Linköping (37 Punkte in 52 Spielen) und war zuvor in München bei Red Bull tätig. Ebenfalls bis jetzt gut in Erscheinung getreten ist der Schwede Viktor Stalberg. Der robuste 31jährige kommt direkt aus der NHL (Ottawa) und sollte problemlos in der NL Fuß fassen können. Die drei Perspektivspieler sind der 20jährige Timo Haussener, der 23jährige Fabio Kläy sowie der erst 19jährige Yannick Zehnder, der mit guten Leistungen in der Academy (26 Punkte in 32 Spielen) glänzen konnte. Zu diesen neuen Akteuren gesellen sich noch die etablierten wie Kast, Klingberg, Martschini, McIntyre, Schnyder und Suri, so dass eine Mischung gefunden wurde, die an alte Zeiten anknüpfen kann. Die bisherigen Leistungen in der Eurohockey-League belegen diese Vermutung.

Fazit: Der EV Zug hat eine starke Equipe beisammen, die, wenn die Nerven diesmal funktionieren, ganz vorne dabei sein kann. Der Hockeyweb-Tipp: Der EVZ landet nach der Vorrunde zwischen Platz 2 und 6.

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HC Fribourg-Gottéron (39.000 Einwohner)

Im Frühjahr 2013 war die Welt in Fribourg noch in Ordnung. Man stand im Finale um die Meisterschaft gegen den SC Bern. Zwar unterlag man aber das nächste Ziel war die Titeleroberung. Dabei blieb es und der Absturz war umso unerklärlicher. Zwei Jahre später ging es nur noch um den Klassenerhalt. 2016 folgte ein Viertelfinal-Aus und im letzten Jahr musste wiederum gezittert werden. Das soll nicht wieder passieren und so tauschte Präsident Michel Volet sein sportliches Führungspersonal aus.

Verantwortung

Der im letzten Jahr startende Larry Huras wurde bereits schnell in die Wüste, bzw. in die Berge geschickt. Dafür kam Gerd Zenhäusern. Richtig erfolgreich war auch er nicht, konnte mit den Spielermaterial, was er von Huras bekam, den Klassenerhalt sichern. Dafür wurde er von seinem Präsidenten zum Spielerdirektor weggelobt. Auch der Co Kari Martikainen musste gehen. Neu an Bord nun Mark French. Der 45jährige mit dem militärischen Kurzhaarschnitt war drei Jahre in der WHL bei den Calgary Hitmen tätig und half zuletzt dem Canada U18-Nationalteam als Assistent. Ihm steht dabei Dean Fedorchuk, der auch in Deutschland (Neuwied, Heilbronn, Bietigheim) bekannt ist, zur Seite.

Tor

Die Nr. 1, Benjamin Conz, verließ den Verein in Richtung Ambri und auch der talentierte Back-up Dennis Saikkonen verabschiedete sich in Richtung Kloten. Da Ludovic Waeber blieb, musste also ein Toptorhüter her und den Fand Mark French in Barry Brust, der vor einigen Jahren schon einmal in der DEL, in Straubing, geglänzt hatte.

Verteidigung

Dem Großreinemachen folgten fünf Abgänge. Prominent dabei der von Alexandre Picard. Der Frankokanadier ging zur Düsseldorfer EG. Die weiteren wären Elsener, Fischer, Maret  und Jaquet. Alle vier Talente, die in unteren Ligen zu Spielpraxis kommen sollen. Einziger Neuzugang, dafür aber ein Hochkaräter, der 30jährige Jonas Holös. Der Norweger war in der KHL (Yaroslavl) ebenso tätig wie in der schwedischen SHL (Växjö, Färjestad) und soll mit seinen offensiven Fähigkeiten nicht nur aufräumen sondern auch für die notwendigen Tore sorgen. Ihm zur Seite stehen weitere Leistungsträger wie Abplanalp, Chavaillaz, Leeger oder Stalder. Somit sollte die Defensive in diesem Jahr nicht das große Problem darstellen.

Sturm

Hier schlug der Besen der neuen Führung richtig erbarmungslos zu. Gleich 13 unter Vertrag stehende Akteure mussten die Spinde räumen. Die Wichtigsten waren: Der Schwede Anton Gustafsson zog es nur wenige Kilometer weiter östlich ins beschauliche Emmental zu den Langnau Tigers. Sein Kontingent-Kollege Greg Mauldin soll jetzt an der Ingolstädter Donau seine Tore schießen und der Finne Antti Pihlström erhielt ein lukratives Angebot vom finnischen KHL-Club Jokerit Helsinki. Ryan Vesce schließlich blieb in der Schweiz, darf sich beim NLB-Club Olten austoben. Vesce und Mauldin waren beide 35 Jahre alt, da darf der Ausgleich nicht jünger sein (!). Jim Slater kam von Servette Genf, soll das Sturmspiel ankurbeln. Neben Brust startet noch ein weiterer früherer Straubinger in Fribourg: Laurent Meunier. Der französische Nationalspieler besitzt auch einen Schweizer Pass und belastet somit nicht das Ausländerkontingent. Er gilt als sehr guter Zwei-Wege-Spieler mit einer guten Arbeitseinstellung und ein starken Puckbehandlung. Somit die ideale Ergänzung zu Spielern wie Bykov, Cervenka oder auch Neuenschwander. Ein nicht zu unterschätzender Neuzugang ist der 26jährige Matthias Rossi. Er kommt aus Biel, glänzte dort nicht als Assistgeber aber dafür als Torschütze. 25 Tore in 100 Spielen sind keine schlechte Voraussetzung bei einer Mannschaft, die lieber angreift als verteidigt. Neben diesen namhaften Neuzugängen konnten die wichtigsten Akteure, wie z.B. Bykov, Dervenka, Chiquet, Fritsche, Neuenschwander, Mottet, Rivera, Schmutz, Sprunger und Vauclair gehalten werden.

Fazit: Wenn der Sturm wieder zu alter Stärke findet ist alles möglich, mindestens das Viertelfinale. Hockeyweb-Tipp: Nach der Vorrunde zwischen 6 und 9.

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