Informationen zur Abstimmung in Davos

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Am 19. Oktober entscheidet die Davoser Stimmbevölkerung über einen 34,1-Millionen-Franken-Kredit für das Nationale Eissportzentrum Davos. Das zukunftsweisende Projekt wird sowohl von den relevanten politischen Gremien als auch von den wichtigsten lokalen Institutionen befürwortet und umfasst nebst der Sanierung des Eisstadions den Bau einer Trainings-/Mehrzweckhalle, einer 400m-Kunsteisschnelllaufbahn sowie eines Abwärmeverbundes und eines neuen Kunstrasen-Fussballplatzes.

Nachdem anfangs August der Kleine Landrat (Exekutive) Ja zum Projekt «Nationales Eissportzentrum Davos» gesagt hat, gab auch der Grosse Landrat (Legislative) am 21. August dem Projekt seinen Segen. Nun werden die Davoser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 19. Oktober das letzte Wort haben und über einen Kredit in der Höhe von 34,1 Mio. Franken entscheiden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 39,6 Mio. Franken, wobei der Bund im Rahmen des Nationalen Sportanlagenkonzepts (NASAK) 4 Mio. Franken und der Kanton Graubünden 1,5 Mio. Franken beisteuern.

Galt Davos früher als Mekka des Eissports, so erlitt dieser Ruf 1977 einen argen Dämpfer, als die Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften wegen eines Wärmeeinbruchs noch am Eröffnungstag abgebrochen werden mussten. Seither haben in Davos keine Weltmeisterschaften mehr stattgefunden, obwohl gerade die Hauptmärkte dieser Sportart (Deutschland, Holland, USA) mit den ausländischen Zielmärkten von Davos Tourismus identisch sind. Mit der Einweihung des architektonisch eindrücklichen Eisstadions im Jahr 1979 und dem Spengler Cup konnte sich Davos zumindest im Eishockey weiter auf internationalem Niveau behaupten. Um dies auch in Zukunft zu gewährleisten und um wieder internationale Wettkämpfe im Eisschnelllauf und Eiskunstlauf durchführen zu können, entstand das Projekt «Nationales Eissportzentrum Davos».

Ein wichtiges Element des Nationalen Eissportzentrums ist die Modernisierung der altehrwürdigen Eishalle. Das Projekt sieht eine Erneuerung der Infrastruktur wie Garderoben, Zuschauerräume, Cateringbereiche, Sanitäranlagen und Nebenräume vor. Grösster Kostenfaktor ist mit knapp 7 Mio. Franken der Neubau der veralteten Nordtribüne, mit der die aus Sicherheitsgründen erforderliche Reduktion der Stehplätze auf der Südtribüne teilweise wettgemacht werden. Weiter soll das ganze Eisstadion den neuen Sicherheitsbestimmungen angepasst werden, damit es auch künftig als Stadion für Grossanlässe wie den Spengler Cup oder Eiskunstlauf-Titelkämpfe genutzt werden kann. Bei Annahme der Vorlage erfolgt der Baubeginn der ersten Etappe bereits im nächsten Sommer, die Fertigstellung ist auf 2005 geplant. Die Kosten für die Modernisierung des Eisstadions belaufen sich auf 12,7 Mio. Franken.

Für die Durchführung von internationalen Eiskunstlauf- und Eishockeyanlässen sind zwei Hallen erforderlich. Dies soll durch den Neubau einer multifunktional nutzbaren Trainings- und Mehrzweckhalle über dem heutigen Aussenfeld erfolgen, von der auch die grosse und erfolgreiche Nachwuchsabteilung des HC Davos profitieren würde. Die Halle könnte aber auch für Anlässe mit bis zu 2500 Personen genutzt werden und würde das bisherige Angebot von Davos im Bereich der Kongresslokalitäten ideal ergänzen. Gleichzeitig mit dem Bau der Halle soll die bestehende und nicht mehr zeitgemässe Kälteanlage umgebaut und den neuen Sicherheits- und Energievorschriften angepasst werden. Die Realisierung der 13,7 Mio. Franken kostenden Trainings- und Mehrzweckhalle ist auf das Jahr 2006 geplant.

Mit dem Bau einer 400m-Kunsteisschnelllaufbahn soll die Tradition von Davos als Hochburg des Eisschnelllaufs wiederbelebt werden. Mit der neuen Bahn steht den Eisschnellläufern von Oktober bis Ende März rund 7200 Quadratmeter Kunsteis zur Verfügung, was die Durchführung von nationalen und internationalen Wettkämpfen ermöglicht. Zudem haben bereits mehrere internationale Verbände ihr Interesse für die Durchführung von Trainingscamps bekundet, ist doch Davos mit seiner Höhenlage für solche Trainingslager prädestiniert. Der Bau der Kunsteisschnelllaufbahn erfolgt bei Annahme des Projekts im Jahr 2007, die Kosten betragen 10,6 Mio. Franken.

Die durch den Ausbau der Kunsteisfläche entstehende Abwärme soll zur Heizung des Hallen- und Aussenbades genutzt werden. Durch den Einbau von Wärmepumpen bei der Kälteanlage und der Realisierung einer Fernwärmeleitung vom Sportzentrum zum Hallenbad (Kosten: 1,2 Mio. Franken) können so pro Jahr rund 250 Tonnen Heizöl durch erneuerbare Energien ersetzt und 750 Tonnen CO2 eliminiert werden. Letzteres entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoss von 75 durchschnittlichen Schweizer Haushalten. Dank modernen Anlagen und den neu isolierten Hallen (Eisstadion und Trainings-/Mehrzweckhalle) kann soviel an Energie eingespart werden, wie es zusätzliche Energie für die längere Betriebsdauer braucht. Somit ermöglicht das Nationale Eissportzentrum eine längere Betriebsdauer bei gleich viel Energie.

Mit der Realisierung der 400m-Kunsteisschnelllaufbahn wird in jedem Fall ein neuer Fussball-Kunstrasen erforderlich. Sollte der Einbau eines inzwischen von der UEFA anerkannten Langfloor-Kunstrasenfeldes auf dem Sportplatzareal möglich sein, entfällt die ursprüngliche Absicht, diesen Kunstrasen auf dem Sportzplatz Bünda in Davos Dorf zu realisieren. Die Realisierung dieses Projekts in der Höhe von 1,8 Mio. Franken ist in den Jahren 2008/2009 geplant.

Sowohl die politischen Entscheidungsgremien (Kleiner und Grosser Landrat) als auch die wichtigsten lokalen Institutionen (Davos Tourismus, Hockey Club Davos, Internationaler Schlittschuhclub Davos, Hotel-Gastro Davos, Handels- und Gewerbeverein Davos) sind überzeugt, dass das Nationale Eissportzentrum eine Investition in den Eissport und eine sinnvolle und nachhaltige Investition in die Zukunft von Davos ist. Die Tradition und die Kernkompetenz im Eissport könnten so für die Zukunft gesichert werden. «Diese Investitionen bedeuten nicht nur eine Verbesserung des Angebotes, sondern auch eine Absicherung der touristischen und wirtschaftlichen Zukunft von Davos», sagt Hanspeter Angerer, Verwaltungsratspräsident von Davos Tourismus. Das Nationale Eissportzentrum sei eine einmalige Chance, die es zu nutzen gelte. Dieser Meinung ist auch Mario Gubser, Präsident von Hotel-Gastro Davos: «Dank dem Nationalen Eissportzentrum finden in Davos mehr Trainingslager und Events statt, von denen die Hotellerie und die Gastronomie sowie Gewerbe und Handel direkt profitieren.» HCD-Präsident Georg Gasser ergänzt, dass die Investitionen in das Eisstadion und den Bau einer Trainingshalle unumgänglich seien, wenn der Spengler Cup und der Hockey Club Davos in Zukunft konkurrenzfähig bleiben wollen. Und Claudio Meng, Präsident des Internationalen Schlittschuhclubs Davos (ISCD), gibt zu bedenken: «Ein Nein zum Nationalen Eissportzentrum bedeutet den Verlust der Davoser Kernkompetenz Eissport.»

Bezüglich der in einigen Kreisen in Frage gestellten Finanzierung des Projekts, ist Reto Müller, Präsident des Abstimmungskomitees «Ja zum Nationalen Eissportzentrum Davos», nicht um Antworten verlegen. «Bei Ablehnung des Projekts müssen wir trotzdem rund 15 Millionen in die bestehenden Anlagen investieren, nur beteiligen sich dann weder Bund noch Kanton an den Kosten und wir sind dann immer noch kein Nationales Eissportzentrum», sagt Müller. Bei der Abstimmung gehe es deshalb nicht primär darum, ob sich Davos das Nationale Eissportzentrum leisten kann, sondern vielmehr, ob es sich Davos leisten kann, diese einmalige Chance nicht zu nutzen.

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