Genf orientiert sich nach obenVorschau der NLA-Saison 2015/16 – Teil 2

In der laufenden CHL-Saison holte Servette Genf, hier mit Matthew Lombardi (links) und Marco Pedretti, erst zwei Punkte. In der NLA wollen sie aber öfter Grund zum Jubeln haben. (Foto: Imago)In der laufenden CHL-Saison holte Servette Genf, hier mit Matthew Lombardi (links) und Marco Pedretti, erst zwei Punkte. In der NLA wollen sie aber öfter Grund zum Jubeln haben. (Foto: Imago)
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So sieht es vor der Saison in der NLA bei Servette Genf, dem HC Fribourg-Gottéron, den Kloten Flyers und Aufsteiger SC Langnau Tigers aus.

Servette Genf

In Genf, der Hauptstadt der Westschweiz, mussten die Uhren, entgegen der Gewohnheit, in der letzten Saison zurückgestellt werden. 2012 Platz 9, 2013 Platz 7, 2014 Platz 4. Der Trend ging nach oben und niemand hätte sich beschwert, wenn der Vizetitel oder vielleicht sogar der nationale Titel am Saisonende herausgekommen wäre. Als im Dezember gar der Spengler-Cup geholt wurde, da war das Ziel klar: Finale.

Tatsächlich wurde es Platz sechs und wenigstens das Halbfinale war erreicht worden. Somit ist das Ziel von Coach Chris McSorley klar: Halbfinale und mehr.

Tor: Hier wird es zu einem Zweikampf zwischen Christophe Bays (24) kommen und Robert Mayer(25). Beide haben einen Gegentorschnitt von 2,8 mit einer Fangquote knapp unter 90 Prozent. Das ist gut, aber nicht außergewöhnlich.  Mit diesen beiden Keepern ist es fast unmöglich, höhere Sphären zu erreichen. Coach McSorley wird Geduld haben müssen.

Verteidigung: Neuer Führungsspieler ist der Neuzugang von Absteiger Rapperswil, Johan Fransson. Der 30-jährige Schwede, bis auf einen Abstecher nach St. Petersburg, nicht im Ausland  tätig, gilt als ausgezeichneter Organisator mit Offensivstärken. Eine Eigenschaft, die in Genf nicht nur geschätzt wird, sondern die das Team auch bitter nötig hat. Ein weiterer Leithammel ist Goran Bezina. Der Schweizer mit kroatischem Pass ist seit zehn Jahren Kapitän in Genf, scort als Verteidiger regelmäßig um die 50 Punkte. Die restlichen Verteidiger kennen ihr Handwerk, können vor allem physisch mithalten, gleich drei von ihnen bringen über 100 Kilogramm auf die Waage.

Sturm: Gleich sechs Kanadier, davon zwei mit Schweizer Pass, zieren die Attacke-Abteilung der Servetois. Wichtigste Akteure sind dabei Alexandre Picard, Tom Pyatt und Cody Almond. Aber auch Akteure wie d`Agostini, Gerber, Romy, Rubin und Wick sind immer für Punkte gut. Kampfkräftigster Spieler ist sicherlich der US-Schweizer Christopher Rivera. Er gilt als Mann für die Ecken mit Sinn für das Mannschaftsspiel, wobei zuletzt regelmäßig mehr als 100 Strafminuten pro Saison auf seinem Konto standen. Mit Damien Rat haben die Genfer auch ein Supertalent in ihren Reihen. Der 18-Jährige ging nach seiner Ausbildung in die USA, danach nach Schweden und soll nun der dritten oder vierten Reihe Antrieb geben.

Tipp: Servette Genf wird eine gute, aber keine überragende Rolle spielen. Zwischen Platz drei und sieben kommt am Ende raus.

HC Fribourg-Gottéron

Seit 35 Jahren gibt es in Fribourg NLA-Hockey zu sehen, aber noch nie wurde der Verein Schweizer Meister. Am nächsten war man am Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, als man dreimal in Folge Vizemeister wurde. Ob es in dieser Saison besser läuft, wird man sehen, besser als in der letzten Saison sollte es allerdings werden.

Tor: Nummer 1 ist und bleibt Benjamin Conz. Zweiter Mann wird Reto Lory sein. Sein Nachteil ist, dass er praktisch keinerlei NLA-Erfahrung verfügt. Ihm im Nacken sitzt der 20-jährige Ludovic Waeber. Der U20-Nationalspieler hat im Erwachsenenbereich noch keine Erfahrungen sammeln dürfen. Somit liegt die ganze Last auf Conz und man kann nur hoffen, dass der Keeper sich nicht verletzt.

Verteidigung: Nicht nur in Genf, auch in Fribourg besitzt man einen Alexandre Picard. Dieser führt jedoch die Defensive, die in der letzten Saison recht anfällig war. Zweiter Kanadier ist Joel Kwiatkowski. Ein immer noch eminent wichtiger Crack, der seine Leute zusammen halten kann. Auch Ngoy, Abplanalp und Kamerzin sind gestandene Abwehrspieler. An die Liga herangeführt werden sollen David Wildhaber und Yannick Rathgeb. Letzterer fungiert auch als Kapitän der U20- Nationalmannschaft.

Sturm: Hier ist Fribourg, das traditionell immer viel Wert auf Offensivpower setzt, international besetzt. Ganze acht echte Schweizer sind nominiert. Die vier bekanntesten von ihnen sind Loichat, Plüss, Sprunger und Vauclair. Die drei stärksten Akteure sind alle außerhalb der Schweiz geboren, besitzen aber die rot-weißen Dokumente: Andrey Bykov, John Fritsche und Ryan Gardner. Letzterer hat bis jetzt 960 NLA-Spiele auf dem Konto und sollte bei einer verletzungsfreien Saison die 1000er-Marke knacken. Dazu kommen noch der US-Boy Greg Mauldin, der Finne Sakari Salminen und der Franzose Pierrick Pivron.  Den Nachwuchs vertreten Nathan Marchon und Flavio Schmutz.

Tipp: Wenn Fribourg die Defensivschwächen abstellt und konzentrierter spielt, wird die Saison deutlich besser als die Letzte.

Kloten Flyers

Die Jungs vom wichtigsten Schweizer Flughafen haben zwei merkwürdige Jahre hinter sich. Vor der Saison 2013/14 waren sie praktisch finanziell mausetot. Sie mussten mit einem Notteam antreten und erreichten letztendlich das Finale, ausgerechnet gegen den Stadtrivalen aus Zürich. Das ging zwar 0:4 verloren, aber man hatte den Respekt der Liga. Ein Jahr klappte gar nichts. Man rutschte in die Play-downs, konnte aber dem „Sensenmann“ von der Schippe springen. Jetzt soll alles besser werden. Wird es das auch? Wir werden sehen.

Tor: Im Kasten weiterhin die Nummer 1 ist Martin Gerber. Der 41-Jährige, 2006 sogar mit Carolina Stanley-Cup-Sieger, steht regelmäßig etwa 45 Mal pro Saison im Kasten und kassiert dabei im Schnitt 2,3 Gegentore. Der Back-up ist in diesem Fall nicht zu beneiden. Luca Boltshauser hat aber durchaus das Zeug, sein großes Vorbild mittelfristig zu beerben.

Verteidigung: Neun Schweizer und ein Schwede. Erik Gustafsson, 26-jährig und aus Omsk (KHL) gekommen, soll zusammen mit den altgedienten Rene Back, Franco Collenberg und Philippe Schelling die Truppe nach vorne bringen. Dass auch Klotens Chef-Stratege Sean Simpson auf den Nachwuchs setzt, zeigt sich daran, dass gleich drei U20-Spieler in der Defensive auftauchen: Xeno Büsser, Edson Harlacher und Joel Steinauer.

Sturm: Sogar ein Deutscher mischt bei Kloten mit. Mark Olver, 27-Jähriger aus den USA, zuletzt in Sotschi tätig, soll zusammen mit seinem Kapitän, dem Rumänien-Schweizer Victor Stancescu und dem Top-Finnen Tommi Santala die Kastanien aus dem Feuer holen. Die Schweizer Offensive ist durchaus prominent besetzt. Dennis Hollenstein konnte in nur 250 NLA-Spielen 170 Mal scoren, Peter Guggisberg kann auf 550 NLA-Spiele zurückblicken und Steve Kellenberger hat in fast 400 NLA-Spielen über 120 Punkte fabriziert. Um die Offensive noch weiter zu stärken, wurde der US-Amerikaner Chad Kolarik aus Omsk verpflichtet. Der vielfältig einsatzbare Spieler scorte in Omsk in 41 Spielen 24 Mal, ein starker Wert. Dazu kommen noch Cracks wie Bieber, Lemm, Obrist und Hartmann.

Tipp: Kloten wird nicht so absacken wie in der letzten Saison. Wenn die Defensive wieder zu alten Stärken zurückkehrt, dann sollte am Ende der Vorrunde ein Platz zwischen fünf und neun zu Buche stehen.

SC Langnau

Die NLA hat einen alten Bekannten wieder. Die Tiger aus Langnau waren von 1998 bis 2013 Stammgast in der NLA, mussten dann überraschend absteigen, standen zweimal in Folge im Finale der NLB, einmal verloren sie, beim zweiten Mal klappte es. Sie schickten die Rapperswiler in die NLB und dürfen nun zur Belohnung wieder gegen Bern, Zürich und Genf antreten. Das Ziel ist klar: Den Abstieg vermeiden.

Tor: Stammkeeper, zumindest zunächst, wird der Schweiz-Italiener Damiano Ciaccio sein. Der 26-Jährige stand in der letzten Saison 50 Mal im SCL-Kasten und erreichte einen Gegentorschnitt von 2,35. Das gibt Mut. Sein Herausforderer ist der Lette Ivars Punnenovs, zuletzt Stammkeeper ausgerechnet beim Relegations-Rivalen Rapperswil. Der Zweikampf dieser beiden kann Headcoach Benoit Laporte nur recht sein.

Verteidigung: Der NHL erfahrene Finne Ville Koistinen kam über Davos zum SCL und soll die Defensive stärken. Der zweite Ausländer ist auch in der DEL bekannt, wenigstens in Köln. Der Franzose Kevin Hecquefeuille, 2009/10 in der Domstadt, bestreitet nun schon die dritte Saison in Langnau. Alle anderen sind Schweizer Akteure, wobei die meisten schon die 30-Jahre-Grenze überschritten haben, wie bei Bärtschi, Grossweiler, Lindemann  und Stettler.

Sturm: Viel hängt von dem Zusammenspiel der amerikanisch-kanadischen Fraktion ab. Erster Führungsspieler wird sicherlich der Ex-Krefelder bzw. Ex-Hamburger Kevin Clark sein. Aber auch Chris Didomenico und Jordy Murray müssen unbedingt schnell und präzise einschlagen, wenn Langnau sich den Klassenerhalt sichern will. Ebenfalls als sehr wichtig könnte sich Anton Gustafsson erweisen. Der Schwede, 2008 von den Washington Capitals als Nummer 21 gedraftet, galt als schludriges Talent. In der Vorrunde der letzten Saison erbrachte er in 13 Spielen für Langnau ganze zehn Punkte und alle erwarteten seine Ablösung. Aber ausgerechnet in den Play-offs erwachte sein Kampfgeist. 20 Punkte in 17 Spielen erbrachten Langnau den Aufstieg und Gustafsson einen erneuten Vertrag. Mit Abstand erfahrenster Spieler ist Sven Lindemann. Der frühere Akteur in Zug und Kloten hat mittlerweile über 900 Spiele auf dem Buckel, scorte aber zuletzt immerhin 54 Mal in 65 NLB-Spielen.

Tipp: Langnau wird in der Vorrunde zwischen Platz neun und zwölf landen. In der Relegation werden die Karten neu gemischt und das Langnau gute Nerven hat, zeigte die letzte Saison.

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CHL PlayOffs

Dienstag 12.11.2019
Skellefteå AIK Skellefteå
- : -
Djurgårdens IF Stockholm
Färjestads BK Färjestad
- : -
Frölunda HC Frölunda
Tappara Tampere Tampere
- : -
EV Zug Zug
HK Junost Minsk Minsk
2 : 3
EHC Red Bull München München
HC Plzeň 1929 Plzeň
- : -
Lausanne HC Lausanne
Augsburger Panther Augsburg
- : -
EHC Biel Biel
SC Bern Bern
- : -
Luleå HF Luleå
Mittwoch 13.11.2019
Mountfield HK Hradec Králové
- : -
Adler Mannheim Mannheim