Gegenpol zur NHL?

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Der russische Verbandspräsident Vladislav Tretjak setzt die bei einigen einheimischen Clubs umstrittenen Expansionsplänen der russischen Superliga ins Ausland fort. Dienstag bei einer Sitzung im Kreml mit Sportminister Vjacheslav Fetisov erhielt er vom Staatspräsidenten Vladimir Putin das OK. Möglicherweise schon ab 2008 soll die Superliga wie zu Sowjetzeiten auch Mannschaften ausserhalb Russlands umfassen und sich "Offene Meisterschaft Russlands" nennen. Fetisov spricht gar von einer "euroasiatischen Liga".

In Gespräch ist man mit Standorten in Lettland, Kasachstan, der Ukraine und Weissrussland. Damit will man einen Gegenpol zur NHL bilden.

In der kommenden Saison erhalten die kasachischen Teams in der zweithöchsten russischen Liga Vysshaja-Liga die Berechtigung, um den Aufstieg zu spielen. Seit Jahren nehmen Kazakhmys Satpajev (früher Karaganda) und Kazzinc Torpedo Ust-Kamenogorsk ohne Aufstiegserlaubnis teil und werden wohl um ein drittes Team Barys Astana aus der kasachischen Hauptstadt ergänzt.

Nun wird auch mit dem lettischen Meister HK Riga 2000 verhandelt. Dieser könnte möglicherweise bereits die kommende Saison aufgenommen werden und strebt mit zu findenden Sponsoren und der 12 000 Zuschauer fassenden Arena Riga im Rücken einen Spitzenplatz und den Aufstieg in die Superliga innerhalb der kommenden Jahre an. Auch werden Beziehungen zum sich auf dem absteigenden Ast befindenden ukrainischen Verband aufgebaut mit dem Ziel, ein Superliga-Team in Kiew zu platzieren. So könnte Sokol Kiew, das derzeit in der weissrussischen Liga spielt, ebenfalls dieses oder nächstes Jahr in der zweithöchsten Liga Russlands spielen. Derzeit wird nach Sponsoren gesucht. Das Problem ist, dass die einzige moderne Eishalle in Kiew nur 2000 Zuschauer fasst.

In der weissrussischen Hauptstadt Minsk wird derzeit ein Stadion für 15 000 Zuschauer gebaut - auch in Hinblick auf eine mögliche Teilnahme in der russischen Superliga. Der weissrussische Staatspräsident Alexander Lukaschenko lehnte die Teilnahme einer Minsker Mannschaft an der Vysshaja-Liga jedoch (vorerst) ab und will die nationale Meisterschaft stärken.

Die Superliga selbst soll nächste Saison 19 oder 21 Mannschaften umfassen. Als Aufsteiger für die nächste Saison steht Torpedo Nizhny Novgorod fest. Dazu kehrt Spartak Moskau nach einem Jahr Pause aufgrund von finanziellen Problemen und dem Tod des Präsidenten bei einem Flugzeugabsturz zurück. Offen scheint noch, ob die beiden Letztplatzierten Amur Khabarovsk und Krylia Sovjetov Moskau ihren Platz in der Superliga behalten dürfen oder absteigen müssen. Dies soll nach entsprechenden Versammlungen bis Ende Monat geklärt sein. Nicht mehr im Ligabetrieb sein wird die für die WM gebaute Khodynka Arena. Dynamo Moskau zieht in die kleinere MSA Arena Luzhniki um, weil der Hallenbetreiber terminlich den Eishockey-Meisterschaftsbetrieb nicht garantieren wollte.

Martin Merk - hockeyfans.ch

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