Es ist angerichtet in StraubingWorld Legends Hockey League

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Am anstehenden Wochenende findet in Straubing das Final-Four-Turnier der World Legends Hockey League statt (wir berichteten). Hannes Süß, 1. Vorstand des EHC Straubing berichtet über das, was rundherum geplant ist: „Am Samstag und Sonntag beginnt etwa eine Stunde vor dem ersten Spiel ein Fanfest mit Biergartenbetrieb vor dem Stadion. Das wird eine recht zünftige Geschichte. Wir wollen das Ganze aber familiärer halten. Das Eishockey sagt ja immer, es ist eine Familie. Die Fans untereinander sind eigentlich auch eine Familie, nur in den Farben getrennt. Das wollen wir zeigen, dass wirklich jeder herzlich willkommen ist.“ Und die Fans nehmen dabei auch einiges an Reise auf sich. Süß weiter: „Wir haben zum Beispiel Kartenreservierungen aus Hamburg, aus Prag, aus Berlin. Die Leute kommen wirklich von weit her nach Straubing. Denen wollen wir natürlich nicht nur etwas im Stadion bieten, sondern auch etwas rundherum.“ Doch bei einem Bier und einem Händl soll es nicht bleiben. „Zudem soll es Autogrammstunden geben, nicht mit allen, aber mit einigen. Nach dem Finale gibt es eine dementsprechende Siegerehrung. Von den American Footballern der Straubing Spiders haben wir die kompletten Cheerleader gewinnen können. Die tanzen nicht nur vor dem Spiel, sondern auch in den Unterbrüchen auf den Rängen“, erzählt Süß.

Doch alles war bisher purer Stress und sehr zeitintensiv. Manfred Lermer, 2. Vorstand des EHC Straubing meint mit einem Schmunzeln: „Wenn wir vorher gewusst hätten was auf uns zukommt, hätten wir es vielleicht nicht gemacht. Von daher ist es vielleicht ganz gut, dass wir nicht so viel wussten. Es sind viele Aufgaben und Tätigkeiten, aber es macht unglaublich viel Spaß.“ Süß betont: „Es wird alles gelöst, dass dieser Event einen würdigen Rahmen bekommt.

Das ist nicht irgendeine Amateurveranstaltung, sondern eine höchst professionelle Veranstaltung. Wir wollen natürlich alles erfüllen und den Spielern und Legenden den dementsprechenden Rahmen bieten.“ Dabei ist das rundherum nur noch der organisatorische Draufschlag. Insgesamt gehören zum Orga-Team zehn Mann und für die Spieler-, Schiedsrichter- und Pressebetreuung, Leitstellenpersonal, für die Verkaufsstände und zudem werden nochmal etwa 70 ehrenamtliche Helfer im Einsatz sein.

Dabei stellt die World Legends Hockey League auch einige Ansprüche, die es umzusetzen gilt. Dabei ist das Brandig auf dem Eis und den Banden noch eine der am einfachsten zu regelnden Dinge. Hannes Süß verrät: „Eine der Auflagen war die Unterbringung. Es kommen Eishockeystars, die einen gewissen Standard gewöhnt sind, da muss man sehen, dass man dementsprechende Hotels hat. Es geht nur ab vier Sterne aufwärts. Für eine Stadt wie Straubing kann das schwierig werden, denn wir sprechend insgesamt von fast 100 Personen. Wir haben fast halb Straubing reserviert.“

Auch für die Spieler wurde ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Manfred Lermer plaudert aus dem Nähkästchen: „Ursprünglich wollten die Russen am Samstag anreisen, aber die haben dann erfahren, dass wir einen bayerischen Abend vollziehen. Mit bayerischer Musik und der Trachtenverein „Immergrün“ wird auftreten. Daraufhin haben die ihren Flieger umgebucht und kommen jetzt doch schon am Freitag. Das wollten die sich nicht entgehen lassen. Das BMW-Werk Dingolfing hat sofort eine Werksführung angeboten, auch die Firma Sennebogen hat sich bereiterklärt eine Werksführung zu machen. Und am Sonntagabend nach der Siegerehrung gibt es einen Galaabend, sozusagen am Abschuss der Veranstaltung.“

Zudem ist das Medieninteresse sehr groß. Manfred Lermer sagt: „Bis jetzt liegen uns etwa 25 Akkreditierungsanfragen vor. Wir werden wohl einige auf normale Zuschauerplätze setzten müssen. Das Medienecho ist wirklich sehr groß.“ In Straubing gibt es 24 Presseplätze, die bei DEL-Spielen der Straubing Tigers in der Regel reichen. Schon daran kann man erkennen, dass dieser Event ein besonderer ist. Auch die Pressearbeiter treibt es aus allen Ecken nach Straubing. Tobias Welck, der die Medienarbeit für die Veranstaltung macht, berichtet: „Es handelt sich dabei aber nicht nur um deutsche Kollegen. Heute hat sich zum Beispiel jemand aus Österreich gemeldet, es ist ein Tscheche dabei. Drei kommen direkt mit den Russen mit dem Flieger. Kartina.TV, ein russischsprachiger Sender aus Deutschland, kommt mit sechs Mann, es kommen auch zwei Damen von der Liga.“ Süß ergänzt: „Vom Aufwand grenzt das schon an ein Länderspiel.“

Da die Pause zwischen den beiden Spielen recht lang ist, suchten die Organisatoren noch nach einem Pausenfüller. Doch was dabei raus kam, ist weit mehr als ein Lückenbüßer. Hannes Süß erzählt: „Wir hatten verschiedene Ideen, unter anderem ein Public Viewing eines Fußballspieles. Aber wir machen hier Eishockey und nicht Fußball.“ Letztendlich hatte Christian Helber die zündende Idee. Denn zwischen den beiden Halbfinalen spielen die Straubing All Stars gegen die Straubing Oldies.

Oliver Vöst, der für die Straubing Oldies anwesend war, zeigte sich von dem Vorschlag von Anfang an begeistert: „Wir haben überhaupt nicht überlegen müssen. Christan hat mich am Freitag angerufen. Wir waren gerade auf einem Trip nach Wien und es war für uns recht schnell klar, dass wir bei so einem Event dabei sein wollen. Jeder von uns spielt gerne Eishockey.“ In seinem Team werden unter anderen Christian Penzkofer, Helmut Kößl, Helmut Schweiger, Rainer Schuster, Uwe Klug oder Sascha Werner auflaufen. Vöst meint: „Wir werden ganz gut aufgestellt sein.“

Für die Straubing All Stars kam John Sicinski, aktuell Headcoach des Deggendorfer SC in der Oberliga Süd. Für ihn war es nicht so einfach. Er erzählt: „Es war wirklich so, dass ich mehr Ab- als Zusagen bekommen habe, aber es war einfach am Samstagabend. Es sind ja viele Auswärtige und da ist es nicht ganz so einfach. Viele wären gerne dabei gewesen, aber ich bin immer noch zufrieden. Wir haben alte bis jetzige Tigers.“ Für die All Stars laufen zum Beispiel Thomas Kulzer, Josef Menauer, Andy Lupzig, Andreas Dimbat, Thomas Wilhelm, Dustin Whitecotton, Peter Flache und aus dem aktuellen Kader Sandro Schönberger und Stefan Loibl. Sicinski meint lachend: „Wir müssen mal schauen, ob wir vor dem Spiel noch ein paar Trades machen, dass es ein bisschen ausgeglichener wird.“ Und er meint weiter: „Es geht einfach um den Spaß und wir freuen uns alle auf das Spiel. Wir freuen uns, dass wir uns alle wiedersehen.“ Auch er ist von dem Gesamtevent sehr angetan: „Das waren die Idole als ich aufgewachsen bin. Das ist wirklich etwas Besonderes, das ist einmalig das du da so nah dran bist. Die werden das bestimmt ernst nehmen und es wird Top-Eishockey zu sehen sein.“

Die Idole von denen Sicinski spricht sind zum Beispiel Jiří Šlégr, František Kučera, Radek Ťoupal, David Pospíšil, Martin Štrbák, Slavomir Vorobel, Róbert Petrovický, Rolf Wanhainen, Thomas Rhodin, Leif Rohlin, Thomas Rundqvist, Challe Berglund, Slava Fetisov, Alexei Kasatonov, Alexei Gusarov, Igor Larionov, Pavel Bure, Alexei Zhamnov, Sergei Fedorov und noch einige mehr. Insgesamt sind stand heute 77 Legenden gemeldet.

Was noch fehlt ist das dritte Team – die Schiedsrichter. Hier werden Willi Schimm, der nächstes Jahr nicht mehr DEL pfeift, der gebürtige Lette Erich Singaitis und auch ein russischer Profischiedsrichter zum Einsatz kommen.

Alles in allem wird es eine Veranstaltung, die man sich als Eishockeyfan nicht entgehen lassen darf.

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