Eishockeyweltverband-Präsident Rene Fasel zur Inline-Hockey-Zukunft

Inline-WM: Thomas Greilinger traf 17 Sekunden vor dem Ende zum 5:4-SiegInline-WM: Thomas Greilinger traf 17 Sekunden vor dem Ende zum 5:4-Sieg
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Am Rande der Inline-Hockey-Weltmeisterschaft traf sich Hockeyweb mit Rene Fasel, dem Präsidenten des Internationalen Eishockeyverbandes (IIHF), und sprach mit ihm über Inline-Hockey und die Zukunft dieser Sportart.

Herr Fasel, zur Zeit findet in Nürnberg die sechste

Inline-Hockey-Weltmeisterschaft statt. Welchen Stellenwert hat die noch junge

Sportart Inlinehockey innerhalb des Eishockey-Weltverbandes (IIHF)?

Das ist eine gute Frage, die momentan gar nicht so einfach zu beantworten

ist. Primär ist unser Geschäft das Eishockey. Als der Inlinehockey-Sport

aufkam, haben wir uns entschlossen, die Sportart bei uns im Verband mit

aufzunehmen, weil Inlinehockey dem Eishockey sehr ähnlich ist. Zur Zeit gibt es

innerhalb des Verbandes verschiedene Denkmodelle, was die Zukunft des Sports

betrifft.

Nach der Eishockeyweltmeisterschaft ist erneut Nürnberg der

Austragungsort einer großen Veranstaltung des Weltverbandes, was gab den

Ausschlag für die Arena-Nürnberg?

Der DEB und die Stadt Nürnberg haben sich sehr intensiv um diese

Weltmeisterschaft bemüht. Nürnberg ist eine Sportstadt. Nach den guten

Erfahrungen bei der Eishockey-Weltmeisterschaft, war uns diese Bewerbung sehr

recht. Allein das Außengelände hier in Nürnberg rund um die Arena ist ideal für

den Inline-Sport und sucht sicher weltweit seines gleichen.

Herr van Rijswijk, der Inline-Beauftragte des Weltverbandes sprach kürzlich

von Ideen, die Inline-Hockey-Weltmeisterschaft vielleicht sogar längerfristig

in Nürnberg zu etablieren. Wie sehen sie diese Entwicklung?

Ich hätte nichts dagegen, wenn Nürnberg die Inlinehockey-Metropole

schlechthin in Europa werden würde. Man muss jetzt erst einmal das ganze

Turnier abwarten und sich dann in Ruhe zusammen setzen, um über die Zukunft der

Sportart innerhalb des Weltverbandes zu reden. Aber denkbar wäre die Dauerlösung

Nürnberg schon.

Wie sehen sie den bisherigen sportlichen Verlauf des Turniers? Macht es

Sinn, wenn man Ergebnisse wie das 58:0 von Schweden gegen Chile betrachtet,

weiterhin mit 16 Mannschaften die Weltmeisterschaft zu spielen?

Ja das ist wirklich ein Problem. Ich persönlich würde auch nicht gerne so

hoch verlieren wollen. Es wird wahrscheinlich so sein, dass wir in Zukunft das

Turnier in zwei Achter-Gruppen aufteilen werden, um diese großen Qualitätsunterschiede

besser aufzufangen. Bis jetzt fehlt einfach noch die Spannung in den Spielen,

aber das wird sich mit Beginn der Zwischenrunde ändern, da bin ich mir sicher.

Die Zuschauerzahlen sind noch nicht berauschend, haben sie ein größeres

Publikumsinteresse erwartet?

Es war uns klar, dass die Vorrunde nicht sonderlich gut besucht werden wird.

Das war in den vergangenen Jahren nicht anders. Leider wissen noch nicht genügend

Menschen wie attraktiv diese Sportart ist. Wenn Deutschland ins Halbfinale oder

noch weiter kommt, dann rechnen wir schon mit über 2.000 Zuschauern.

Trotz allem ist die Abteilung Inline-Hockey immer noch ein Draufzahlgeschäft

für den Weltverband. Wie will man das ändern?

Man muss einfach sehen, dass wir von Beginn an in den Sport investiert haben.

Zur Zeit ist das Budget etwa 200.000 Schweizer Franken pro Jahr. Wenn wir jetzt

damit aufhören würden, wäre im Endeffekt ja alles umsonst gewesen. Es gibt

Stimmen innerhalb des Verbandes, die dahin tendieren, aber ich gehe davon aus,

dass wir weitermachen. Wenn man sich die Spiele anschaut, dann sieht man

ehrlichen Sport und genau das ist unsere Absicht. "Bringing people together"

war von Anfang an unser Motto, was diese neue Trendsportart betrifft. Sieht man

die Teilnehmer bei dieser Weltmeisterschaft, dann kann ich sagen, das ist uns

gelungen. Es sind Nationen aus Südamerika und Asien dabei, wir wollen auch

innerhalb des Eishockey-Weltverbandes diesen Nationen etwas bieten und sie in

unsere Gemeinschaft aufnehmen.

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