Eine Wundertüte, ein Geduldsspiel und eine offene RechnungDie Olympia-Qualifikation in Riga/Lettland

Zwei Schlüsselspieler, Leon Draisaitl und Tobi Rieder (Foto: Imago)Zwei Schlüsselspieler, Leon Draisaitl und Tobi Rieder (Foto: Imago)
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Vom 01.-04. September geht es in der lettischen Hauptstadt um eines der begehrten Olympia-Tickets für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang/ Südkorea. Nachdem die Spiele 2014 in Sotschi verpasst wurden, ist das DEB-Team auf Wiedergutmachung aus. Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen und die damit verbundene Sportförderung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), für das deutsche Eishockey von enormer Bedeutung.
Neun von zwölf Olympia-Teilnehmern stehen bereits fest. In den kommenden Tagen finden drei Qualifikationsturniere statt, wo die letzten drei Tickets vergeben werden. Deutschland trifft in einer s.g Einfachrunde auf Japan, Österreich und Lettland. Nur der Gruppensieger löst das Ticket für Pyeongchang. Wir haben für Euch einen Blick auf die drei Gegner der deutschen Nationalmannschaft geworfen.
Das Vier-Nationen-Turnier in Riga beginnt am frühen Donnerstagnachmittag (ab 14:30, live auf SPORT1) mit dem Duell des DEB-Teams gegen Japan. Die Japaner bereiteten sich in den letzten Wochen in Ingolstadt und Köln auf das Turnier in Lettland vor. Beim Köln Cup mussten sie sich sowohl den Kölner Haien, als auch der Düsseldorfer EG geschlagen geben. Die Japaner sind die Wundertüte der drei deutschen Gegner. Japans Headcoach Greg Thomson kennt sich allerdings bestens aus im deutschen Eishockey. Der Deutsch-Kanadier spielte von 1985 bis 1999 in Deutschland Eishockey, stand sechs Mal für die Nationalmannschaft auf dem Eis und coachte nach der aktiven Karriere bis 2015 an verschiedenen Standorten in Deutschland. Auch einige Spieler konnten in den letzten Jahren immer wieder an der Vorbereitung diverser DEL-Klubs teilnehmen. Shuhei Kuji lief in der letzten Saison 45 Mal für die Eisbären Berlin auf. Probleme sollte das DEB-Team mit den schnellen Japanern nicht haben, der individuelle Qualitätsunterschied ist am Ende, wenn alles normal läuft zu groß.
Anders sieht es dann am Freitag (14:30 Uhr, live auf SPORT1) beim Spiel gegen die Österreicher aus. Gegen das Nachbarland erwartet das Team von Marco Sturm ein hartes Duell auf Augenhöhe. Auf ihren Topstar Thomas Vanek (Detroit Red Wings) müssen die Österreicher in Riga allerdings verzichten. Der Stürmer sagte die Teilnahme am Turnier trotz großer Bemühungen des Verbandes ab. Mit Michael Grabner (New York Rangers) und Michael Raffl (Philadelphia Flyers) konnte Teamchef Alpo Suhonen zwei NHL-Cracks in sein Aufgebot. In der Vorbereitung auf die Qualifikation musste sich Österreichs Nationalteam zweimal deutlich gegen Norwegen geschlagen geben (1:6 & 2:6). Für die deutsche Mannschaft fällt die Vorbereitung auf Team Österreich besonders schwer, dies unterstreicht auch Nationaltrainer Marco Sturm: „Sie haben von Turnier zu Turnier immer eine andere Mannschaft auf dem Eis.“ Eine offene Rechnung hat die DEB-Auswahl mit den Österreichern noch zu begleichen, schließlich verloren sie gegen Österreich das entscheidende Spiel um die Qualifikation für die Winterspiele 2014.
Am Sonntagnachmittag (17 Uhr, live auf SPORT1) kommt es dann zum Duell mit Gastgeber Lettland. „Gegen Lettland wird es sehr auf die Tagesform und evtl. auf das Quäntchen Glück ankommen. Wir hoffen, dass es auf unserer Seite sein wird“, ordnet Sturm das Spiel im Vorfeld ein. Die Letten werden angetrieben von 11.000 Fans, alles geben, um das Ticket zu lösen. Schon fast traditionell stellen die Letten Jahr für Jahr starke Torhüter auf. Im Aufgebot der Letten, wo es erst am letzten Sonntag einen Wechsel auf dem Nationaltrainerposten gab, stehen zudem mit Herberts Vasiljevs (Krefelder Pinguine) und Arvids Rekis (Augsburger Panther), zwei DEL erfahrene Profis. Auch wenn Lettland bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2016 in Russland nur den 13. Platz belegen konnten, Spiele gegen die Letten sind immer Geduldsspiele. Aber wie besagt ein deutsches Sprichwort: „Mit Geduld und Spucke fängt man manche Mucke!“

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