Ein Blick über den TellerrandWie sieht es in anderen Ligen aus?

Kunlun Red Star trägt seine KHL-Heimspiele in dieser Saison nicht in Peking, sondern in Mytischtschi im Großraum Moskau aus.  (Foto: dpa/picture alliance)Kunlun Red Star trägt seine KHL-Heimspiele in dieser Saison nicht in Peking, sondern in Mytischtschi im Großraum Moskau aus. (Foto: dpa/picture alliance)
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KHL

Russland gehört, im Gegensatz zu Finnland und China, zu den Ländern mit den höchsten Infektionszahlen. Trotzdem wird seit September in der KHL um Punkte gespielt, wobei stellenweise immer mal wieder Zuschauer erlaubt waren, allerdings nie mehr als 2000.

Zwar fielen hin und wieder immer mal Spiele aus bzw. wurden verlegt, aber die KHL ist weltweit die Liga, die mit ihren Punktrunden am weitesten ist. Im Schnitt hat jedes Team bis jetzt 49 Spiele absolviert. Obwohl alle Teams finanzielle Etatkürzungen auf Grund der Pandemie hinnehmen müssen, gab es nur bei zwei Vereinen entscheidende Änderungen: Admiral Wladiwostok zog sich zurück aus der Liga, allerdings mit dem Versprechen und der Hoffnung, 2021/22 wieder in der KHL antreten zu können. Verein zwei ist der chinesische Vertreter Kunlun Red Star. Die Chinesen, die als Pekinger Team normalerweise in Shanghai spielen, mussten zumindest für ein Jahr nach Russland ziehen und spielen augenblicklich in der Arena von Mytischtschi im Großraum Moskau.

Auch wenn es sarkastisch klingt, aber die Etatkürzungen, die auch vor den Spitzenklubs nicht halt machten, haben für eine sportlich ausgeglichenere Meisterschaft gesorgt. An der Spitze thront Ak Bars Kasan mit 76 Punkten, vor ZSKA Moskau (75) und Lok Jaroslawl (67). Ganz neue Zeiten gab es für die Fans von SKA St. Petersburg. In 49 Spielen gab es ungewohnte 20 Niederlagen und damit steht der Favorit nur auf Rang vier. Der letzte finnische Vertreter Jokerit Helsinki belegt augenblicklich Rang 13 mit 55 Punkten und der Verein von Nationalspieler Korbinian Holzer, Automobilist Jekaterinburg, hält sich mit 59 Punkten nach 49 Spielen auf dem neunten Tabellenplatz. Ganz hinten findet man Neftechimik Nischnekamsk (32), die Chinesen von Kunlun Red Star (30) und das lettische Team Dinamo Riga (23).

Tschechien

In Tschechien, das bis jetzt knapp eine Million Infektionen gemeldet hat, wurde im September, kurz nach der KHL mit der Saison begonnen. Präsident Kral meinte vor der Saison: „Ich glaube fest daran, dass wir die Saison meistern. Das Wichtigste ist, dass wieder gespielt wird und dass die Menschen, egal ob in kleinen Gruppen im Stadion oder vor dem Fernseher, wieder etwas Zerstreuung haben.“

Tatsächlich sind die Tschechen bis jetzt gut durch die Saison gekommen. Im Schnitt wurden 35 Spiele von jedem Team absolviert. Sportlich läuft es dabei für das frühere Team von Uwe Krupp, Sparta Prag, sehr gut. Die Hauptstädter führen die Liga mit 73 Zählern an vor Trinec (67) und Mlada Boleslav (66). Die letzten beiden Plätze werden von Berani Zlin (33) und Aufsteiger Budweis (24) eingenommen. Interessant, dass die Liga sehr ausgeglichen ist. Selbst Tabellenführer Prag musste in seinen 36 Spielen schon 13 Niederlagen hinnehmen.

Schweden

Schweden verzeichnete bis jetzt etwa 560.000 Infektionen, was 5,4 Prozent der gesamten Bevölkerung entspricht. Die SHL begann, ähnlich wie die Tschechen, Ende September, spielte von kleinen Pandemiepausen abgesehen bis jetzt durch und die Teams haben wie die Tschechen im Schnitt 34 Spiele absolviert. Waren zu Beginn noch 300 Zuschauer pro Spiel erlaubt, so sind es seit Anfang November null.

Auch hier fällt die Ausgeglichenheit der Liga auf. Jedes Team hat mindestens entweder zehn Siege oder zehn Niederlagen auf dem Konto. Platz eins ist dabei eine Überraschung: Rögle BK (73) führt die Tabelle an vor den etablierten Teams aus Växjö (69) und Göteborg (65). Titelverteidiger Lulea lauert mit drei Spielen Rückstand auf Rang vier. Im Niemandsland der Plätze elf und zwölf bewegen sich Oskarshamn (37) und der frühere Europapokalsieger Malmö (36), auf den Abstiegsplätzen HV 71 Jönköping (35), Meister des Jahres 2017, und Linköping (33).

Finnland

Das pandemische Musterland Europas. Mit bis jetzt 41.600 Infektionen (0,8 Prozent der Gesamtbevölkerung) sind die Finnen weit unter den Werten der restlichen europäischen Länder. Das zeigt sich in den Stadien. Die Erstligateams durften am Anfang 50 Prozent der Kapazitäten ausschöpfen. Dazu der finnische Alt-Internationale Ville Koistinen: „Obwohl die Hälfte der Stadionkapazität erlaubt ist, kommen deutlich weniger Zuschauer. Diese haben Angst und bleiben zu Hause, was natürlich die Vereine auch gefährdet.“ Seit dem 16. Dezember ist es aber auch mit diesen Zeiten in Finnland vorbei und die Zuschauer werden seitdem ausgesperrt. Zeitlich liegt die Liga etwas zurück. Die Teams haben durchschnittlich 25 Spiele absolviert. Tabellenführer ist Lukko Rauma (57), dessen letzter Titel 58 Jahre zurückliegt, vor Pelicans Lahti (54) und Ilves Tampere (49). Ganz hinten stehen JYP Jyväskylä (27) und HPK Hämeenlinna (20).

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