Echte Sensationen in der ersten Schweizer PokalrundeSchweizer Pokal

Der SC Bern kam im Schweizer Pokalwettbewerb ins Straucheln. (Foto: Imago)Der SC Bern kam im Schweizer Pokalwettbewerb ins Straucheln. (Foto: Imago)
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32 Teams dürfen mitspielen. Die NLA-Vereine sind selbstverständlich gesetzt, ebenso wie die vier höchstplatzierten NLB-Vereine. Der Rest sind dann die verbleibenden NLB-Vereine sowie zehn Mannschaften aus der ersten Liga unterhalb des Profieishockeys, also der dritten Liga.

2015 ging der erste Cup an den SC Bern, 2016 an den Zürcher SC Lions.

Wer qualifiziert sich in der aktuellen Saison für die zweite Runde, wobei eigentlich alle davon ausgingen, dass die Favoriten, also die Gastvereine weiterkommen.

Ganz locker schaffte es Servette Genf mit einem 7:1 in Düdingen, wobei das Ergebnis nach dem zweiten Drittel feststand und danach Kraft gespart wurde. Die SC Langnau Tigers verschafften sich endlich einmal ein Erfolgserlebnis und gewannen locker 8:4 in Visp. Erheblich spannender wurde es in Martigny. Beim NLB-Club Red Ice war der geografische Nachbar aus Fribourg zu Gast und der HCFG musste sich ganz schön strecken, um mit 4:3 die Oberhand zu behalten. Biel gewann gegen Star Forward locker mit 6:2, Kloten in Frauenfeld mit 4:1 und Rapperswil mit 5:2 in Winterthur. Am meisten krachen ließ es der EV Zug, der sich in Wiki-Münsingen mit 10:1 durchsetzte. Olten gewann bei den Argovia Stars mit 3:1, der SC Langenthal mit 6:1 in Brandis, der HC Davos mit 5:2 in Wetzikon und die ZSC Lions machten es nüchtern beim 4:0 in Dübendorf. Der frühere Serienmeister in den siebziger Jahren, der HC La-Chaux-de-Fonds, gewann mit 5:1 in Sierre, Lugano mit 7:0 in Thurgau und ausgerechnet der Tabellenführer der NLA, der HC Lausanne mühte sich zu einem 5:4 in Ajoie.

Kommen wir nach dem Normalen zu den Sensationen:

Ganze 450 Zuschauer wollten das Spiel zwischen dem Farmteam der ZSC Lions, den Grasshoppers Zürich, und dem HC Ambri-Piotta sehen. Die Ausgangslage war eigentlich klar aber schon am Anfang konnte sich der Zuschauer wundern. Ambri brauchte bis zur 17. Minute, ehe d`Agostini endlich traf. Der Rückschlag kam zwei Minuten später und was für einer. Zürichs Stürmer Sidler saß auf der Strafbank, als Hinterkircher ausglich. Ein Shorthander von einem Zweitligisten gegen einen NLA-Club. Und es sollte noch viel schlimmer für die Tessiner werden. Braun brachte im Powerplay, d`Agostini musste noch eine Sekunde warten, den Außenseiter mit 2:1 in Führung und ab dann wurde das Grasshoppers-Tor, in dem Goalie Zürrer eine länderspielreife Leistung bot, zur Festung. Nur noch Konter konnte Zürich einschieben und ausgerechnet einer dieser wenigen Spielzüge brachte in der 53. Minute die Entscheidung. Allevi markierte das 3:1 und da ist es auch kein Wunder, dass Ulmann mit einem Empty-Netter in der Schlussminute für das sensationelle 4:1 sorgte.

Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat, wird jetzt vielleicht aufhorchen. Noch war keine Rede vom Titelverteidiger aus Bern. Und tatsächlich, die Berner setzten sich in der ersten Cuprunde in das tiefste Fettnäpfchen.  Etwa 40 Kilometer südlich des St. Gotthards, vom NLA-Ligisten HC Ambri-Piotta nur 20 Kilometer entfernt aus der malerischen Stadt Biasca, kommt der frischgebackene Aufsteiger aus der dritten Liga, HCB Tessin Rockets. Merkwürdig, dass nur 700 Zuschauer das Spiel sehen wollten, als der Meister in den Süden kam, aber vielleicht wollten die meisten HCBT-Fans einfach keine echte Peitsche miterleben. Das Spiel hatte kaum begonnen, da stand es schon 1:0. Stefano Spinedi hatte Joel Aebi im SCB-Tor bezwungen. Noch nahmen die Berner das Spiel nicht ernst aber was sich dann ab der 13. Minute  als Vorgeschmack abspielte, schien ein Trend zu sein. Erst musste Biascas Tommaso vom Eis und dann noch Pirana (Biasca) und Randegger (Bern) je für zwei plus zwei. Dann verließ Riva (Biasca) die Fläche und schließlich noch Zaccheo (Biasca). Mehr als vier Minuten Überzahl für den Meister aber nach zwanzig Minuten stand es immer noch 1:0.

In der 34. Minute glückte Berns Cedric Bracher endlich der Ausgleich  aber der jetzt erheblich disziplinierter spielende Zweitligist wehrte sich verzweifelt. So stand es nicht nur nach vierzig sondern auch nach sechzig Minuten 1:1. Da sich Berns Dubois in der Verlängerung eine Strafzeit leistete, konnte sich Biasca in das Penaltyschiessen retten, die letzte echte Chance. Und das Unglaubliche passierte: Während Mauro Juri und Isacco Dotti Bernd Aebi bezwangen, schaffte es auf der Gegenseite nur Luca Hischier, den fantastischen Biasca-Keeper Gauthier Descloux zu bezwingen. Das Spiel ging somit 2:1 für den HC Biasca Tessin Rockets aus und während sich die Tessiner auf den nächsten Gegner freuen, darf der SC Bern an dem Spieltag zusehen.

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