Wien erteilt Jacksons Bullen eine LehrstundeEBEL-Wochenrückblick

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Vienna Capitals – Red Bull Salzburg 9:1 (6:0, 3:0, 0:1)

Nach etwas mehr als drei Minuten eröffnete Jonathan Ferland das muntere Scheibenschießen. Noch vor Ablauf der zehnten Minuten erhöhten Marcus Olsson, Rafael Rotter, Dustin Sylvester, Patrick Peter und Mike Ouellette auf sage und schreibe 6:0! Nach dem vierten Tor der Caps wechselte Don Jackson seinen völlig entnervten Goalie Bernd Brückler gegen Luka Gracnar aus. Bei Salzburg klappe eigentlich gar nichts und auch die acht Schüsse auf Wiens Matt Zaba wirken hoch gegriffen. Nach der ersten Pause ging es fröhlich mit den Treffern von François Fortier und den zweiten Toren von Olsson und Ferland weiter. Nach dem achten Tor wechselte Jackson erneut seinen Torwart, sodass für den Rest der Demütigung wieder Brückler im Kasten stand. Was als spannendes Spitzenspiel erwartet wurde, war längst entschieden. Die Caps schalteten wenigstens zwei Gänge zurück und waren trotzdem noch immer das überlegene Team. Die einzige Frage die es noch zu beantworten galt war: Wann wird es zweistellig? Aus Sicht der Anhänger des Hauptstadtclubs wurde es das leider nicht. Nach 30 Sekunden im Schlussdrittel konnte Daniel Welser wenigstens noch den Ehrentreffer erzielen. Spannung kam aber keine mehr auf. Wäre die Partie in der letzten Saison gewesen, hätte Salzburg wahrscheinlich schon in der ersten Pause wenigstens drei neue Spieler verpflichtet. Bisher blieb der Kader jedoch unverändert.

HC Innsbruck SapaFehérvár 7:2 (3:1, 2:1, 2:0)

In den Anfangsminuten waren die Gäste die leicht bessere Mannschaft, doch mit dem Überzahltor von Luke Salazar wendete sich das Blatt auf die Seite der Innsbrucker. Nur gut zwei Minuten nach der Führung konnte Verteidiger Stefan Pittl, erneut in Überzahl, nachlegen. In der Folge eigentlich wieder die roten Teufel in der Vorhand, doch Lukas Jurik kümmerte das wenig. Er traf in Unterzahl nach einem Konter. Drei Tore sind im Eishockey allemal aufholbar. Den ersten Anschluss schaffte Csaba Kovács noch vor der ersten Pause in Überzahl. Nach der Pause nutzte Andrew Sarauer das nächste Powerplay und schon war es nur noch ein Tor Unterschied. Hätte zuvor Colton Yellow Horn einen Penalty verwandelt, wäre es gar der Ausgleich gewesen. Dass Innsbruck die Führung verteidigen konnte, lag auch an Goalie Adam Munro, der ein ums andere Mal seine Finger an der Scheibe hatte. Die Haie konnten dann aber den Schalter von Defensive wieder auf Offensive umlegen und machten durch Patrick Mössmer ihr viertes Tor des Abends. Dieselbe Reihe, aber ein anderer Spieler sorgte dann für den nächsten Haie-Treffer. Diesmal war es Tyler Donati. Zum zweiten Mal hatte Fehérvár also drei Tore aufzuholen. Doch obwohl man im Schlussdrittel nochmal reichlich Gas gegeben hat, gab es diesmal keine Aufholjagd. Im Gegenteil. Alexander Höller und Justin Donati konnten ihre Konter vollenden und stellten damit einen deutlichen Endstand her.

Klagenfurter AC Graz 99ers 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)

Wenn der KAC und die 99ers aufeinandertreffen, geht es in der Regel hoch her. Diesmal war es bereits in der vierten Minute soweit. Der Grazer Guillaume Lefebvre checkt Stefan Geierund kassiert dafür eine Fünf-plus-Spieldauerstrafe. Auch für Geier war das Spiel beendet, denn im Krankenhaus wurden eine schwere Gehirnerschütterung und ein großer Cut über dem Auge festgestellt. Aus der Überzahl konnte der KAC aber nichts Zählbares machen. Auf beiden Seiten gab es bis Drittelende genügend weitere Möglichkeiten, in Überzahl zu treffen, doch bis zur Pause zählte nur die Strafenuhr und nicht der Torezähler. Das erste Tor erzielte Thomas Pöck per Bauerntrick, ohne Überzahl. Bis zur zweiten Pause war es vornehmlich in den jeweiligen Powerplay-Situationen gefährlich, doch sowohl Fabian Weinhandl als auch Sebastian Stefaniszin konnten weitere Treffer vereiteln. Erst als der Grazer Andreas Wiedergut im Schlussdrittel auf der Strafbank saß, konnte Colton Fretter für den KAC erhöhen. 97 Sekunden später legteFlorian Iberer nach und setzte damit den Schlusspunkt unter die Begegnung.

Die weiteren Spiele der letzten Woche:

Freitag 20.09.2013
Graz 99ers – Villacher SV 3:6 (1:1, 2:5, 0:0)
Klagenfurter AC – HC OrliZnojmo 4:2 (0:2, 3:0, 1:0)
Black Wings Linz – Olimpija Ljubljana 3:2 (0:0, 2:1 1:1)
HC Bozen – Dornbirner EC 5:6 n.P. (3:0, 1:3, 1:2, 0:0, 0:1)

Samstag 21.09.2013
HC Bozen – SapaFehérvár 5:2 (0:0, 1:1, 4:1)

Sonntag 22.09.2013
Villacher SV – Vienna Capitals1:4 (0:0, 1:2, 0:2)
HC TWK Innsbruck – Dornbirner EC 5:2 (1:1, 3:0, 1:1)

In der Tabelle führt nach wie vor Neuling Bozen, der fünf seiner sechs Spiele gewinnen konnte. Das zweite Überraschungsteam sind bisher die Innsbrucker, die sich nach dem Wochenende auf Rang vier vorarbeiten konnten. Bei den Salzburgern läuft es bisher noch nicht so rund. Auch unter Don Jackson ist der Saisonstart recht holprig. Mit gerade zwei Punkten findet man sich auf dem vorletzten Platz wieder. Ganz unten und noch ohne Punkt sind die grünen Drachen aus Ljubljana, sie haben aber auch erst drei Spiele bestritten.