Vorschau auf die neue EBEL-Saison (2/3)EBEL vor dem Start

Lesedauer: ca. 6 Minuten

Dornbirner Eishockey Club

In Dornbirn gab es eine Runderneuerung. Man konnte sich zwar im Laufe der vergangenen Saison vor allem in der Qualifizierungsrunde steigern, in die Play-offs kam man im ersten Jahr jedoch nicht. Bitter für die Vorarlberger ist, dass man auch einige Spieler abgeben musste, die man wahrscheinlich gar nicht abgeben wollte. David Printz zog es zurück in die schwedische Heimat zu Djurgården, Danny Bois hat sich dem DEL-Club aus München angeschlossen, Matt Keith stürmt jetzt in Salzburg und Topstürmer Andrew Kozek in Linz. Neu ist auch der erste Torwart. Für Patrick DesRochers, der seine Laufbahn beendet hat, wurde der italienische Nationaltorwart Adam Dennis vom HC Alleghe geholt. Dennis spielte 2010/11 sieben Partien für die Kölner Haie, konnte dort aber nicht überzeugen. Ein dickes Plus ist sicher der Verbleib des anderen letztjährigen Topstürmers Luciano Aquino, er konnte satte 71 Punkte verbuchen. Spannend wird sein, ob er das auch ohne Andrew Kozek wiederholen kann. Doch für die zum Teil schmerzhaften Verluste, konnte man mehr als Ersatz verpflichten. Mit Ligaerfahrung sind Martin Oraze (Villacher SV), Chris D'Alvise (Olimpija Ljubljana), Martin Grabher-Meier und Martin Mairitsch (beide Black Wings Linz) dazugekommen. Aus der DEL sollen Brendan Brooks von den Iserlohn Roosters und aus der DEL2 Patrick Jarrett von den Dresdener Eislöwen in die Presche springen. Der Kracher ist jedoch Graham Mink, der aus der AHL zum DEC wechselte. Mit 34 Jahren ist er zwar kein Jungspund mehr, trotzdem darf man von ihm einiges erwarten. Oder ist der Kracher doch Alex Plante? Der 24-jährige Verteidiger war 2007 der Erstrundenpick der Edmonton Oilers, kam seither jedoch nur auf zehn NHL-Einsätze. Gewechselt ist er von den Oklahoma City Barons aus der AHL. Dem Team fehlt es zwar noch etwas an Tiefe in der Verteidigung, trotzdem werden die Dornbirner diese Saison wohl ein größeres Wort bei der Vergabe der Play-off-Platze mitsprechen. Auf die neuen Bulldogs darf man allemal gespannt sein.

HDD Olimpija Ljubljana

Der slowenische Club verpasste im letzten Jahr zum dritten Mal die Teilnahme an den Play-offs, dies soll sich natürlich wieder ändern. Hierzu stellt man Jerry Kuhn mit Aleš Sila, der von Slavija Ljubljana wechselte, einen echten Backup zur Seite. Letzte Saison setzte man hier noch auf verschiedene Nachwuchskeeper. Von diesen wechselte Matic Boh zum Team Jesenice oder Mitja Koren zu Medvescak Zagreb. In der Abwehr musste man einige Lücken schließen. Mit Patrick Coulombe (Graz 99ers) und Andy Thomas (Orli Znojmo) verlor man zwei Säulen. Eine der neuen Stützen soll der letztjährige Augsburger Nick Ross sein. Jake Laplante, vom CHL-Team Fort Worth Brahmas, absolviert noch ein Try-out. Etwas Luft bei den Großen darf wohl auch der 17-jährige Kristjan Čepon schnuppern. Zuletzt wurde noch der US-Amerikaner Bryan Schmidt verpflichtet, er verteidigte letztes Jahr bei den Starbulls Rosenheim, hat jedoch auch DEL-Erfahrung aus Kassel und München. Im Angriff sehen die Veränderungen schon anders aus. Zwar hat man mit Chris D'Alvise (Dornbirner EC), Brock McBride (Villacher SV), Žiga Pance, dem Kontakte in die DEL nachgesagt werden, einiges an Potenzial verloren, allerdings hat man sich einige interessante Leute in den Kader geholt. Der bekannteste dürfte Jeff Ulmer, der schon bei verschiedenen DEL-Teams spiele und zuletzt in der zweiten Schweizer Liga beim Lausanne HC aktiv war, sein. In den Play-offs kam er achtmal zum Einsatz und konnte dort sieben Punkte zur Meisterschaft beitragen. Dazu kommt der Amerikaner Alex Berry von den Reading Royals aus der ECHL und die Kanadier Scott Howes, vom AHL-Team der Springfield Falcons, sowie Judd Blackwater, der für die Las Vegas Wranglers in der ECHL fleißig Punkte sammelte. Den dauerhaften Sprung in ein AHL-Team konnte er jedoch nie vollziehen. Aus der CHL ist Pascal Morency von den Arizona Sundogs zum Try-out geladen. Alles in allem also kaum bekannte oder große Namen und mit etwas über 25 Jahren auch ein junges Team. Eine weitere Play-off-Teilnahme könnte zu schaffen sein, aber weiter als ins Viertelfinale wird es wohl kaum gehen.

EC Villacher SV

Die Kärntner sind Stammgast in den Play-offs, scheiden dort aber regelmäßig im Viertelfinale aus. Mit ihrem finnischen Coach Hannu Järvenpää ist das auch kommende Saison sicher im Bereich des machbaren. Einfach wird das aber nicht, denn im Moment ist der Kader noch etwas kleiner als letzte Saison – vielleicht zu kein. Ein oder zwei Spieler mehr würden sicher nicht schaden. Und ob die Zugänge die Abgänge aufwiegen können, muss sich zeigen. Immerhin stehen auf der Liste der Abgänge Spieler wie Derek Damon, der sich nun bei Thurgau in der zweiten Schweizer Liga beweisen wird. Publikumsliebling Antti Pusa zog es zu dem dänischen Herning Blue Fox oder Nationalverteidiger Andreas Wiedergut rechnet sich offenbar mit den Graz 99ers mehr Chancen aus. Von diesen kam Cole Jarrett. So wie Jarrett kommen die meisten Neuen aus der EBEL und kennen somit die Liga. Brock McBride kommt aus Ljubljana und Curtis Fraser fand beim Ligawechsler aus Zagreb keinen Platz mehr. Als fast schon spektakulär könnte man den Wechsel von Michael Fornay bezeichnen. Denn er kommt aus einer Liga mit dem Kürzel AIHL. Da muss auch so mancher Experte erst mal googeln und stellt erstaunt fest, dass es sich dabei um die Australien Ice Hockey League handelt. Forney spielte letzte Saison 16 Partien für Perth Thunder und kam dabei auf elf Tore und beachtliche 36 Vorlagen. Damit kommt er auf den Traumschnitt von 2,94 Punkten pro Spiel. Seinen kleinen Ausflug zum Saisonausklang machte er, nachdem er zuvor eine volle Saison mit insgesamt 77 Spielen für die Colorado Eagles aus der ECHL bestritt. Dort konnte er 83 Punkte sammeln und war damit Zweitbester ECHL-Scorer. Vor diesem Hintergrund sicher einer der interessantesten Zugänge der Liga.

Moser Medical Graz 99ers

Letzte Saison war im Viertelfinale gegen den späteren Meister KAC Endstation, diesmal gab Präsident Jochen Pildner-Steinburg als Ziel „mindestens das Halbfinale“ aus. Stolperstein dabei könnte für Mario Richer und seine Truppe die Disziplin werden. Die 99ers sind kein Team, das Kuschelhockey bietet und waren letztes Jahr das Team das die meisten Sünderminuten sammelte. Coach Mario Richer meint dazu: „Wir spielen hart und unser Markenzeichen ist, dass die anderen Teams ungerne gegen uns spielen.“ Doch schaut man auf das Spielerpotential, hat sich das Team aus der Steiermark wohl am besten von allen verstärkt. Allerdings ist auch nicht mehr viel vom letztjährigen Kader übrig geblieben. Unter den Abgängen sind zum Beispiel Cole Jarrett (Villacher SV), Martin Oraze (Dornbirner EC) oder Mario Scalzo der noch kein neues Team gefunden hat. Die Runderneuerung in der Abwehr geht mit Patrick Coulombe (Olimpija Ljubljana), Alexandre Picard (Vereinslos), Andy Sertich (Medvescak Zagreb) und Andreas Wiedergut (Villacher SV) vonstatten. Der Däne Stefan Lassen, zuletzt beim schwedischen Zweitligisten Malmö Redhawks, befindet sich noch im Try-out. Geblieben ist Defensivmann Dustin VanBallegooie. Er und ein paar hoffnungsvolle Zugänge sollten einen recht stabilen Abwehrriegel bilden. Im Sturm verzichtet man auf die Dienste von Jean-Michel Daoust, der sich letzte Saison in die Herzen des Anhangs spielte und das nun im norwegischen Topteam Stavanger Oilers macht. Mit Matthias Iberer (Black Wings Linz) verliert man eine weitere Fachkraft und trotz seiner bereits 38 Jahre darf man Bob Wren (Nottingham Panthers/EIHL) zu den Verlusten zählen. Ersatz hierfür sollen Francis Lemieux, zuvor Innsbruck, und Ryan Kinasewich, der von Milano Rossoblu geholt wurde, sein. Mit dem Schweden Jari Tolsa hat man einen Angreifer von den Frölunda Indians im Try-out, dieses hat der letztjährige Krefelder Tomáš Kůrka wohl nicht überstanden. Der Königstransfer steht jedoch im Tor. Für Frédéric Cloutier, der noch ohne Club ist, konnte man Dany Sabourin von den Hershey Bears aus der AHL gewinnen. Sabourin kann 59 NHL-Spiele und 306 AHL-Spiel vorweisen. Zudem hat man mit dem in Berlin geborenen und mit österreichischem Pass spielende Sebastian Stefaniszin einen gestandenen Backup. Ob das mutige Saisonziel erreicht werden kann, wird zu einem nicht unerheblichen Teil vom Viertelfinalgegner abhängen.

In unserem letzten Teil sehen wir auf die Topmannschaften aus Linz, Wien, Klagenfurt und Salzburg.

EBEL: Die Sensation aus Südtirol
Campioni! HC Bozen macht die Cinderella Story wahr

​Die Freude kannte keine Grenzen, Helme, Schläger, Handschuhe und Freudentränen kullerten nach dem Spielende aufs Eis. Das Finale der EBEL-Saison musste in Spiel 7 e...

Wie ein Märchen
Der HC Bozen steht im EBEL-Finale

​Wenn man Anfang Januar auf die Tabelle der EBEL, also der internationalen österreichischen Eishockey-Liga, geschaut hatte, sah man ziemlich schnell, dass die Plätze...

Blick in die EBEL
Linz und Klagenfurt jagen Rang zwei

In der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) tat sich diese Woche wenig Überraschendes, spannend wird aber immer mehr der Kampf um Platz zwei, den Linz und Klagenfurt im ...

Blick in die EBEL
Drei Trainerentlassungen in der EBEL

In der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) tat sich diese Woche vor allem auf den Trainerbänken etwas. Bozen, Fehérvár und Villach tauschten ihre Übungsleiter, wobei di...

Blick in die EBEL
Zagreb stürmt nach oben

Die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) sah mit Medveščak Zagreb eine klaren Wochensieger, doch auch Klagenfurt fuhr alle möglichen Punkte ein. Innsbruck ist aus den di...