Vierkampf an der SpitzeEBEL-News

Endstation Matt Zaba - der Wiener Goalie besticht aktuell durch seine starke Form. (Foto: Imago)Endstation Matt Zaba - der Wiener Goalie besticht aktuell durch seine starke Form. (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Black Wings Linz – Red Bull Salzburg 2:1 (1:0, 0:1, 1:0)

Das eindeutige Spitzenspiel der Woche fand bereits am Donnerstagabend statt. Die intensive und schnelle Partie begann auch gleich mit einem Paukenschlag und das auch noch durch einen Spieler, der im Vorjahr noch beim Gegner spielte. Der Neu-Linzer Fabio Hofer (1.) brachte die Scheibe bereits nach 29 Sekunden im Tor von Ex-Kollege Luka Gračnar nach einem unwiderstehlichen Solo unter. Salzburg war damit fürs erste der Zahn gezogen, denn die roten Bullen taten sich in ersten Abschnitt doch recht schwer und kamen auch in Überzahl nur selten zu vernünftigen Schussversuchen. Die Pausenansprache von Coach Dan Ratushny zeigte im Mitteldrittel aber ihre Wirkung. Zwar neutralisierten sich die Mannschaften in den ersten Minuten des zweiten Drittels, doch die Gäste nun mindestens auf Augenhöhe. In Überzahl besorgte Ben Walter (27.PP) dann den Ausgleich. Von nun an übernahmen die Salzburger das Kommando auf dem Eis und die Linzer taten sich ähnlich schwer wie zuvor die Ratushny-Truppe. Auch in den letzten 20 Minuten waren die Gäste lange näher am Führungstor, doch Linz-Keeper Mike Ouzas war nicht zu überwinden. Und wieder war ein Überzahlspiel entscheidend. Linz brachte die Scheibe zwar nicht ins Tor, doch das vielbeschworene Momentum wechselte wieder. Das Siegtor geht auf das Konto von Jason Ulmer (53.), dessen Schuss gleich zweimal abgefälscht wurde und Luka Gračnar praktisch chancenlos zurück ließ. Nach der sehr engen und unter dem Strich nahezu ausgeglichenen Partie übernahmen die Stahlstädter vorrübergehend die Tabellenführung der EBEL.

Freitag

Klagenfurter AC – Vienna Capitals 1:2 (0:0, 0:1, 1:1)

Für die Rotjacken war es das erste Spiel unter dem neuen Cheftrainer Doug Mason. Zu sehen gab es ein sehr schnelles und intensives Spiel, in dem beide Teams zu guten Chancen kamen. Die Beste hatte Patrick Harand der zu einem Penalty antreten durfte, diesen aber an Caps-Goalie Matt Zaba nicht vorbeibrachte. Insgesamt war der KAC im Eröffnungsdrittel auch das etwas bessere Team. Im Mittelabschnitt ging es dann aber ganz schnell, denn Kris Foucault (21.) benötigte nur 31 Sekunden um den Hauptstadtclub in Führung zu bringen. Die Klagenfurter brauchten einige lange Minuten um sich wieder zu fangen, in diesen hätte Wien das Spiel entscheiden können, taten dies aber nicht. Im Schlussdrittel kam der KAC druckvoll aus der Kabine. Für die Erlösung in der KAC-Sturmflaute sorgte dann Thomas Hundertpfund (48.). Nun wechselte das Spiel vollends und die Rotjacken hatten ihrerseits die Chance das Spiel zu entscheiden. Unter anderen landete der Puck jedoch nur am Pfosten. Nach einem Abwehrschnitzer konnte Dustin Sylvester (55.) das Spiel, fast etwas überraschend, für Wien wieder drehen. Das Spiel blieb zwar bis zur letzten Sekunde spannend, doch am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Doug Mason kommentierte sein erstes Spiel unter anderem mit den Worten: „Zusammenfassend würde ich sagen, dass es für ein erstes Spiel nach einem Trainerwechsel eine durchaus gute Partie von uns war, zumal wir gegen eines der besten Teams der Liga am Eis standen.“

Die übrigen Freitagsspiele:

Villacher SV – Olimpija Ljubljana 3:2 (1:0, 0:0, 2:2)
Graz 99ers – Orli Znojmo 4:3 (1:0, 2:1, 1:2)
HC Bozen – HC TWK Innsbruck 5:4 (3:1, 2:1, 0:2)

Samstag

Sapa Fehérvár – Dornbirner EC 4:3 (0:0, 1:2, 3:1)

Sonntag

Graz 99ers – Vienna Capitals 1:2 (0:2, 0:0, 1:0)

Ein echtes Herzschlagfinale gab es am Sonntag in Graz, denn nur 27 Sekunde vor dem Ende machte der Grazer Try-out-Spieler Tyler Scofield (60.) das Anschlusstor zum 1:2. Zuvor hatten Mario Fischern (12.) und Florian Iberer (16.) die Tore für die Gäste im ersten Abschnitt gemacht. Die Hausherren versuchten viel, waren aber nicht von Schlussglück gesegnet. Auch im Mittelabschnitt zeigten die Grazer den deutlichen Willen zum Sieg, doch an Hauptstadtgoalie Matt Zaba war kein Vorbeikommen. Im Schlussdrittel legten die 99ers sogar nochmal eine Schippe drauf, doch in den Trinkflaschen wurde offensichtliche vergessen, das Zielwasser beizumischen. Alleine vier Lattenschüsse sprechen Bände. Erst Scofield konnte den Puck ein paar Millimeter tiefer halten, doch am Ende reichte es für die 99ers nicht mehr. Der Sieg bringt den Caps die Tabellenführung nach dem Wochenende.

Orli Znojmo – Dornbirner EC 10:2 (1:1, 7:1, 2:0)

Ein echtes Schützenfest feierten die Tschechen aus Znaim gegen die Bulldogs. Dabei lag es sicher auch ein Stückweit daran, dass man nach dem letzten Spiel am Samstag in Székesfehérvár nicht einmal 24 Stunden Zeit zur Regeneration hatte. Dabei gingen die Gäste sogar durch Chris D'Alvise (14.PP) in Führung. Diese wurde noch vor der ersten Pause durch Pavel Rosa (19.PP) egalisiert. Das Drama begann dann durch einem äußerst unglücklichen agierenden Dornbirner Garnet Exelby, der einen Schuss von Jan Šeda (27.) aus spitzem Winkel ins eigene Tor ablenkte. Danach ging es schnell und das Schicksal nahm seinen Lauf. Martin Bača (27.), Peter Pucher (28.) und Jakub Grof (32.PP) beendeten beim Zwischenstand von 5:2 den Arbeitstag von David Madlener. Da änderte auch der zwischenzeitliche Anschluss durch Chris D'Alvise (33.SH) nichts mehr dran. Für den Rest des Mitteldrittels musste Nathan Lawson herhalten. Auch die Adler wechselten Goalie Tomáš Tomek gegen Patrik Nechvátal aus. Doch für Lawson lief es nicht besser. Branislav Rehuš (34.PP; 39.PP) und Pavel Rose (36.PP2) ließen keinen Zweifel über den Sieger aufkommen. Es war schon längst nur noch die Frage nach der Höhe des Sieges. Zum Schlussdrittel kam der bemitleidenswerte David Madlener zurück ins Vorarlberger Tor, da sich Lawson auch noch verletzte. Jan Lattner (44.) und der 18-jährige Jindřich Abdul beendeten dann das Dornbirner Debakel.

Die übrigen Sonntagspiele:

Villacher SV – Klagenfurter AC 4:1 (1:1, 0:0, 3:0)
Sapa Fehérvár – HC TWK Innsbruck 4:3 n.V. (0:0, 2:0, 1:3, 1:0)
Olimpija Ljubljana – Red Bull Salzburg 1:3 (1:2, 0:0, 0:1)
HC Bozen – Black Wings Linz 4:1 (1:0, 2:1, 1:0)

In der Tabelle der EBEL ist es nach zehn Runden eng und spannend. Ganz vorne sind zurzeit die Vienna Capital mit 16 Punkten. Salzburg folgt mit 15 Punkten. Linz mit einem Spiel weniger und Graz können je 14 Punkte aufweisen. Erst dann ist ein kleines Punkteloch. Innsbruck mit elf Punkten überraschend auf Rang 5, vor Znojmo, Bozen und Fehérvár mit je zehn Punkten. Villach kommt auf acht Punkte vor Klagenfurt, denen ebenfalls ein Spiel weniger haben, und Dornbirn mit jeweils 6 Punkten. Schlusslicht ist Ljubljana mit vier Punkten.