Sapa Fehérvár komplettiert das FeldEBEL-News

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Der Linzer Erfolgscoach Rob Daum, der in noch ein Jahr Vertrag mit einer Ausstiegsklausel für alle Ligen außer der EBEL hat, soll einer der Kandidaten auf den Trainerjob bei den Augsburger Panthern sein. In Linz winkt Daum jedoch das internationale Geschäft, denn dieses Ziel hat Manager Christian Perthaler im Laufe der Woche ausgegeben und gegenüber hockeyfans.at gesagt: „Wir wollen die Champions Hockey League unbedingt erreichen, denn unsere Fans haben sich ein solches Highlight absolut verdient.“ Daum selbst sagte im Volksblatt zu den Gerüchten: „Es ist nicht meine vorrangige Ambition zu gehen. Es gefällt mir in Linz, ich kann mir hier durchaus ein Langzeit-Engagement vorstellen.“ Die Chancen der Augsburger Daum zu verpflichten, dürften insgesamt eher dünn sein.

Ein anderer Coach muss jedoch um seinen Job bangen, denn der in der laufenden Saison zum Klagenfurter AC gekommene Doug Mason muss das Team ins Viertelfinale bringen, ansonsten wird es keinen neuen Vertrag geben. KAC-Vizepräsident Hellmuth Reichel sagte in der Kleinen Zeitung: „Doug Mason weiß selbst ganz genau, dass er dann wohl nicht zu halten wäre.“ Die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale ist schon passe, sodass die Rotjacken erneut den schweren Gang in die Qualifikationsrunde machen müssen.

Noch größere Probleme meldet der Meister HC Bozen. Finanzielle Sorgen hatten die Südtiroler bereits vor der Saison, doch nun ist sogar die Rede von Zwangsversteigerungen. Einem Bericht der Südtiroler Zeitung Alto Adige steht man bei einem deutschen Sportgerätehersteller mit 125.000 Euro in der Kreide. Der Zeitung zufolge wollte der Anwalt der nicht genannten Firma Einnahmen aus Heimspielen pfänden lassen. Doch beim HCB würden sich die Gläubiger bereits die Klinke in die Hand geben. Manager Dieter Knoll setzte bereits den ersten Hilferuf ab: „Wenn uns Stadt, Land oder Sponsor nicht helfen, können wir uns die EBEL nicht mehr leisten.“ Pikant dabei ist, dass der HC Bozen, wie alle anderen EBEL-Teams, bereits am 15. Januar für die nächste Spielzeit bei der EBEL-Ligaleitung gemeldet hat.

Am Wochenende standen die letzten beiden Spieltage des Grunddurchgangs an. Wie allgemein erwartet, fiel am Freitag die Entscheidung um den sechsten Platz. Nach dem Sieg von Fehérvár in Innsbruck waren die Würfel gefallen.

Graz 99ers – Black Wings Linz 0:2 (0:0, 0:1, 0:1)
HC Innsbruck – Sapa Fehérvár 1:4 (0:1, 0:3, 1:0)
Klagenfurter AC – HC Bozen 3:1 (1:1, 0:0, 2:0)
Olimpija Ljubljana – Red Bull Salzburg 2:1 n.V. (0:0, 0:0, 1:1, 1:0)
Vienna Capitals – Dornbirner EC 1:4 (0:1, 1:1, 0:2)
Orli Znojmo – Villacher SV 5:3 (2:1, 1:0, 2:2)

Am Sonntag ging es „nur noch“ um Platzierungen und Bonuspunkte für die nun anstehenden Zwischenrunden.

Dornbirner EC – Olimpija Ljubljana 5:2 (2:0, 1:0, 2:2)
Sapa Fehérvár – Orli Znojmo 4:3 (3:1, 1:0, 0:2)
HC Innsbruck – Villacher SV 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)
Klagenfurter AC – Graz 99ers 5:4 (1:1, 4:2, 0:1)
Black Wings Linz – HC Bozen 5:1 (1:0, 2:1, 2:0)
Red Bull Salzburg – Vienna Capitals 6:2 (1:0, 2:0, 3:2)

Nach diesen Ergebnissen ergibt sich folgende Abschlusstabelle:

Ganz oben steht, wie seit Wochen bekannt, Red Bull Salzburg mit 65 erspielten Punkten. Zweiter wurden die Black Wings Linz (59P) vor dem Villacher SV (53P.) Die Vienna Capitals (52P) beenden den Grunddurchgang auf Platz vier. Orli Znojmo (52P) folgt auf der Fünf und die Top-Sechs beschließt Sapa Fehérvár (51P).

Für die Ränge sieben bis zwölf geht es nun in die Qualifikationsrunde. Siebter wurde der HC Bozen (44P), am Ende doch deutlich hinter dem erhofften sechsten Rang. Der enttäuschte Klagenfurter AC (42P) konnte sich gerade noch um einen Platz verbessern und grüßt von Rang acht. Neunter wurden die Graz 99ers (41P), vor dem  Dornbirner EC (40P), dem HC Innsbruck (37P) und Schlusslicht Olimpija Ljubljana (34P).

Neben der Tabelle lohnt sich nach Beendigung des Grunddurchgangs auch ein Blick in die weiteren Statistiken. Bei den Scorern erzielte Andrew Kozek von den Black Wings Linz die Bestmarke. Ihm gelangen 51 Punkte die sich aus 29 Toren und 22 Vorlagen zusammensetzten. Rang zwei der Reihenfolge teilen sich Andrew Sarauer von Sapa Fehérvár und Rob Hisey ebenfalls von den Linzern. Beide machten 48 Punkte. Sarauer 18 Tore und 30 Vorlagen, Hisey 11 Tore und 37 Vorlagen.

Bester Verteidiger der Scoringliste ist erneut ein Linzer. Sébastien Piché steuerte 33 Punkte (11/22) bei. Nick Ross vom HC Innsbruck liegt mit 32 Punkten (7/25) knapp dahinter. Auch Lubomír Štach von Orli Znojmo mit 29 Punkten (8/21) war ebenfalls dicht dran.

Erfolgreichster Torschütze war der Linzer Andrew Kozek mit 29 Toren. Auch Rang zwei geht an die Stahlstädter. Brian Lebler machte 26 Buden. Thomas Raffl von Red Bull Salzburg und Chris D'Alvise vom Dornbirner EC konnten je 23-mal einnetzen.

Die meisten Vorlagen konnte Rob Hisey verzeichnen. Dem Linzer gelang das 37-mal. John Hughes von Red Bull Salzburg machte es 34-mal und Adam Havlík von Orli Znojmo steuerte 33 Vorlagen bei.

Immer interessant ist auch der Blick in die Plus-Minus-Statistik. Auch hier sind Linzer und Salzburger ganz oben zu finden. Erst auf Rang sieben folgt ein Spieler der nicht aus einem dieser Teams kommt. Rob Hisey war mit +28 der erfolgreichste, gefolgt vom Salzburger Troy Milam (+25) und Andrew Kozek (+24).

Am unteren Ende findet man den Dornbirner Nikolas Petrik mit -18. Patrick Platzer vom Villacher SV schafft -15 und Aleš Mušič von Olimpija Ljubljana, ebenfalls -15.

Den besten Gegentorschnitt kann Jean-Philippe Lamoureux vom Villacher SV vorweisen. Er konnte 93,27 Prozent der Schüsse abwehren. Auch hier haben die Linzer einen Mann weit vorne. Michael Ouzas parierte 92,46 Prozent und der Salzburger Luka Gracner 92,35 Prozent. Nichtberücksichtigt sind Torhüter, die weniger als 20 Prozent gespielt haben.

Eine unrühmliche Statistik ist immer die der Bad Boys. Hier findet sich Guillaume Desbiens vom Dornbirner EC ganz vorne. Er sammelte 117 Strafminuten. Boštjan Groznik vom Olimpija Ljubljana musste 109 Minuten brummen und Brett Sterling aus Salzburg 96 Minuten.