Salzburg nicht aufzuhalten – Wien trennt sich von Coach PokelEBEL-News

Tom Pokel musste in Wien gehen. (Foto: Imago)Tom Pokel musste in Wien gehen. (Foto: Imago)
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Viel tat sich rund um die Mannschaften diese Woche nicht. Neben einer dreijährigen Vertragsverlängerung von Fabio Hofer bei den Black Wings Linz und ein paar Spielergerüchten beim Villacher SV und bei Red Bull Salzburg schlug vor allem eine Meldung ein, wie eine Bombe. Am Sonntag verlautbarten die Vienna Capitals, sich von Coach Tom Pokel mit sofortiger Wirkung zu trennen. General Manager Franz Kalla begründete diesen Schritt auf der Clubhomepage: „Die für uns unbefriedigenden Ergebnisse der letzten Runden haben deutlich gemacht, dass wir vor den Play-offs handeln müssen.“ Die Caps konnten nur zwei der letzten zehn Spiele gewinnen. Pokel, der über den Schritt des Hauptstadtclubs offenbar nicht überrascht, aber wohl fast erleichtert ist, kommentierte diesen: „Die letzten drei Jahre waren sehr intensiv für mich. Nach dem Meistertitel mit dem HC Bozen, der Betreuung der italienischen Nationalmannschaft und meinem Engagement hier in Wien bin ich derzeit mental leer.“ Interims-Headcoach ist der bisherige Co-Trainer Phil Horsky. Doch auch er konnte im ersten Nach-Pokel-Spiel keinen Sieg einfahren.

Das Highlight der Woche war natürlich der Doppelvergleich zwischen Salzburg und Linz.

Black Wings Linz – Red Bull Salzburg 1:2 (0:0, 1:0, 0:2)

Im ersten Duell am Freitag konnten die Linzer das Spiel nicht nur lange offen gestalten, sondern gingen nach der Hälfte der Spielzeit in Führung. Die beiden Topteams lieferten sich einen Schlagabtausch auf sehr hohem Niveau. Wenige Minuten waren im Schlussabschnitt gespielt, als die roten Bullen zum Ausgleich kamen. Danach drücken wieder die Stahlstädter, doch sie drückten zu heftig. Denn fünf Minuten vor dem Ende kamen die Salzburger zu einem zwei auf eins Konter und erzielten durch Brett Sterling das Entscheidungstor.

Tore: 1:0 (30.) Sébastien Piché, 1:1 (46.) Kyle Beach, 1:2 (55.) Brett Sterling.

Red Bull Salzburg – Black Wings Linz 5:3 (2:0, 0:0, 3:3)

Wer weiß, wie die Partie am Sonntag ausgegangen wäre, wenn John Hughes die Linzer Führung gemacht hätte. Doch auch die EBEL spielt nicht im Konjunktiv. Nach einem abgefälschten Schuss ins eigene Tor und einem Überzahltreffer war die Wahrheit eine doppelte Führung  der Hausherren. In einem torlosen Mitteldrittel kamen die Linzer jedoch besser auf, doch aus der zweiten Pause kamen die Salzburger besser. Richtig rund ging es ab der 48. Minute. Erst kam die Ratushny-Truppe zum vorentscheidenden dritten Tor. Nach dem postwendenden Anschlusstor durch Brian Lebler fielen weitere vier Tore und die Fans hatten eine spektakuläre Schlussphase. Am Salzburger Sieg war jedoch nicht mehr zu rütteln.

Tore: 1:0 (9.) Dominique Heinrich, 2:0 (14.PP) Ryan Duncan, 3:0 (48.) Daniel Welser, 3:1 (49.) Brian Lebler, 4:1 (51.) Ryan Duncan, 4:2 (51.) Brian Lebler, 4:3 (56.PP) Andrew Kozek, 5:3 (60.EN) Daniel Welser.

Die restlichen Ergebnisse der Pick Round:

Dienstag
Sapa Fehérvár – Black Wings Linz 0:3 (0:0, 0:1, 0:2)
Vienna Capitals – Orli Znojmo 3:4 n.P. (0:1, 2:0, 1:2, 0:0, 0:1)
Villacher SV – Red Bull Salzburg 2:3 n.P. (0:1, 0:0, 2:1, 0:0, 0:1)

Freitag
Orli Znojmo – Villacher SV 5:2 (2:1, 2:1, 1:0)
Vienna Capitals – Sapa Fehérvár 2:3 (0:1, 2:0, 0:2)

Sonntag
Sapa Fehérvár – Vienna Capitals 4:2 (1:1, 3:1, 0:0)
Villacher SV – Orli Znojmo 1:2 n.P. (0:0, 0:0, 1:1, 0:0, 0:1)

Ebenfalls zu einem Doppelvergleich kam es in der Qualification Round. Dort trafen Bozen und Klagenfurt zweimal aufeinander.

Klagenfurter AC – HC Bozen 3:2 (1:1, 1:0, 1:1)

Nachdem der KAC am Dienstag in Ljubljana gewonnen hatte, hieß es den Schwung gegen Bozen mitzunehmen. Das gelang den Kärntnern auch lange. Schon in der Anfangsphase gingen die Rotjacken in Führung und dominierten das Eröffnungsdrittel. Nur weitere Tore wollten nicht fallen, stattdessen kamen die Südtiroler 13 Sekunden vor der ersten Pause zum Ausgleich. Auch im zweiten Abschnitt ließen die Hausherren ein um die andere Chance verstreichen, doch diesmal gelang ihnen das späte Tor. 45 Sekunden vor der zweiten Pause ging das Team von Coach Doug Mason erneut in Führung. Als Jean-François Jacques im Schlussdrittel die Führung ausbauen konnte, war die Vorentscheidung gefallen. Trotzdem wurde es nochmal richtig eng, denn in den Schlussminuten mussten die Klagenfurter Kirk Furey und Thomas Pöck auf die Sünderbank. Doch Mark Cullens Tor sechs Sekunden vor dem Ende war zu spät.

Tore: 1:0 (4.) Thomas Pöck, 1:1 (20.) Derek Nesbitt, 2:1 (40.) Patrick Harand, 3:1 (53.) Jean-François Jacques, 3:2 (60.PP2) Mark Cullen.

HC Bozen – Klagenfurter AC 5:3 (1:2, 2:1, 2:0)

Auch am Sonntag begann der KAC wie die Feuerwehr. Schon in der dritten Minute gingen die Rotjacken in Führung. Wie schon am Freitag vergaßen die Kärntner, weitere Tore nachzulegen. Auch diesmal konnte der HCB zum Ausgleich kommen, reichte es für den Rekordmeister um mit einer Führung in die Pause zu gehen. Als Thomas Pöck die 3:1-Führung erzielte, hofften die Gästefans schon auf die Entscheidung, doch mit einem Doppelschlag in den letzten beiden Spielminuten des Mitteldrittels kamen die Hausherren zum überraschenden Ausgleich. Im Schlussdrittel kam es für den KAC noch schlimmer. Erst brachte Marco Insam Bozen in erstmals nach vorne und in der letzten Minute besorgte Philip DeSimone die endgültige Entscheidung. Am Freitag hatte Klagenfurt noch Glück, doch am Sonntag bestrafte Bozen diese Fahrlässigkeit.

Tore: 0:1 (3.) Jean-François Jacques, 1:1 (15.) Markus Gander, 1:2 (20.) Manuel Geier, 1:3 (30.) Thomas Pöck, 2:3 (39.) Markus Gander, 3:3 (40.) Žiga Pance, 4:3 (48.) Marco Insam, 5:3 (60.) Philip DeSimone.

Die restlichen Ergebnisse der Qualification Round:

Dienstag
Dornbirner EC – HC Innsbruck 1:2 n.P. (0:0, 0:0, 1:1, 0:0, 0:1)
Graz 99ers – HC Bozen 2:3 (2:2, 0:0, 0:1)
Olimpija Ljubljana – Klagenfurter AC 1:4 (0:0, 0:4, 1:0)

Donnerstag
HC Innsbruck – Graz 99ers 2:1 n.P. (1:0, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0)

Freitag
Dornbirner EC – Olimpija Ljubljana 4:1 (0:0, 2:0, 2:1)

Sonntag
Graz 99ers – HC Innsbruck 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)
Olimpija Ljubljana – Dornbirner EC 1:2 (1:1, 0:0, 0:1)

In der Tabelle der „Pick Round“ konnte sich Red Bull Salzburg mit jetzt 16 Punkte absetzten. Die Black Wings folgen auf Rang 2 (9P). Orli Znojmo (8P) konnte sich bis auch Platz 3 nach oben verbessern. Auch Sapa Fehérvár (6P) macht einen Sprung nach oben. Villacher SV (5P) ist neuer Fünfter. Für die Vienna Capitals (4P) ging es hingegen von der Drei runter auf Platz Sechs.

In der „Qualification Round“ konnten der HC Bozen (14P) und die Graz 99ers (11P) die wichtigen ersten Plätze verteidigen. Der Klagenfurter AC (9P) und der Dornbirner EC (9P) machen die Sache aber noch spannend. Unterdes hat der HC Innsbruck (4P) die rote Laterne wieder an Olimpija Ljubljana (2P) weitergegeben.