Salzburg macht fünfte Meisterschaft perfektEBEL-Play-off-News

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Finale: Red Bull Salzburg (1) – Vienna Capitals (5) Serie 4:0

Spiel 4: Vienna Capitals (5) – Red Bull Salzburg (1) 3:4 (2:1, 1:1, 0:2)

Dass Wien in diesem Spiel siegen musste, sah man ihnen vom ersten Bully an. Sie waren von Beginn an gut im Spiel und machten gut Druck. Nicht unverdient ging der Hauptstadtclub in Überzahl durch Jonathan Ferland in Führung. Dies aber war der Weckruf für Salzburg. Die Gäste übernahmen klar das Kommando und kamen wenig später durch einen Überzahltreffer von Thomas Raffl zum Ausgleich. Erneut wechselte das Momentum und es wechselte wieder zu dem Team, dass ein Tor kassierte. Diesmal traf Wiens Kris Foucault nach einem sehenswerten „Gustostückerl“.

Ein paar Zeigerumdrehungen nach der ersten Pause erhöhte Rafael Rotter, erneut in Überzahl. In der Folge entwickelte sich eine hitzig geführte Partie, in der die Unparteiischen nicht immer ihre Linie halten konnten. Salzburg drückte vehement, während Wien sich großteils aufs Kontern verlagerte. Die Anstrengungen des Favoriten wurden belohnt. Daniel Welser stellte mit dem nächsten Powerplaytreffer den Anschluss für die Mozartstädter her.

Kurz nach Beginn des Schlussdrittels hatte die Partie ihren negativen Höhepunkt. Wiens Patrick Peter checkte Salzburgs Brett Sterling in gefährlicher Nähe zur Bande in selbige. Zurecht gab es gegen Peter die Fünf-puls-Spieldauer Strafe. Das Pfeifkonzert gegen Sterling hätten sich Wiens Fans allerdings sparen können. Die Strafe folgte auf dem Fuß, denn Kyle Beach glich die Partie in dieser Strafe aus. Wien legte weiter an härte zu, Salzburg hingegen deckte Goalie Matt Zaba ordentlich mit Schüssen ein. Das bärenstarke Überzahlspiel der roten Bullen drehte die Partie noch in derselben Überzahl. Torschütze war der zuvor gecheckte Brett Sterling, der sich damit auf seine eigene Art rächte. Nun waren wieder die Caps unter Zugzwang. Gegen sehr clever spielende Salzburger fiel dem Hauptstadtclub aber zu wenig ein, zudem hatte man auch wenig Scheibenglück. Erst 15 Sekunden vor Spielende nahm Wiens Coach Jim Boni seinen Goalie vom Eis, doch vorher gaben ihm die Salzburger keine Chance.

Bullen-Verteidiger Dominique Heinrich meinte kurz nach der Partie: „Das waren unglaublich lange 15 Sekunden.“ In der Zwischenzeit gab es für Coach Dan Ratushny die verdiente Bierdusche. Dieser war im Interview mit Servus TV natürlich voll des Lobes für seine Mannschaft. Besonders lobte er den Einsatz, die Teamleistung und die Konstanz.

Wiens Rafael Rotter war indes nicht zum Lachen zumute. Die Enttäuschung war ihm, wie vielen seiner Mitspieler, deutlich ins Gesicht geschrieben. Er erkannte aber auch die Leistung des neuen Meisters an und sagte gegenüber dem Sender: „Wien war die beste Mannschaft. Und wenn man Strafe macht, gewinnt man nicht.“ Anders die Gesichter im Salzburger Kader. Ein glücklicher, aber auch erschöpft wirkender Matthias Trattnig sagte: „Es war eine Superserie, ich bin froh, dass es vorbei ist. Wien ist immer stärker geworden.“ Und Daniel Welser meinte: „Dafür arbeitest du den ganzen Sommer. Wir haben eine unglaubliche Play-off-Serie gespielt. Die Saison war unglaublich.“

Tore: 1:0 (9.PP) Jonathan Ferland, 1:1 (12.PP) Thomas Raffl, 2:1 (19.) Kris Foucault, 3:1 (25.PP) Rafael Rotter, 3:2 (17.PP) Daniel Welser, 3:3 (45.PP) Kyle Beach, 3:4 (48.PP) Brett Sterling

Salzburg verlor nur ein Play-off-Spiel, „sweepte“ sowohl im Halbfinale als auch im Finale und hatte zuletzt eine Serie von elf Siegen in Folge. Dabei half auch ein ausgezeichnetes Überzahlspiel. Salzburg war schon vor der Saison zum klaren Titelkandidaten ausgerufen worden. 42 Spieltage konnte der Club die Tabellenführung behaupten, was die Dominanz der Mozartstädter unterstreicht. Sieht man auf die erreichten Punkte der Spiele, war Salzburgs erste die mit Abstand überlegene Reihe in den Play-offs, am Ende sprechen jedoch alle von einem unglaublichen Teamgeist.

Salzburg spielt seit 2004/05 in der EBEL und verpasste nur im ersten Jahr die Play-offs, danach stand man sechsmal in Folge im Finale und konnte davon viermal den Titel erringen. Nach einem Viertelfinale, einem Halbfinale und einem weiteren Finale, fuhr man diese Saison einen nahezu unangefochtenen fünften Meistertitel ein.