Red Bull Salzburg mit der Hand am MeisterpokalEBEL-Play-off-News

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Es gibt aber auch rund um die Finalspiele die ein oder andere interessante Meldung. So hat zum Beispiel der ehemalige DEL-Coach Doug Mason seinen Vertrag beim Klagenfurter AC um zwei Jahre verlängert. Mason kam im Laufe er Saison zu den Rotjacken, führte das Team erfolgreich durch die Qualifikationsrunde und schaffte es am Ende gar ins Halbfinale.

Der Linzer Headcoach Rob Daum, der mit den Augsburger Panthern in Verbindung gebracht wird, gibt nun erstmals öffentlich zu, dass ihm andere Angebote vorliegen. Er lässt sich mit der Entscheidung über seine Zukunft jedoch Zeit und sagte gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten: „Es gibt nichts Spruchreifes, alles ist möglich. Ich habe andere Angebote, aber das heißt nicht, dass ich eines davon annehmen werde.“ In Linz hat er noch Vertrag bis Ende der Spielzeit 2015/16, allerdings mit einer Ausstiegsklausel fürs Ausland. Die Stahlstädter wollen den Vertrag mit Daum bis 2018 verlängern.

Die Black Wings Linz haben auch einige Spieler, die auf den Zetteln verschiedener DEL-Clubs stehen sollen. Sébastien Piché, an dem angeblich die Kölner Haie, die Eisbären Berlin und die Grizzly Adams Wolfsburg interessiert sind, möchte sich in den nächsten Wochen entscheiden. Bei Brian Lebler, der angeblich von Berlin umworben wird, will sich hingegen bis nach der Weltmeisterschaft in Tschechien Zeit lassen.

Zudem wurde Brian Lebler mit großem Vorsprung zum MVP, also zum wertvollsten Spieler, der Saison gewählt. Lebler bekam 60 Punkte, der Zweite Thomas Raffl kam auf 29 Punkte und der Dritte Andrew Sarauer erreichte 25 Punkte.

Auch in die andere Richtung gibt es Transferspekulationen. So sollen die Graz 99ers Interesse an der Verpflichtung von Brendan Cook von den Fischtown Pinguins haben. Doch noch spektakulärer ist das Gerücht um Barry Brust. Denn auch diesen wollen die 99ers verpflichten. Zunächst trennte sich der Club, trotz eines laufenden Vertrags, überraschend von seiner klaren Nummer 1, Dan Sabourin. Wenig später kamen die Gerüchte um Brust auf, der schon im Grazer Stadion gesichtet wurde. Nach seinem Engagement bei den Straubing Tigers spielte Brust für Abbotsford Heat und wechselte dann zu Medveščak Zagreb in die KHL. Vor dort ging es im Laufe dieser Saison zu Yugra Khanty-Mansiysk.

Das Gesprächsthema Nummer 1 kommt aber aus dem österreichischen Nationalteam. Dabei geht es um die Nichtberücksichtigung von Iserlohns Goalie Mathias Lang zur Weltmeisterschaft.

Grund ist wohl, dass Lange erst ab dem 24. April zum Team stoßen wollte. Dies wurde von Coach Ratushny nicht akzeptiert. Man einigte sich aber auf eine Trainingsteilnahme ab dem 14. April. Mathias Lange und seine Frau Michelle wohnen in New Jersey. Langes Plan war, einem Bericht der Kleinen Zeitung zufolge, dass er seine Familie in die USA begleitet und später zum Nationalteam stößt. Lange sagt: „Ich hätte keinen einzigen Trainingstag versäumt.“ Co-Trainer Dieter Kalt sagte vor einigen Tagen in der Kronen Zeitung jedoch: „In der A-WM kann man nur mit seriöser Vorbereitung bestehen“. Cheftrainer Dan Ratushny sagte der Kleinen Zeitung: „Wir haben uns im Trainerteam und mit Sportdirektor Alpo Suhonen verständigt, dass Mathias Lange diese WM nicht spielen wird.“ Zudem fehle es Lange an der Begeisterung. Mathias Lange selbst sagte gegenüber dem Blatt: „Wer mir mangelnde Einstellung nachsagt, lügt und beschädigt meinen Ruf.“ Auch Langes Club meldete sich zu Wort. Wolfgang Brück, geschäftsführender Gesellschafter der Iserlohn Roosters, äußerte sich auf der Homepage der Sauerländer zu den Vorgängen: „Ich kann diese Aussagen nicht nachvollziehen. Ich weiß, dass es die Zusage von Mathias Lange gegeben hat, an allen zwischen beiden Seiten vereinbarten Vorbereitungslehrgängen der Nationalmannschaft teilzunehmen.“

Finale: Red Bull Salzburg (1) – Vienna Capitals (5) Serie 3:0

Spiel 1: Red Bull Salzburg (1) – Vienna Capitals (5) 6:1 (1:0, 1:1, 4:0)

In der offensiv geführten Partie wäre der erste Abschnitt fast torlos geblieben. Doch Sekunden vor der Pause markierte Thomas Raffl die Führung für die Bullen. Im Mitteldrittel waren zunächst die Wiener das spielbestimmende Team. Doch der Ausgleich gelang nicht, denn auch das zweite Tor machten die Mozartstädter, diesmal traf Ryan Duncan. Wenig später sorgte Ken Magowan für den Anschluss, was ein Wiener Motivationsschub sein sollte. Doch genau das Gegenteil trat ein. Schon in der ersten Minute des Schlussdrittels stellte John Hughes den alten Abstand wieder her. Nun hatte die Ratushny-Truppe das Heft klar in der Hand und nutzte das konsequent aus. Brian Fahey traf in doppelter Überzahl und Kyle Beach machte den Doppelschlag perfekt. Damit war das Spiel eigentlich entschieden. In der Schlussminute setzt Brett Sterling noch einen drauf und ließ den Hauptstadtclub am Ende doch recht bedröppelt aus der Wäsche schauen. Salzburg setzte im Schlussdrittel ein Ausrufezeichen und machte damit wohl dem letzten klar, der der Favorit ist.

Tore: 1:0 (20.) Thomas Raffl, 2:0 (38.) Ryan Duncan, 2:1 (40.) Ken Magowan, 3:1 (41. PP) John Hughes, 4:1 (50.PP2) Brian Fahey, 5:1 (52.) Kyle Beach, 6:1 (60.) Brett Sterling.

Spiel 2: Vienna Capitals (5) – Red Bull Salzburg (1) 4:5 (2:1, 1:4, 1:0)

Spiel zwei der Serie kann man unter der Überschrift „Wien verschenkt Sieg“ abheften. Denn der Hauptstadtclub war 2:0 und 3:1 in Front, doch im Mitteldrittel vergeigte man die Chance, den Sieg perfekt zu machen. Im ersten Abschnitt konnten Dustin Sylvester und Peter MacArthur für eine doppelte Führung sorgen, doch John Hughes stellte in einem insgesamt ausgeglichenen Abschnitt den Anschluss her. Im Mitteldrittel war es zunächst Matt Watkins, der für eine erneute doppelte Führung zuständig war. Doch exakt 30 Sekunden später konnte Dominique Heinrich wieder verkürzen. Es folgte der unschöne Höhepunkt. Salzburgs Andreas Kristler checkte Wiens Peter MacArthur, dass dieser mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die fünfminütige Wiener Überzahl blieb ungenutzt. Danach kam es noch schlimmer und es brachen nahezu alle Dämme. Brett Sterling, Ryan Duncan und erneut Dominique Heinrich machten das Drittel am Ende recht deutlich. Im Schlussdrittel konnte man den Caps die Resignation ansehen, erst in den letzten zehn Minuten war der Wille bei Wien wieder zu sehen. Für den Anschluss brauchte es dann aber die doppelte Überzahl. Diese wurde von den Caps zunächst ungenau und schwach gespielt. Mit der ersten schnellen Kombination fand man aber doch denn frei stehenden Jonathan Ferland. Mehr war aber nicht mehr drin.

Tore: 1:0 (7.PP) Dustin Sylvester, 2:0 (14.) Peter MacArthur, 2:1 (18.) John Hughes, 3:1 (22.) Matt Watkins, 3:2 (23.) Dominique Heinrich, 3:3 (28.) Brett Sterling, 3:4 (34.) Ryan Duncan, 3:5 (37.PP) Dominique Heinrich, 4:5 (54.PP2) Jonathan Ferland.

Spiel 3: Red Bull Salzburg (1) – Vienna Capitals (5) 5:1 (1:1, 1:0, 3:0)

Wien jagte auch im dritten Spiel dem Sieg hinterher, dabei wehrten sie sich lange nach Kräften. Doch schon früh besorgte John Hughes die Salzburger Führung. Wien steckte nicht auf und kam durch Nikolaus Hartl zum Ausgleich. Im Mitteldrittel wurde die Partie körperlicher, so dass es einige Strafen gab. Eine davon nutzte Thomas Raffl zur Heimführung. Für das Schlussdrittel hatte sich der Hauptstadtclub einiges vorgenommen. Doch mit einem katastrophalen Fehler von Dominic Hackl, der einen Pass quer durch eigene Drittel direkt auf die Schaufel von Ryan Duncan spielte, nahm das Schicksal seinen Lauf. Duncan netzte ein und man konnte förmlich zusehen wie Wien Wille zerbrach. Thomas Raffl machte ein Überzahltor und Ben Walter narrte Wien inklusive Goalie Matt Zaba, der in diesem Spiel mehr als einmal unglücklich aussah.

Tore: 1:0 (5.) John Hughes, 1:1 (13.) Nikolaus Hartl, 2:1 (31.PP) Thomas Raffl, 3:1 (45.) Ryan Duncan, 4:1 (47.PP) Thomas Raffl, 5:1 (51.) Ben Walter.