Keine Änderungen nach PräsidentensitzungDie EBEL im Wochenrückblick

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Bei der sogenannten Präsidentensitzung werden jeweils eingeführte Neuerungen unter die Lupe genommen sowie Vorschläge und mögliche Verbesserungen rund um die EBEL diskutiert und beschlossen oder abgelehnt. Am Donnerstag war es wieder soweit und alle zwölf Clubs trafen sich in Klagenfurt, eine große Revolution blieb jedoch aus.

Einer der Tagesordnungspunkte war die Gleichstellung der Spieler. Demnach sollten alle EBEL-Spieler deren Nationen in der Liga vertreten sind, dieselbe Punktewertigkeit erhalten. Nach aktueller Spieler-Punkte-Regelung erhält jeder Spieler bis zu vier Punkte, je nach Alter und Herkunft. Eine grundsätzliche Begrenzung der Anzahl der Importspieler gibt es hierbei nicht. Einzige Bedingung ist, dass der Kader maximal 60-Spieler-Punkte stark sein darf. Diese Regelung bleibt jedoch auch nach der Sitzung unverändert. Gleich bleibt auch, dass die Teams nach der Tryout-Phase, die kommende Saison bis zum 18. November dauert, drei Spieler- und einen Goalie-Wechsel vornehmen dürfen.

Schon bei der Einführung dieses Systems zur Spielzeit 2007/08 hagelte es von vielen Seiten Kritik, die bis heute anhält. Spieler Chris Harand äußerte sich im Sommer 2011 mit den Worten: „Die Legionäre sollten schrittweise reduziert werden, das Punktesystem ist der sportliche Tod für ältere Österreicher.“ Österreichs Torwart-Legende Claus Dalpiaz meinte: „Wenn Spieler älter als 24 und plötzlich eineinhalb oder zwei Punkte Wert sind, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie sind absolute Leistungsträger, gleichzusetzen mit Ausländern, oder eben arbeitslos.“ Zwar wurde das System seit der Einführung leicht modifiziert, doch bei den Fans ist es immer noch ungeliebt.

Auf jeden Fall ist diese Regelung aber dafür verantwortlich, dass der EC Red Bull Salzburg am Sonntagabend mit dem kanadischen Stürmer Mike Duco bereits seinen 23. Importspieler präsentierte.

Auch die Vorschläge, die Spielerverträge offen zu legen und eine Nettogehaltsobergrenze einzuführen, wurden abgelehnt. Somit endete das Meeting ohne die von einigen Seiten erhoffte Revolution.

Als sehr wichtiges Projekt der nächsten Jahre wurde jedoch die Entwicklung eines gemeinsamen Nachwuchsprogramms zwischen dem Österreichischen Eishockeyverband (ÖEHV) und der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) beschlossen. ÖEHV-Sportdirektor Alpo Suhonen stellte es unter dem Namen „Austrian Hockey 2017“ vor und erhielt dabei die Unterstützung der Vereinen. Das Ziel des Projektes soll das erlangen des A-Status von der Senioren- bis zur U18-Mannschaft sein.

Sportlich hinterließen vor allem die Graz 99ers ihre Fußspuren. Nach dem 4:2-Sieg über den Klagenfurter AC und dem folgenden 5:3-Sieg über den Dornbirner EC sind die Grazer das Team der Stunde.

Völlig gegenläufig verlief das Wochenende beim Meister. Die 2:3-Niederlage gegen Fehervar AV19 und die 1:3-Niederlage im Topspiel gegen die Vienna Capitals stoppten den Aufwärtstrend der Black Wings Linz. Und das obwohl man Sonntagnacht mit Shawn Matthias den 16. Lockout-Spieler der EBEL von den Florida Panthers verpflichten konnte. Allerdings musste man auf Top-Torhüter David LeNeveu verzichten. Er zog sich am Samstag eine Handprellung zu, wird aber voraussichtlich am kommenden Wochenende wieder auflaufen können.

Ausfälle sind beim Klagenfurter AC ein Thema, das sich seit Saisonbeginn hinzieht. Diesmal hat es NHL-Verteidiger Tyler Myers erwischt. Am Freitag überdehnte er sich die Bänder im Spiel in Graz. Zudem fällt Tyler Scofield erneut aus. Er klagt über Rippenprobleme.

In dieses Lied stimmte auch der Villacher SV ein. Nach einem Check stürzte Derek Damon aufs Eis und fällt etwa zehn Tage mit einer Schulterprellung aus. Auch Villachs NHL-Star Michael Grabner fehlt dem Club zwei bis drei Wochen mit einem Bauchmuskelfasereinriss. Er twitterte jedoch bereits: „Mein Körper heilt schnell.“

Das Highlight des Wochenendes war das Aufeinandertreffen des Villacher SV und der Vienna Capitals. Hier sicherte der 20-jährige Niki Hartl nach einem Konter in der 28. Minute den 2:1-Sieg des VSV. Doch diesem Erfolg folgte am Sonntag eine böse 2:7-Klatsche beim HC Orli Znojmo.

Die restlichen Ergebnisse des Wochenendes:

Freitag:
Olimpija Ljubljana - KHL Medvescak Zagreb 3:2 n.V.
Dornbirner EC - HC Orli Znojmo 1:6
HC Innsbruck - EC Red Bull Salzburg 1:4

Sonntag:

HC Innsbruck - Klagenfurter AC 1:8
KHL Medvescak Zagreb - Fehervar AV19 3:0
EC Red Bull Salzburg - Olimpija Ljubljana 4:0