Ist der Tiroler Weg gescheitert?EBEL

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Doch nach acht gespielten Runden muss man sich wohl eingestehen, dass dieser Weg nicht zielführend ist. Denn nach diesen acht Spielen kann man gerade einen einzigen Punkt und ein desaströses Torverhältnis von -26 vorweisen.

Am Freitag holte sich der HC Innsbruck eine 2:5-Niederlage gegen KHL Medvescak Zagreb ab und ließ über zwei Drittel die Ligatauglichkeit vermissen. Der Sonntag lief nicht besser und man ließ sich von Olimpija Ljubljana gar 1:7 abschießen. Dabei ist Ljubljana als Tabellenvorletzter kaum besser dran.

Der hohe Sieg über Innsbruck war aber wohl auch die Reaktion auf eine turbulente Woche in Laibach. Am Montag wurde der erst im Sommer zu den grünen Drachen gewechselte, finnische Cheftrainer Heikki Mälkiä entlassen. Mit ihm musste auch Verteidiger Sergei Smirnov gehen. Als Trainer springt Bojan Zajc übergangsmäßig ein. Er trainierte bisher das Young-Star-Liga-Team der Laibacher. Doch nicht nur die Trainerentlassung sorgte für Aufsehen. Denn die grünen Drachen haben als erstes EBEL-Team auf dem Lockout-Markt zugeschlagen. Sie verstärken sich mit dem 24-jährigen Slowenen Jan Muršak, der ansonsten für die Detroit Red Wings aufläuft. Am Freitag konnte man daraus jedoch noch kein Kapital schlagen, da man sich dem Dornbirner EC mit 4:5 geschlagen geben musste.

Diesem Dornbirner Sieg am Sonntag, ging jedoch eine Niederlage am Freitag voraus. Mit 1:4 zogen die Bulldogs gegen den EC Red Bull Salzburg den kürzeren. Hier trügt das klare Ergebnis jedoch etwas über die Spielanteile hinweg. Dornbirn war großteils durchaus auf Augenhöhe mir den Salzburgern, scheiterte letztendlich aber an der eigenen Abschlussschwäche.

Neben Ljubljana trennten sich auch die Graz 99ers von einem Spieler. Doch Verteidiger Stefan Langenwieder wurde nicht entlassen, sondern bat um die Freigabe um künftig für die Ravensburg Towerstars aus der deutschen 2. Bundesliga spielen zu können. Laut österreichischen Medienberichten war 99ers-Coach Mario Richer ohnehin nicht von Langenwieders Leistungen überzeugt, sodass man dem wechselwilligen Spieler keine Steine in den Weg legen wollte.

Am Freitag verlor man trotzdem das Heimspiel gegen die Vienna Capitals. Und das mit 2:5 auch recht deutlich. Allerdings war das Spiel nach 40 Minuten noch offen. Im ersten Abschnitt legten die Gäste zwei Tore vor, die im Mitteldrittel wieder egalisiert werden konnten, ehe Wien das Schlussdrittel klar für sich entschied. Großen Anteil am Sieg der Hauptstädter hatte mit einem Tor und drei Vorlagen der Ex-Kölner André Lakos.

Die weiteren Ergebnisse:

Freitag
Klagenfurter AC - Fehervar AV19 3:1
Black Wings Linz - EC Red Bull Salzburg 6:4
Villacher SV - HC Orli Znojmo 6:2

Sonntag
Klagenfurter AC - Vienna Capitals 3:4
Fehervar AV19 - Villacher SV 3:4 n.P.
HC Orli Znojmo - Graz 99ers 2:3 n.P.
KHL Medvescak Zagreb - Black Wings Linz 3:1

In der Tabelle ist nach wie vor der Villacher SV ganz vorne. Seit Freitag sind jedoch die Vienna Capitals der erste Verfolger. Um nicht gänzlich den Anschluss zu verlieren, muss Meister Black Wings Linz die kommenden Spiele unbedingt punkten. Aktuell dümpelt man mit mageren sechs Punkten auf dem neunten Platz. Zum Spitzenreiter Villach sind es bereits stattliche neun Punkte Rückstand.

Dass der Villacher SV zurzeit das Team der Stunde ist, kann man auch den Statistiken ablesen. Stürmer Derek Ryan ist mit 16 (5/11) Punkten Führender der Scorerliste. Tormann Jean Philippe Lamoureux ist mit einer Fangquote von 94,7 Prozent aktuell bester Goalie der Liga und in der Plus/Minus-Statistik werden die ersten fünf Plätze von Spielern der Villacher belegt.