In Bozen läuten die Alarmglocken – schon wiederDas Sommertheater der EBEL

Der HC Bozen hat wirtschaftliche Probleme. Bauchlandung nicht ausgeschlossen. (Foto: Imago)Der HC Bozen hat wirtschaftliche Probleme. Bauchlandung nicht ausgeschlossen. (Foto: Imago)
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Die Geschichte rund um den HC Bozen begann diesmal aber schon viel früher. Bereits Anfang Februar war von Zwangsversteigerungen die Rede, da man bei einem deutschen Sportgerätehersteller seine Schulden in Höhe von 125.000 Euro nicht begleichen konnte. Dies berichtete die Südtiroler Zeitung Alto Adige. Der Zeitung zufolge wollte der Anwalt der unbekannten Firma die Einnahmen aus den Heimspielen pfänden lassen. Was jedoch nicht gelang, da sich beim HCB bereits damals die Gläubiger die Klinke in die Hand gaben.

14 Tage nach diesen Meldungen beschrieb Vorstandsmitglied Franz Sinn die finanzielle Situation als „nahezu hoffnungslos“. Inzwischen waren Fehlsummen von bis zu 500.000 Euro im Umlauf.

Bei all diesen Schulden ist es fast schon ironisch, dass die Südtiroler fristgerecht am 15. Januar für die Spielzeit 2015/16 bei der EBEL-Ligaleitung gemeldet hatten und das obwohl die Saison in keinster Weise gesichert war.

Eigentlich mussten die Verantwortlichen des HCB bis heute eine Entscheidung fällen. Die fehlende Summe wird in österreichischen Medien inzwischen mit 700.000 Euro beziffert. Da man sich aber sehr um den Fortbestand bemüht, gewährte die EBEL eine Fristverlängerung bis 30.Juni.

Heute wandte sich Präsident Dieter Knoll mit einem offenen Brief  an die Fans der Füchse. Er macht aus der Lage keine hehl und schreibt: „Die finanziellen Probleme des HC Bozen Südtirol sind nicht zu leugnen.“ Die Probleme liegen in der „allgemeinen Wirtschaftskrise und dem weitgehenden Fehlen von Sponsoren.“ Der Schlüsselsatz des Briefes ist das Geständnis: „Wenn wir heute fix zusagen würden, im September startbereit zu sein, wäre das gelogen, weil es einfach nicht stimmt.“ Verloren scheint aber tatsächlich noch nichts: „Derzeit fehlen die Voraussetzungen für eine Zusage, aber in den letzten Wochen war hinter den Kulissen wirklich sehr hart gearbeitet worden, es gab einige sehr wichtige Treffen, die Hoffnung keimen lassen.“ Unterstützung gibt es auch aus der Politik: „Ein Schlüsselerlebnis war das Hilfsangebot von Landeshauptmann (Anm.d.Autors entspricht einem deutschen Ministerpräsidenten) Arno Kompatscher, der sich als Fan der EBEL und des HCB Südtirol in dieser Liga europäischer Dimension geoutet hat.“ Dennoch, ein Ausstieg aus der EBEL „muss wohl oder übel in Betracht gezogen werden.“

Die Zeitung Alto Adige schätzt die Chancen auf 50:50. Ein Wiedereintritt in die italienische Serie A scheint dabei keine Option zu sein. Das bedeutet, dass das Eishockey in Bozen insgesamt auf des Messers Schneide steht. Aktuell haben die Bozen Foxes keinen einzigen Spieler und keinen Trainer unter Vertrag. Für die Fans des HCB heißt es nun bis zum 30. Juni weiter zittern und auf die Verantwortlichen waren etliche arbeitsreiche Stunden.