EBEL Winter Classic: Lange Drittelpause nach BohrerunfallEBEL-News

Der Villacher Brock McBride im Angriff - er erzielte in der 40. Minute das 3:1. (Foto: Imago)Der Villacher Brock McBride im Angriff - er erzielte in der 40. Minute das 3:1. (Foto: Imago)
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Die Woche begann mit einem vollen Spieltag am Dienstag. Das überraschendste Ergebnis war sicher die Salzburger Niederlage in Ungarn.

Orli Znojmo – Graz 99ers 5:2 (3:0, 1:1, 1:1)
Dornbirner EC – Villacher SV 1:2 (0:1, 0:1, 1:0)
Sapa Fehérvár – Red Bull Salzburg 4:1 (3:0, 0:1, 1:0)
HC Innsbruck – HC Bozen 2:6 (1:2, 1:2, 0:2)
Klagenfurter AC – Vienna Capitals 1:3 (1:0, 0:2, 0:1)
Black Wings Linz – Olimpija Ljubljana 5:2 (2:0, 0:1, 3:1)

Am Donnerstag beendeten dann die Grazer ihre sieben Spiele anhaltende Niederlagenserie und das nicht gegen einen Nachzügler, sondern gegen das Spitzenteam aus der Hauptstadt.

Sapa Fehérvár – Olimpija Ljubljana 7:0 (2:0, 3:0, 2:0)
Graz 99ers – Vienna Capitals 4:1 (3:0, 0:0, 1:1)
HC Innsbruck – Dornbirner EC 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)
Black Wings Linz – Orli Znojmo 3:2 n.V. (1:2, 0:0, 1:0, 1:0)
Red Bull Salzburg – Klagenfurter AC  3:2 n.P. (0:1, 1:0, 1:1, 0:0, 1:0)
HC Bozen – Villacher SV 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)

Am Samstag konnten sich 29.700 Fans im umgebauten Wörthersee Stadion am Winter Classic erfreuen und bekamen einiges fürs Geld geboten.

Klagenfurter AC – Villacher SV 1:4 (0:2, 1:1, 0:1)

Sportlich war es eine relativ klare Sache für den VSV, der von Beginn an das Spiel dominierte. Die Offensivbemühungen der Gäste wirkten sich auch zeitig aus, sodass nach acht Minuten und einem Doppelschlag binnen 124 Sekunden schon eine Zwei-Tore-Führung auf der Anzeige stand. Erst nun nahm der KAC am Spiel teil und konnte sich Chancen erspielen. Zählbares gelang zunächst jedoch nicht. KAC-Coach Doug Mason sagte nach dem Spiel „Ich bin sehr, sehr enttäuscht, wie wir das Spiel begonnen haben. Am Anfang hat es ausgesehen, als würden die Pittsburgh Penguins gegen die U12 des KAC spielen.“

35 Sekunden nach dem ersten Pausengang landete die Scheibe im Villacher Netz, doch der Treffer konnte nach Videoüberprüfung nicht anerkannt werden. Wie die Bilder zeigten, beförderte Jamie Lundmark den Puck mit einem deutlich zu hohen Stock ins Tor. Das nächste Mal wurden die Rotjacken erst wieder in einem Überzahlspiel gefährlich. Thomas Hundertpfund stand dort, wo ein Goalgetter stehen muss, konnte den Rebound nach einem Schuss von Thomas Pöck verwerten und stellte somit wieder den Anschluss her. Doch die Freude währte nicht lange, denn kurz vor der zweiten Pause stellten die Villacher Adler den alten Abstand wieder her.

In dieser wurde es dann kurios. Das Eis war frisch gemacht, es fehlten nur noch die Tore. Beim Bohren für die Befestigung, erwischte einer der Eismeister jedoch eine Kühlleitung. Binnen Sekunden bildete sich ein See aus grünem Kühlmittel, das munter vor sich hin sprudelte. Das Spiel konnte jedoch von den Technikern gerettet werden. Erst wurde mit Hämmern die Leckage im Schlauch freigelegt und dann mit einer Art Muffe selbige geflickt. Nicht nur die TV-Kommentatoren dachten spontan an „eine Operation am offenen Eis.“ Der Nasssauger beseitigte den Kühlmittelsee und auch das nun etwa zwei Handflächengroße Loch konnte mit Schnee und einem Feuerlöscher wieder vereist werden. Nochmal mit dem Zamboni drüber und nach knapp einer Stunde konnte das Spiel ins letzte Drittel starten.

Doch auch die verlängerte Pause brachte die Villacher nicht aus dem Konzept. So sagte VSV-Kapitän Gerhard Unterluggauer gegenüber dem Kurier: „Wir sind ganz ruhig geblieben und haben uns nicht stressen lassen.“ Nachdem Daniel Nageler den vierten VSV-Treffer setzten konnte, war die Partie entschieden. Auch wenn der KAC sich in der Schlussphase weiter bemühte, an Thomas Höneckl war kein Vorbeikommen mehr. Doug Mason wollte noch mal alles versuchen und nahm seine Keeper René Swette bereits 3:48 Minuten vor Spielende vom Eis. Am Endstand änderte sich jedoch nichts mehr. Der Frust sitzt, nicht nur wegen dieser Partie, bei KAC-Spieler Pöck tief. Er sagte im Kurier: „Bei uns fahren nicht alle 22 Spieler in die gleiche Richtung. Seit eineinhalb Jahren ist das so. Wenn wir ein Tor bekommen, fallen wir auseinander.“ Für die Klagenfurter deutet nun alles darauf hin, dass man sich nicht direkt für das Viertelfinale qualifiziert. Bei noch neun ausstehenden Spielen, ein Spiel mehr als die Konkurrenz und sieben Punkten Rückstand, ist die Chance nur noch minimal. Es steht also wieder die mühsame Qualifikationsrunde, in der man zwei aus sechs Teams für Viertelfinale sucht, an.

Tore: 0:1 (6.) Jason Krog, 0:2 (8.) Geoff Waugh, 1:2 (34.PP) Thomas Hundertpfund, 1:3 (40.) Brock McBride, 1:4 (45.) Daniel Nageler

Den Abschluss der Woche bildeten zwei Sonntagsspiele:

Graz 99ers – Red Bull Salzburg 2:5 (1:0, 0:1, 1:4)
Olimpija Ljubljana – HC Innsbruck 4:2 (2:0, 1:2, 1:0)

In der Tabelle gibt es wenig Neues. Oben thront mit großem Vorsprung und 53 Punkten Red Bull Salzburg. Es folgen die Black Wings Linz (45P), die Vienna Capitals (42P), der Villacher SV (41P), Orli Znojmo (39P) und das Ende der Top-Sechs Sapa Fehérvár (39P).

Erster Verfolger auf den wichtigen sechsten Platz, ist auf Rang sieben Meister HC Bozen (36P). Die Graz 99ers (34.) hat haben diesen zurzeit nicht mehr in Reichweite. Ab dem Klagenfurter AC (32P) sind die Chancen auf das direkte Erreichen des Viertelfinales wohl nur noch theoretischer Natur. Der HC Innsbruck (31P) ist das einzige Team, das diese Woche einen Platz gewinnen konnte und tauschte mit dem Dornbirner EC (30P). Den letzten Rang nimmt nach wie vor Olimpija Ljubljana (26P) ein.