Drei sind durchEBEL-News

Die süße Niederlage - Wien geht als drittes Team in die Play-offs. Kris Foucault (links) brachte die Caps in Znojmo in Führung. (Foto: Imago)Die süße Niederlage - Wien geht als drittes Team in die Play-offs. Kris Foucault (links) brachte die Caps in Znojmo in Führung. (Foto: Imago)
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Das Gipfeltreffen der Woche fand ohne Zweifel am Donnerstag statt, denn Erster gegen Zweiter ist immer etwas Besonderes.

Black Wings Linz – Red Bull Salzburg 2:0 (2:0, 0:0, 0:0)

Die Entscheidung fiel bereits im Anfangsdrittel, in dem die roten Bullen zunächst klar die bessere Mannschaft waren. Die Linzer hatten ihre liebe Mühe, das eigene Drittel zu verlassen und Salzburg schaltete und waltete fast nach Belieben. Doch die Truppe von Coach Dan Ratushny stellte sich selbst ein Bein. Erst ging Thomas Raffl und kurz darauf Zdeněk Kutlák mit je zwei Minuten von Eis. Diese doppelte Überzahl nutzten die Hausherren konsequent zur Führung. Von da an kamen die Stahlstädter immer besser in die Partie und konnten noch vor der Pause den Vorsprung ausbauen. Am Ende wusste man, es war das letzte Tor des Abends. Das zeichnete sich schon im Mitteldrittel ab, als die Partie den Namen Spitzenspiel nicht mehr verdiente. Das Schlussdrittel war kaum besser, obwohl Linz zunächst für klare Verhältnisse sorgen wollte. Als die nicht gelang, beschränkte man sich auf die Defensive und ließ oft einfallslose Salzburger kommen. Doch bis zum Schluss blieb alles wie gehabt und die Punkte in Linz. Somit stehen die Black Wings nach Salzburg als zweiter Viertelfinalteilnehmer fest.

Ein kleine Notiz am Rande: Beide Torschützen werden mit den Grizzly Adams Wolfsburg aus der DEL in Verbindung gebracht.

Tore: 1:0 (9.PP2) Sébastien Piché, 2:0 (16.) Andrew Kozek

Am Freitag konnte sich kein Team qualifizieren:

Orli Znojmo – HC Innsbruck 3:0 (0:0, 3:0, 0:0)
Dornbirner EC – Klagenfurter AC 1:6 (0:2, 1:2, 0:2)
Sapa Fehérvár – Graz 99ers 2:4 (1:1, 1:2, 0:1)
Olimpija Ljubljana – Villacher SV 2:4 (1:1, 0:1, 1:2)
HC Bozen – Vienna Capitals 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)

Am Sonntag ließ der Meister Federn, was Wien freute:

Dornbirner EC – HC Bozen 6:4 (1:1, 1:2, 4:1)

Nachdem der DEC am Freitag gegen den Klagenfurter AC sang- und klanglos verloren hat, befürchteten nicht wenige eine erneut deftige Niederlage gegen den Meister. Doch die Dornbirner stecken die Niederlage weg und zeigten, was in ihnen steckt. Schon nach vier Minuten gingen die Hausherren in Führung, doch nur 26 Sekunden später fiel der Ausgleich. Nach einem schnellen ersten Drittel ging es damit in die Pause. Der Start ins Mitteldrittel verlief für den DEC denkbar schlecht, denn der Meister verwandelte einen Penalty und ging erstmals in Führung. Bis zur zweiten Pause konnte jedes Team noch je einmal treffen. War das Spiel bis hierhin eine ausgeglichene Sache, so spielte nach der zweiten Pause lange nur noch ein Team. Mit heißen Kufen kamen die Dornbirner aus der Kabine und machten schnell den neuerlichen Ausgleich. Nun ging es Schlag auf Schlag. Binnen 146 Sekunden gelangen dem DEC drei Tore, die das Spiel entschieden. Der HCB steckte bis zu Ende nicht auf und konnte nochmal verkürzen, mehr aber nicht mehr. Nach der Niederlage muss der Meister Rang sechs wieder verlassen. Da sich auf diesem Platz niemand behaupten kann, rücken alle um den Strich wieder enger zusammen.

Tore: 1:0 (4.) Chris D'Alvise, 1:1 (5.) Mark Cullen, 1:2 (23.PEN) Mark Cullen, 2:2 (32.) Andy Bombach, 2:3 (37.) Markus Gander, 3:3 (43.) Zdeněk Blatný, 4:3 (46.) Martin Grabher-Meier, 5:3 (47.) Ryan Kinasewich, 6:3 (48.) Andy Sertich, 6:4 (55.) Derek Nesbitt

Orli Znojmo – Vienna Capitals 3:2 n.P. (0:1, 1:0, 1:1, 0:0, 1:0)

Die Niederlage des HC Bozen hat aber noch weitreichendere Folgen. Denn die Capitals sind nun, trotz heutiger Niederlage, als drittes Team fix in den Play-offs. Zu Anfang lief für die Caps noch alles nach Plan, man machte von Beginn an Druck und konnte diesen bereits in der dritten Minute zur Führung nutzen. Die Chancen für weitere Tore waren da, doch der starke Znojmo-Goalie Chris Holt hatte etwas dagegen. Nach dem ersten Pausengang änderte sich das Spiel. Die Hausherren nun deutlich besser im Spiel und kamen in ihrer ersten Überzahl zum Ausgleich. Nun war Hauptstadt-Keeper Matt Zaba gefordert und stand Holt in nichts nach. Das in einem insgesamt ausgeglichenen Spiel jede Mannschaft im Schlussdrittel noch einmal traf, passt ins Bild und spiegelt das Spiel wider. In der Verlängerung setzten beide Teams auf die Defensive und waren darauf bedacht, keine Fehler zu machen. In der Penaltylotterie hatten dann die Tschechen die besseren Karten.

Nebenbei: MacGregor Sharp, Stürmer beim DEL-Club der Schwenninger Wild Wings, wird über den Kurier mit den Vienna Capitals in Verbindung gebracht. Demnach könnte der Kanadier zum Hauptstadtclub wechseln, sobald Schwenningen auch rechnerisch keine Chance auf Platz zehn in der DEL mehr hat.

Tore: 0:1 (3.) Kris Foucault, 1:1 (30.PP) Branislav Rehuš, 2:1 (48.PP) Roman Tomas, 2:2 (57.) Rafael Rotter, 3:2 (65.GWP) Roman Tomas

Die übrigen Sonntagsspiele:

HC Innsbruck – Olimpija Ljubljana 4:5 (1:2, 1:2, 2:1)
Black Wings Linz – Sapa Fehérvár 1:3 (1:2, 0:0, 0:1)
Villacher SV – Klagenfurter AC 5:3 (2:1, 1:0, 2:2)
Red Bull Salzburg – Graz 99ers 5:4 n.V. (1:1, 2:2, 1:1, 1:0)

Vier Spiele vor Beendigung des Grunddurchganges ist Red Bull Salzburg mit 60 Punkten Ligaprimus. Die Black Wings Linz (55P) und die Vienna Capitals (50P) können ebenfalls für die Play-offs planen. Vierter ist nach wie vor der Villacher SV (49P), der nun sieben Punkte vor Platz sieben liegt und damit wohl auch in die Play-offs einziehen wird. Orli Znojmo (46P) hat mit dem Sieg am Sonntag ebenfalls einen großen Schritt gemacht. Sapa Fehérvár (43P) ist nach der Woche wieder auf Rang sechs, allerdings denkbar knapp.

Meister HC Bozen (42P) ist erster Verfolger und dicht dran. Die Graz 99ers (39P) rechnen sich sicher auch noch Chancen aus. Einen erneut enttäuschenden Grunddurchgang durchlebt der Klagenfurter AC (36P). Die Aussicht auf die direkte Qualifikation für die Play-offs dürfte nur noch theoretischer Natur sein. Gleiches gilt für den Dornbirner EC (36P). Der HC Innsbruck (33P) und Olimpija Ljubljana (30P) haben sich aus diesem Rennen bereits verabschiedet.

Unterdessen könnte aus der 12er-Liga nächste Saison eine 14er-Liga werden. Laut einem Bericht des Portals hockey-news.info könnte Medveščak Zagreb in die EBEL zurückkehren. Zudem soll auch Slovan Bratislava Interesse an einem Ligawechsel haben. Beide Teams spielen zurzeit in der großteils russischen KHL.

Fast jährlich gibt es für einen EBEL-Einstieg mehrere Anwärter und Gerüchte. So tauchen immer wieder die Namen Milano Rossoblu und Ritten Sport aus der italienischen Serie A, SHK 37 Piestany aus der slowakischen Tipsport Extraliga, Debreceni HK aus der ungarischen MOL Liga oder dem HDD Jesenice aus der slowenischen Liga auf.

Eine Entscheidung über eine Aufstockung soll im April dieses Jahres fallen.