Die Top-Teams der EBELSaisonvorauschau EBEL (3/3)

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EC Villacher SV

Hinter der Villacher Bande steht erneut der 62-jährige Autro-Kanadier Greg Holst. Er übernahm das Team im letzten November, war aber bereits von 2002 bis 2008 Cheftrainer beim VSV. Als erstes musste man sich einen neuen Goalie suchen, denn Jean-Philippe Lamoureux fängt die Scheiben nun in der österreichischen Hauptstadt. Einen Nachfolger hat man in der Liga selbst gefunden. Von Olimpija Ljubljana wechselte Olivier Roy. Als Backups stehen die jungen Lukas Herzog und Urban Avsenik bereit. In Villach gilt dasselbe wie bei einigen anderen Teams. Fällt die Nummer ein aus, wird es dünn.

Als nächstes wurde die halbe Abwehr ausgetauscht, beziehungsweise musste ausgetauscht werden. Der Schwede Robin Weihager spielt nun für die Graz 99ers, Ryan McKiernan schnürt die Schlittschuhe jetzt für die Vienna Capitals und Kapitän Gerhard Unterluggauer beendete mit 39 Jahre seine Laufbahn. Mit Kevin Wehrs kommt der Bekannteste von Fehérvár AV19. Der wahrscheinlich Beste ist der Finne Mikko Jokela, der aber schon 36 Jahre alt ist. Gefunden hat man ihn bei Kalevan Pallo in der ersten finnischen Liga. Spannend wird, wie sich der 24-jährige Kanadier Samuel Labrecque macht. Er spielte letzte Saison in der CIS für die McGill Univercity und brachte es in 28 Spielen auf 16 Tore und 28 Vorlagen. Im Team geblieben sind Florian Mühlstein und Markus Schlacher.

Im Angriff muss nicht so viel gebastelt werden. Die Österreicher Daniel Nageler und Benjamin Petrik sind genauso im Team wie der Slowene Miha Verlič. Wichtige Bausteine auch die Kanadier Dustin Johner, Brock McBride und Eric Hunter. Weg sind hingegen Žiga Pance (Klagenfurter AC), Rick Schofield (Black Wings Linz) und Mark Santorelli (noch kein Club). Er wird mit Asiago Hockey aus der Alps Hockey League in Verbindung gebracht. Neuen Schwung soll Evan McGrath von Hockey Thurgau bringen. Bekannter sind hingegen die beiden anderen Neuen. Corey Locke kommt von Schweizer EHC Visp. Das letzte Puzzlestück und die letzte Verpflichtung ist der Slowene Jan Urbas. Er kommt von VIK Västerås HK wo er letzte Saison 15 Tore und 17 Vorlagen in 52 Spielen beisteuerte.

Letzte Saison fand der VSV den schweren Weg über die Qualifikationsrunde in die Play-offs. Im Halbfinale war den aber gegen den späteren Meister Salzburg Schluss. Das könnte durchaus wieder möglich sein.

EV Vienna Capitals

Giacinto „Jim“ Boni führte die „Caps“ letzte Saison nur ins Viertelfinale. Zu wenig für den Anspruch des Hauptstadtclubs. Der neue Mann hinter der Bande ist Serge Aubin, der nur wegen des Ausstiegs der Freezers aus der DEL verfügbar war.

Goalie Nathan Lawson verließ den Club in Richtung Hämeenlinnan Pallokerho. Doch dieses Problem wurde exzellent gelöst, denn mit Jean-Philippe Lamoureux konnte man einen der besten Goalies der Liga vom Villacher SV loseisen. Nationalbackup David Kickert wird auch wieder Backup in Wien sein.

Mit Tyler Cuma, Jamie Fraser und Philippe Lakos konnte man einen guten Kern in der Defensive halten. Durch die Abgänge von Florian Iberer (33) nach Cracovia Krakow, Troy Milam (36) zu den Iserlohn Roosters, Sven Klimbacher (34) zu den Graz 99ers und Klemen Pretnar (29) nach Yunost Minsk, hat man sich von den älteren Semestern getrennt und diese durch zum Teil deutlich jüngere Sportler ersetzt. Aaron Brocklehurst, den Aubin aus Hamburg mitbrachte, ist mit 31 Jahren der Älteste. Ryan McKiernan kam vom VSV und Collin Bowman von den Colorado Eagles aus der ECHL. Die beiden sind 26 beziehungsweise 25 Jahre alt.

In der Abteilung Attacke blieben Jonathan Ferland, Mario Fischer, Andreas Nödl, Rafael Rotter, MacGregor Sharp an Board. Auch hier hat man das Team ordentlich durcheinander gewürfelt. Niki Hartl und Derek Whitmore wechselten im Duo in die DEL, zu den Straubing Tigers. Der frühere Kölner Jamie Johnson hat seine Zelte nun in Dänemark bei den Herning Blue Fox aufgeschlagen. Der Ex-Wolfsburger Matt Dzieduszycki ging in die ACH zu den Stoney Creek Generals. Michael Schiechl wechselte zum Meister Salzburg. Nur Danny Bois und Simon Gamache sind noch ohne Club. Beide könnten ihre Karriere aber auch beenden. Bei den Zugängen hat man sich nicht lumpen lassen. Der bekannteste dürfte Riley Holzapfel (Karlskrona HK) sein. Kelsey Tessier (IF Björklöven) und der 20 jährige Ali Wukovits (Färjestad BK J20) dürften aber in die Kategorie „Interessant“ fallen. Taylor Vause und Jerry Pollastrone hat man beide vom HC Bolzano geholt. Letzterer hat dort vergangene Saison 46 Punkte eingesammelt.

Wien steht diese Saison nahezu vor einem Neuanfang. In allen Teilbereichen, inklusive Trainer, wurde kräftig umgebaut. Für Serge Aubin gilt es im ersten Schritt ein Team zu formen. Bis zum Beginn der Play-offs sollte das zu schaffen sein und dann ist Wien auch wieder ein Kandidat für ganz weit oben. Das Potential hat das Team allemal.

EHC Liwest Black Wings Linz

Die Stahlstädter beendeten den letzten Grunddurchgang als Zweiter. In der Zwischenrunde reichte es „nur“ zu Platz fünf. Nach dem Viertelfinalsieg über Bozen, unterlag man im Halbfinale Znojmo. In großer Not den Kader zu verändern war mal also nicht. So konnte man eine Großteil des Kaders halten und sich gezielt verstärken. Mit Michael Ouzas kann Coach Rob Daum, der in seine sechste Saison in Linz geht, auf einen der besten Goalies der Liga zurückgreifen. Letztjahres-Backup Thomas Dechel hat den Club indes verlassen. Er schloss sich der zweiten Mannschaft des Klagenfurter AC an und spielt fortan in der neuen Alps Hockey League. Den Backup-Job teilen sich die Linzer EBYSL-Nachwuchs-Goalies Florian Janny und Dominic Divis. Fällt Ouzas aus, könnte das zum Problem werden.

In der Abwehr hat man Mario Altmann, Robert Lukas, Marc-André Dorion, Brett Palin und Offensiv-Verteidiger Sébastien Piché (64Spiele, 17 Tore, 40 Vorlagen) altbewährtes. Gehen mussten Pechvogel Grant Lewis und der für Lewis nachverpflichtete Travis Roche. Beide haben noch keine neuen Arbeitgeber. Die Lücke soll durch den aus der DEL bekannten Jonathan D'Aversam der vom Ligakonkurrenten Dornbirner EC kam, geschlossen werden.

Auch im Sturm gibt es wenige Veränderungen. Dan DaSilva, Rob Hisey, Fabio Hofer, Daniel Oberkofler und Patrick Spannring schnüren ebenso wieder die Schlittschuhe, wie der 36-jährige Philipp Lukas und der 37-jährige Brett McLean. Karriereende ist aber für den langjährigen DEL Spieler Jason Ulmer. Der 37 jährige spielte die letzten drei Jahre für Linz. Olivier Latendresse wird mit einem Club in Frankreich in Verbindung gebracht. Zu ersetzten gilt es vor allem den vielumworbenen Kanadier Andrew Kozek. In seinen drei Jahren erzielte er 115 Tore für Linz. Jetzt will er sich in der DEL bei den Thomas Sabo Ice Tigers beweisen. In erster Linie soll das Rückkehrer und Austro-Kanadier Brian Lebler machen. Nach einem Jahr beim ERC Ingolstadt wechselt er zurück in die Stahlstadt. Zudem holte man sich Verstärkung aus anderen EBEL-Teams. Der Kanadier Joel Broda kommt aus Bozen, wo er 44 Punkte sammelte und Rick Schofield, ebenfalls Kanadier, wechselt aus Villach an die Donau. Den Kader komplettiert der 23 jährige Kandier Curtis Loik. Da seine Mutter Österreicherin ist, spielt Loik mit österreichischem Pass. Er kommt direkt von der Penn State University (NCAA), wo er überschaubare Statistiken vorweisen kann. Manager Christian Perthaler beschreibt ihn jedoch als harten Arbeiter in guter physischer Verfassung mit einem harten, platzierten Schuss und sagt „Wir hoffen natürlich, dass er sich als ein ähnlicher Glücksgriff erweist wie zuletzt Brian Lebler, den wir ja auch als unbekannten Mann aus Nordamerika holten.“ Leblers Zahlen waren in der NCAA auf einem ähnlichem Niveau. Er konnte allerdings ein Jahr Erfahrung in der AHL (11 Spiele für Syracuse Crunch) und ECHL (24 Spiele für Elmira Jackals) vorweisen.

Insgesamt sollten die Play-offs für Linz klar zu erreichen sein und auch diese Saison muss man sie zum Kreis der Titelanwärter zählen. Der große Vorteil der Black Wings ist natürlich, dass man nur wenige neue Spieler einbauen muss.

EC Red Bull Salzburg

Mit einem Trainerwechsel geht in der Regel auch immer ein größerer Umbruch im Kader einher. So auch in Salzburg. Dan Ratushny verlässt die roten Bullen nach zwei Meisterschaften und sucht nun die Herausforderung beim Schweizer NLA-Club Lausanne HC. Sein Nachfolger und damit neuer Cheftrainer ist der in Deutschland bestens bekannte Greg Poss. Der 51-jährige Amerikaner war zuletzt sechs Jahre in der ECHL Headcoach bei den Florida Everblades, mit denen er einen Kelly Cup gewinnen konnte und mit einer Ausnahme stets in den Play-offs stand.

Einer der Torhüter ist wieder der Slowene Luka Gračnar. Fabian Weinhandl hingegen gehört nicht mehr zu Team und ist bis jetzt auch noch ohne neuen Club. Seinen Platz hat Ligarückkehrer Bernhard Starkbaum, der vom schwedischen Brynäs IF kam.

Schweden ist dann auch die neue Heimat von Dominique Heinrich. Er hat sich dem Örebro HK angeschlossen. Brian Connelly und Brian Fahey sind noch vereinslos. Die Neuverpflichtungen sind durchaus sehenswert. Dabei griff man gleich zweimal in die DEL. Bobby Raymond aus Iserlohn und Mathieu Roy aus Hamburg gehören nun zum Team, genauso wie Mark Flood den man von Lada Togliatti aus der KHL holte. Mit den gebliebenen Zdeněk Kutlák, Alexander Pallestrang, Matthias Trattnig und Layne Viveiros hat man sicher eine der beste Defensiv-Abteilungen der Liga.

Auch im Sturm wurden fünf Spieler ausgetauscht. Der 37-jährige Per Ledin folgt Ratushny nach Lausanne. Konstantin Komarek wechselte nach Schweden, zu den Malmö Redhawks, Ben Walter sucht sein Glück in Japan bei den Nippon Paper Cranes und Brett Sterling spielt in Chicago für die Wolves. Nur Luciano Aquino hat noch keinen neuen Club. Die Österreicher Andreas Kristler, Manuel Latusa, Daniel Welser durften bleiben, genauso wie die kanadischen Punktegaranten Ryan Duncan und John Hughes. Beide hatten vergangene Saison über 50 Punkte gesammelt. Zu den Neuzugängen gehören die drei Österreicher Raphael Herburger (EHC Biel-Bienne), Thomas Raffl (Manitoba Moose) und Michael Schiechl (Vienna Capitals). Bill Thomas kam von MODO Hockey aus Schweden und Brett Olson von den Portland Pirates. Damit hat Salzburg wieder einen sehr namhaften Sturm.

Somit ist klar, Salzburg wird bei den Buchmachern und Wettbüros sicher wieder als der große Titelfavorit gehandelt. Die Meisterschaft geht nur über die Red Bulls.