Der HC Bozen steht im EBEL-FinaleWie ein Märchen

Wer hätte damit gerechnet? Der HC Bozen steht im Finale der EBEL. (Foto: dpa/picture alliance/APA/picturedesk.com)Wer hätte damit gerechnet? Der HC Bozen steht im Finale der EBEL. (Foto: dpa/picture alliance/APA/picturedesk.com)
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In der Qualirunde musste bei den Südtirolern alles nach Plan laufen, um auf einen der beiden Plätze zu kommen, die zur Teilnahme an den Play-offs berechtigten, und das schaffte Bozen auch – mit etwas Verspätung. Die ersten beiden Spiele gingen gegen vermeintlich schwächere Gegner verloren. In Znojmo beim Hauptrundenletzten verloren die Foxes mit 0:1, zuvor verloren die Südtiroler zu Hause gegen den direkten Konkurrenten Fehervar mit 1:2. Doch dann gewann das Team um Kapitän Alex Egger sieben der letzten acht Spiele und war auf einmal in den Play-offs. Als vermeintlich leichter Gegner wollten die ersten drei der oberen Platzierungsrunde, der so genannten Pick Round, allerdings lieber gegen andere Teams spielen, so dass der Tabellenvierte aus Klagenfurt den HC Bozen als ersten Gegner zugeteilt bekam.

Das erste Spiel gewann Bozen in Klagenfurt mit 3:1, um dann aber im Heimspiel mit 2:3 zu verlieren. Spiel drei wieder in Klagenfurt wurde erst in der Verlängerung zu Gunsten der Österreicher mit 2:1 entschieden. Kurios: Das 1:0 für Klagenfurt fiel 17 Sekunden vor Spielende. Alex Petan glich dann eine Sekunde vor Schluss aus und erzwang die Verlängerung, dort traf dann aber Manuel Ganahl nach knapp acht Minuten zur 2:1-Serienführung für den KAC. Auch die nächsten beiden Spiele gingen in die Verlängerung; diesmal mit dem glücklicheren Ende für die Foxes. Das sechste Spiel der Serie entschieden dann die Südtiroler in der heimischen „Eiswelle“ mit 2:0 für sich und zogen für viele überraschend ins Halbfinale ein.

Dort wartete niemand geringeres als der aktuelle Meister aus Wien und die Vienna Capitals machten im ersten Spiel ernst und schossen den HCB mit 4:0 zurück nach Hause. Wieder war die Stimmung bei den Fans alles andere als gut, der Auftritt war zum Vergessen. Die Schmach von Wien saß tief und in Spiel zwei drehten die Südtiroler den Spieß um und schossen die Capitals mit 4:1 aus der „Eiswelle“. Die nächsten drei Spiele gewann die Mannschaft von Trainer Kai Suikkanen mit 3:2 nach Verlängerung, 5:2 und 2:1. Damit steht der HCB zum zweiten Mal in seiner Geschichte im Finale. 2014 gelang Bozen sogar der Titelgewinn in der EBEL.

Der Finalmodus muss aufgrund der Teilnahme des HCB umgestellt werden, das letzte mögliche Spiel wurde nun auf den 20. April vordatiert, da am 21. April die B-WM startet und bei Bozen einige Nationalspieler Italiens mitspielen, die bei der „Squadra Azzurra“ gebraucht werden.

Anton Bernard, Kapitän der italienischen Nationalmannschaft und Stürmer in Bozen, äußerte sich wie folgt zum Finaleinzug: „Wir sind hier alle überglücklich. Anfang Februar hätte hier damit keiner gerechnet, dass wir so weit kommen. Das macht das Ganze umso schöner. Wir hatten auch etwas Glück, waren aber defensiv sehr stark und haben wenig zugelassen. Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung und werden im Finale nun alles geben.“

Ab Sonntag, 8. April, spielen Anton Bernard und seine Teamkollegen entweder gegen Salzburg oder Linz. Die ersten beiden Spiele muss der HCB auswärts bestreiten. Der Bozener Finalgegner steht bereits als österreichischer Staatsmeister fest und spielt gegen die Foxes um den EBEL-Titel.