Das Skandaltor von SzékesfehérvárDie Woche der EBEL

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Sicher kennt auch jeder Eishockeyfan die Fußballszene, die allgemein als Phantomtor bezeichnet wird. Thomas Helmer bringt im April 1994 den Ball nicht über die Linie. Nahezu jeder im Stadion hatte das gesehen. Mit Ausnahme von Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers, denn dieser entschied auf Tor für den FC Bayern München. Nach dem Spiel legte der 1.FC Nürnberg Protest ein und es kam zum Wiederholungsspiel.

Diesmal lief die Geschichte komplett anders. Im Spiel Fehervar AV19 gegen Olimpija Ljubljana erzielte Csaba Kovacs in der 42. Minute ein eigentlich gut erkennbares Tor. Es wäre das 2:0 für die roten Teufel gewesen. Doch Schiedsrichter Gerald Podlesnik machte sofort das Wash-Out-Signal und signalisierte damit „Kein Tor“. Der folgende Videobeweis dürfte in die Geschichte eingehen, denn Gerald Podlesnik und Georg Veit bestätigten die erste Entscheidung. Es blieb beim 1:0. Doch im weiteren Verlauf des Spieles, drehte Olimpija Ljubljana das Spiel und gewannen nach Toren von Brock McBride und Jan Mursak noch mit 2:1. Fehervar AV19 legte Protest ein, dieser endete jedoch negativ. Denn wie die Stellungnahme der EBEL zeigte, hatten die Schiedsrichter nach dem Videobeweis keine andere Wahl. Dort ist zu lesen: „Da sich aufgrund der äußeren Witterungsverhältnisse und der Zuschauermenge im Stadion Kondenswasser auf der Linse des Video Goal-Judge-Systems gebildet hatte, war es den Schiedsrichtern nicht möglich, eine brauchbare Wiederholung der Szene zu betrachten. Es wurde daher von den Schiedsrichtern auf „ kein Tor“ entschieden. Des Weiteren hatten die Schiedsrichter nicht die Möglichkeit, auf die vorhandenen TV-Bilder zurückzugreifen, da der TV-Feed nicht auf der Zeitnehmerbank einsehbar war.“ Die auf dem Eis getroffene Entscheidung war eine Tatsachenentscheidung und hat bestand. Weiter unten der Link zum Skandaltor...

Während Danny Naud, Chefcoach vom abgeschlagenen Tabellenletzten HC Innsbruck, seinen Vertrag um ein Jahr verlängern konnte, musste Christian Weber vom Klagenfurter AC nun doch seinen Schreibtisch räumen. Letzte Woche preschten österreichische Medien mit dieser Entlassung zu früh um die Ecke. Vom KAC gab es dafür eine öffentliche Schelte und die Aussage dass es keine Trainerdiskussion gebe. Nur wenige Tage später kassierte das Team eine 2:8-Niederlage beim Meister Black Wings Linz und alles ist Makulatur. Inzwischen hat der bisherige Co-Trainer Christer Olsson das sportliche Ruder bei den Rotjacken übernommen.

Alle drei Spiele des Wochenverlaufs konnte kein Team gewinnen, was letztlich aber für einige Spannung in den nächsten Runden des Grunddurchganges sorgen dürfte. Allerdings gab es einige durchaus überraschende Ergebnisse. So konnte der HC Innsbruck mit 6:4 nicht nur beim anderen Kellerkind Dornbirner EC gewinnen, sondern klaute nach dem 4:3-Sieg nach Verlängerung auch Olimpija Ljubljana die Punkte. Überraschend deutlich endete auch das Spitzenspiel zwischen KHL Medvescak Zagreb und den Vienna Capitals. Erst streikte der Bus des Hauptstadtclubs, sodass es erst mit 90-minütiger Verspätung losgehen konnte und dann streikte die Offensivabteilung. Nach der 0:4-Niederlage stiegen die Wiener wieder in den Bus.

In der Tabelle dürften die Vienna Capitals (51 Punkte) und KHL Medvescak Zagreb (50P) langsam aber sicher mit der Planung für das Viertelfinale, beziehungsweise mit der zuvor anstehenden Zwischenrunde, planen. Danach wird es bis zu Platz zehn noch spannend. Dritter sind momentan die Graz 99ers (46P) denen auf Rang vier der Villacher SV (44P) folgt. Auf den Plätzen fünf, sechs und sieben, belegt vom HC Orli Znojmo, den Black Wings Linz und Fehervar AV19, sammelten die Teams je 41 Zähler. Ab Platz sieben geht es jedoch nicht in die Zwischenrunde und dem damit sicher verbundenen Viertelfinale, sondern man spielt in der Qualifikationsrunde die letzten beiden Plätze für die Play-offs aus. Achter ist aktuell der Klagenfurter AC (40P). Auf der Neun steht der EC Red Bull Salzburg (39P) und an Platz zehn befindet sich Olimpija Ljubljana (37P). Abgeschlagen sind die Liganeulinge Dornbirner EC (25P) und der HC Innsbruck (15P).

Viel Zeit zum Ausruhen und Silvester feiern haben die EBEL-Teams jedoch nicht. Bereits am 1. Januar beginnt die nächste Woche mit weiteren drei Spieltagen.

Die restlichen Ergebnisse der Woche:

Mittwoch:
Klagenfurter AC - EC Red Bull Salzburg 4:3
Graz 99ers - Villacher SV 5:3
HC Orli Znojmo - Black Wings Linz 5:2

Freitag:
HC Innsbruck - Fehervar AV19 0:1
Villacher SV - Dornbirner EC 6:2
Graz 99ers - Vienna Capitals 2:3 n.P.
Olimpija Ljubljana - HC Orli Znojmo 3:2 n.P.
EC Red Bull Salzburg - KHL Medvescak Zagreb 1:0

Sonntag:
Klagenfurter AC - HC Orli Znojmo 3:1
KHL Medvescak Zagreb - Black Wings Linz 5:2
Villacher SV - Fehervar AV19 6:0
EC Red Bull Salzburg - Graz 99ers 3:1
Dornbirner EC - Vienna Capitals 4:3 n.V.

Video vom Skandaltor: