Campioni! HC Bozen macht die Cinderella Story wahrEBEL: Die Sensation aus Südtirol

Nach dem Grunddurchgang war der HC Bozen noch Neunter - doch nun haben die Südtiroler nach 2014 zum zweiten Mal die Meisterschaft in der EBEL gewonnen. (Foto: dpa/picture alliance/APA/picturedesk.com)Nach dem Grunddurchgang war der HC Bozen noch Neunter - doch nun haben die Südtiroler nach 2014 zum zweiten Mal die Meisterschaft in der EBEL gewonnen. (Foto: dpa/picture alliance/APA/picturedesk.com)
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Der Überraschungsfinalist HC Bozen, der lange Zeit Tabellenletzter in der Hauptrunde war, forderte dem haushohen Favoriten EC Red Bull Salzburg alles ab. Die Salzburger hätten die offene Rechnung aus 2014 gerne beglichen, damals verloren die Roten Bullen das damals fünfte und entscheidende Spiel in der Verlängerung mit 2:3.

Aufgrund der Teilnahme Italiens an der B-WM und der Tatsache, dass Bozen einige Spieler der „Squadra Azzurra“ im Team hat, musste der Finalspielplan angepasst werden. So wurde wie in der NHL jeweils ein Doppelpack an Heimspielen in den Spielen eins und zwei sowie drei und vier der Serie gespielt. Spiel eins fand am 8. April 2018 in Salzburg statt – das gewann der HCB mit 2:1. Keine 24 Stunden später folgte Spiel zwei wiederum in Salzburg, das die Hausherren mit 3:0 für sich entscheiden konnten.

Drei Tage später folgte Spiel drei in Bozen, das die Südtiroler mit 4:2 gewannen und so ein weiteres Ausrufezeichen setzen konnten. Spiel vier fand exakt 24 Stunden später wieder in der Bozener Eiswelle statt und diesmal zeigten die Salzburger ihr ganzes Können und gewannen souverän mit 6:3 und glichen die Serie erneut aus.

Mit Spiel fünf ging die Serie in Salzburg weiter und zum ersten Mal im Finale gingen die Salzburger nach Seriensiegen in Führung und gewannen mit 6:5, allerdings erst in der Verlängerung. Hier dachten nun viele, dass den Salzburgern der Titel nicht mehr zu nehmen ist. Zu dominant schien das Team von Greg Poss.

Die Bozener wollten das letzte Saisonspiel des Jahres in der heimschen „Palaonda“ zu einem Fest machen und das gelang ihnen auf eindrucksvolle Weise. Das Team von Headcoach Kai Suikkanen gewann mit 6:3 und erzwang somit das alles entscheidende siebte Spiel am gestrigen Freitag in Salzburg.

Und in Spiel sieben zeigte das Team von Kapitän Alexander Egger, der nach dem gestrigen Spiel seine aktive Karriere beendete, warum die Südtiroler im Finale waren. Salzburg versuchte viel und wollte den Sieg, doch der Defensivverbund des HCB hielt Peter Mueller und Co. weg vom eigenen Tor, schaffte es aber, eigene Nadelstiche zu setzen. Binnen 61 Sekunden brachten Domenico Monardo und Chris DeSousa die Füchse mit 2:0 in Führung. Im Mittelabschnitt setze Anton Bernard den mitgeeilten Luca Frigo wunderschön in Szene, der gar auf 3:0 erhöhte. Salzburg spielte und machte, aber bei Pekka Tuokkola war spätestens Endstation – der Torhüter brachte die Salzburger Reihen zur Verzweiflung. Im Schlussdrittel wurde es dann nochmal richtig spannend, denn Layne Viveros traf 5:30 Minuten vor dem Ende zum 1:3-Anschlusstreffer. Auf 2:3 verkürzte dann noch Peter Mueller 90 Sekunden vor dem Ende, Greg Poss nahm den Goalie Bernhard Starkbaum vom Eis und warf alles nach vorne. Doch genauso warfen sich die Spieler des HC Bozen in jeden Schuss und verteidigten mit allem, was sie hatten, das eigene Tor. Am Ende gewinnt die bessere Defensive den Titel in der EBEL. Da nur ein österreichisches Team im Finale stand, war bereits vor der Serie klar, dass der zusätzliche Titel des österreichischen Staatsmeisters an den EC Red Bull Salzburg geht.

Nach 2014 gewinnt der HC Bozen zum zweiten Mal den Titel in der Erste Bank Eishockey Liga.