Bozen mischt die Liga aufEBEL-News

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HC Bozen – Red Bull Salzburg 4:3 (1:0, 1:2, 2:1)

Damit hat wohl kaum jemand gerechnet. Außenseiter Bozen konnte auch das finanziell deutlich besser gebettete Salzburg bezwingen. Für die Fans im ersten Heimspiel in der neuen Liga selbstredend eine große Sache, die diesmal auch friedlich gefeiert wurde. Die Mozartstädter hatten von Beginn an Probleme mit der Spielweise der italienischen Südtiroler. Daher war die Abstauberführung durch Peter Wunderer auch verdient. Salzburg spielte jedoch clever und kam immer besser in die Partie. Etwa zur Hälfte des Spieles übernahmen die Gäste durch einen Doppelschlag durch Andreas Kristler und Daniel Welser die Führung. Doch zwei Sekunden vor der zweiten Pause stellte HCB-Verteidiger Davide Nicoletti wieder den Gleichstand her. Kurz nach Wiederbeginn holten sich die Hausherren die Führung zurück und sollten sie auch nicht mehr abgeben. Anton Bernard schoss und Marco Insam fälschte unhaltbar ab. Zur Mitte des Schlussdrittels legte der Sturmführer der ersten Reihe, Trent Whitfield, nach. Das Thomas Raffl kurz danach nochmals verkürzen konnte, war nur noch Ergebniskorrektur.

Red Bull Salzburg – Orli Znojmo 2:4 (0:1, 0:1, 2:2)

Auch das zweite Saisonspiel der Salzburger unter Don Jackson brachte dem Titelfavoriten keine Punkte. Die roten Bullen waren im ersten Drittel zwar die erwartet bessere Mannschaft, doch mit fortlaufendem Spiel schlich sich ein Schlendrian ins Team. Patrik Novak nutzte einen Fehler im Aufbauspiel der Hausherren und sorgte für die Drittelführung. Das gleiche Spiel im Mitteldrittel. Salzburg drückte, machte jedoch den entscheidenden Fehler. Als zwei Adler alleine auf Salzburgs Keeper Bernd Brückler zuliefen, war es passiert und Adam Havlík konnte vollenden. Der Schlussabschnitt hatte gerade begonnen und Havlík steuerte erneut alleine auf Brückler zu. Das Ergebnis war dasselbe wie zuvor und die Partie schien entschieden. In den letzten Minuten konnten dann die Hausherren endlich auch etwas aus ihren Chancen machen. Mark Cullen und Michael Boivin machten das Spiel bis zur 56. Minute nochmal spannend. Doch drei Sekunden vor der Schlusssirene machte Jan Lattner mit seinem Treffer ins leere Tor endgültig alles klar.

Vienna Capitals – HC Bozen 3:4 (0:0, 1:2, 2:2)

Drittes Spiel, dritter Sieg. Langsam, aber sicher lehrt Bozen die Liga das Fürchten. Nachdem man am Dienstag bereits Topfavorit Salzburg besiegen konnte, musste am Freitag mit Wien das nächste Topteam dran glauben. Das erste Drittel war jedoch von beiden Mannschaften Eishockey-Schonkost. Torchancen waren Mangelwaren. Mit Beginn der zweiten zwanzig Minuten wurde es besser und in der 29. Minute war der Bann gebrochen. Sébastien Piché löste den Knoten und legte etwas mehr als zwei Minuten später selbst nochmals nach. Mit einem „Eigentor“, das man Caps-Kapitän Benoît Gratton gutschrieb, kamen die Hauptstädter wieder zurück ins Spiel und erstmals auf die Anzeigetafel. Mit voller Favoritenwucht kamen die Wiener aus der zweiten Pause und drängten auf den Ausgleich. Doch mitten in diese Drangphase erzielte Kim Strömberg das nächste Tor der Gäste. Richtig wild wurde die 50. Minute. Zwischen der Spielzeit 49:24 und 49:47 hagelte es drei Treffer. Erste konnte Jamie Fraser verkürzen. Nach 14 Sekunden stellte MacGregor Sharp den alten Abstand wieder her und weitere neun Sekunden danach traf Dustin Sylvester für Wien, was den Endstand bedeutete.

Klagenfurter AC – Villacher SV 4:5 n.V. (2:2, 1:1, 1:1, 0:1)

Für den Meister verläuft der Saisonstart alles andere als erwartet und gewünscht. Das dritte Spiel der Runde war das 300. Derby in Kärnten und war an Dramatik und dem Wechselbad der Gefühle kaum zu überbieten. Bereits nach 37 Sekunden konnte Brock McBride erstmals für den VSV treffen. Fünf Minuten später machte Cole Jarrett das 2:0 für die Gäste, die das Spiel in der Hand hatten. Erst durch den Anschluss von Thomas Koch meldete sich der KAC zurück. Nun voll im Spiel konnte Paul Schellander einen Schuss von Markus Pirmann unhaltbar ins Tor abfälschen. Mit diesem Unentschieden ging es zum ersten Mal in die Pause. Villach kam mit einem erneuten Blitzstart aus dieser zurück. Daniel Nageler brauchte diesmal nur 15 Sekunden zur neuerlichen Führung. Wie im ersten Abschnitt dauerte es einige Zeit, bis die Rotjacken ihren Rhythmus fanden. John Lammers konnte dann aber wieder für den Ausgleich sorgen. Im Schlussdrittel waren die Gastgeber wachsamer und konnte durch Colton Fretter erstmals in Führung gehen. Nun galt es also für den VSV auszugleichen. Damit das gelang, musste KAC-Kapitän Koch auf der Strafbank sitzen und Villachs Goalie Jean-Philippe Lamoureux durch einen Feldspieler ersetzt werden. Ganze zwei Sekunden vor dem vermeidlichen Ende konnte Curtis Fraser diese sechs gegen vier Überzahl nutzen das Spiel in die Overtime bringen. Hier machte zwar der KAC das Spiel, doch vier Sekunden vor einem Penaltyschiessen erzielte Scott Hotham den Treffer zum VSV-Sieg.

Die weiteren Spiele der letzten Woche:

Freitag, 13.09.2013

HC Innsbruck – Olimpija Ljubljana 4:2 (2:1, 0:1, 2:0)
Graz 99ers – Klagenfurter AC 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)
Villacher SV – Black Wings Linz 5:2 (2:0, 0:0, 3:2)

Samstag, 14.09.2013

Sapa Fehérvár – HC Bozen 3:6 (0:2, 2:2, 1:2)
Dornbirner EC – Olimpija Ljubljana 4:0 (2:0, 2:0, 0:0)

Sonntag 15.09.2013

Dornbirner EC – Black Wings Linz 3:5 (1:0, 1:3, 1:2)
Red Bull Salzburg – HC Innsbruck 2:1 (1:0, 1:1, 0:0)
Orli Znojmo – Graz 99ers 2:3 n.P. (0:0, 0:0, 2:2, 0:0, 0:1)
Sapa Fehérvár – Vienna Capitals 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)

In der noch jungen Tabelle führt der HC Bozen nach vier Siegen aus vier Spielen mit acht Punkten. Die Favoriten Vienna Capitals und Red Bull Salzburg haben nach drei Spielen erst zwei Punkte gesammelt und parken damit momentan auf den Plätzen acht und neun. Meister Klagenfurter AC kommt nach drei Spielen gar nur auf einen Punkt und ist damit Zehnter. Nur Olympia Ljubljana steht nach zwei Spielen noch ohne Punkt am Ende der Tabelle.

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