Bozen in die EBEL?Werden es doch noch zwölf Teams?

Bozen in die EBEL?Bozen in die EBEL?
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Erste Gerüchte tauchten bereits vergangene Woche auf, doch schon alleine wegen der Bekanntgaben nach der Präsidentensitzung der EBEL nahm man das nicht allzu ernst. So meldete das in Bozen ansässige Sport-Internetportal SportNews.bz: „Der HC Bozen wird in den nächsten Tagen die Weichen für seine sportliche Zukunft stellen. Der italienische Rekordmeister könnte unter Umständen dem heimischen Eishockey den Rücken kehren und künftig in der Erste Bank Eishockey Liga spielen.“ Vor der Präsidentensitzung der EBEL, auf der über Aufnahmeanträge beraten und abgestimmt wird, wurde von den Italienern jedoch kein entsprechender Antrag gestellt.

Am Samstag fand die entsprechende Veranstaltung der LIHG (Lega Italiana Hockey Ghiaccio) in Verona statt. Dort teilten die Südtiroler mit, dass man beim nationalen Eissportverband FISG offiziell um die Freigabe für die EBEL gebeten hat. Bei den anderen Clubs stieß man damit auf wenig Gegenliebe, denn nun „flogen die Fetzen“. Dies berichtet SportNews.bz unter Berufung eines nicht genannten, aber „Anwesenden“.

Hintergrund der unerwarteten Aktion dürfte auch sein, dass die Teams HC Alleghe und SHC Fassa Aufgrund erheblicher finanzieller Schwierigkeiten bisher noch nicht für die nächste Spielzeit gemeldet haben. Beide Teams teilen mit, bei aktueller Situation nicht an der Elite-Liga teilnehmen zu können und baten auf der Sitzung am Wochenende darum, den Einschreibetermin von 28. Juni auf 20. Juli zu verschieben. Ein anderer Grund ist, dass Bozen in den letzten Jahren, nach Auskunft von SportNews.bz, viele Sponsoren und Zuschauer verloren hat. Durch einen Ligawechsel erhofft sich der Club diese zurückgewinnen zu können.

Die restlichen Elite-Liga-Clubs wollten Bozen jedoch nicht ziehen lassen. So wurde LIHG-Präsident Tommaso Teofoli beauftragt, sich mit Verbandspräsident Giancarlo Bolognini zu treffen, um die Abwanderung zu verhindern.

Tatsache ist aber, dass man in der EBEL insgesamt eher unglücklich ist, die Saison mit nur elf Mannschaften zu spielen. Trotzdem werden die Chancen für eine Aufnahme des HC Bozen in die EBEL zum jetzigen Zeitpunkt als eher gering eingeschätzt. Eigentlich wollte die EBEL im Laufe dieser Woche den Spielplan veröffentlichen. So spekuliert zum Beispiel das österreichische Portal hockey-news.info, dass „ein Eintritt aber so kurzfristig sehr unrealistisch ist“.

Ebenfalls eine Tatsache ist, dass die EBEL mittelfristig auf 14 Teams aufgestockt werden soll. Als Kandidaten gelten Mladi Jesenice aus Slowenien, die in diesem Jahr an mangelnden Finanzen gescheitert sind. Dab.Docer Dunaújváros /Budapest aus Ungarn, der bisher wohl ernsthafteste Anwärter. ŠHK 37 Piešťany und HK 36 Skalica aus der Slowakei, denen bisher jedoch die Freigabe des heimischen Verbandes verweigert wurde. Zaglebie Sosnowiec aus Polen, über die Gerüchtephase ist man bisher aber noch nicht hinaus gekommen. Und nun der HC Bozen, der in der italienischen Liga keine Zukunft mehr sieht. Auch aus Deutschland gab es mit dem EHC München bereits einen Club der vor Jahren mit einem Ligawechsel geliebäugelt hat.

Die Mehrzahl dieser Clubs wollte aber in erster Linie in die internationale EBEL, weil man in der heimischen Struktur unzufrieden war oder ist. Am Beispiel KHL Medveščak Zagreb sieht man aber, dass die EBEL deutlich mehr als ein Auffangbecken für unzufriedene Clubs ist, sondern auch ein Sprungbrett in eine andere Dimension sein kann.