22. Importspieler für SalzburgEBEL-Wochenrückblick

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Hier mussten sich die Vienna Capitals Piráti Chomutov auf heimischem Eis 1:6 geschlagen geben. Zwar hatte man dabei nicht den Hauch einer Chance, trotzdem geht es für die Wiener weiter. Sie treffen im Viertelfinale am 13. Dezember, dem ersten Tag des Finalturniers, auf den Deutschen Meister Eisbären Berlin. In der Liga lief es dieses Wochenende auch nicht sonderlich gut. Gegen die grünen Drachen von Olimpija Ljubljana verlor man zu Hause mit 3:4 nach Penaltys und beim Vizemeister Klagenfurter AC setzte es eine glatte 2:4-Niederlage. Beim Spiel gegen den KAC war Lockout-Spieler Corey Potter aufgrund einer Rippenverletzung bereits nicht mehr dabei. Eigentlich wäre das sein letztes Spiel gewesen, denn der Verteidiger von den Edmonton Oilers reist am Montag nach Hause, wo seine Frau Mitte Dezember ihr erstes Kind erwartet.

Dass der EC Red Bull Salzburg nicht am Finalturnier teilnehmen wird, war bereits vor dem letzten Spieltag klar. Trotzdem war die 3:5-Niederlage gegen den HC Plzeň unnötig. Dreimal gingen die roten Bullen in Führung, ehe man im Schlussdrittel durch zwei individuelle Fehler den möglichen Sieg in einem schnellen und ausgeglichenen Spiel verschenkte.

Da es bei den Salzburgern auch in der Liga alles andere als erwartet läuft, griffen sie nochmal kräftig nach neuen Spielern. Pierre Pagé setzte bis letztes Wochenende sage und schreibe 19 Importspieler ein. Mit Rob Schremp, Derick Brassard und Derek Dorsett verpflichtete man nun die Nummern 20 bis 22. Während Schremp kein Lockout-Spieler ist, kommen Brassard und Dorsett von den Columbus Blue Jackets. Dass in Salzburg der Weihnachtsbaum bereits lichterloh brennt, wird an Pierre Pagés Aussage gegenüber den „Salzburger Nachrichten“ klar. „Es wird Abschiede geben, und es kann jeden treffen, der nicht entspricht.“ Salzburg muss sich auch aufgrund des Reglements von Spielern trennen. In der EBEL werden pro Spieler ein bis vier Punkte vergeben. Am 15. Dezember darf jedes Team nur noch auf 60 Kaderpunkte kommen. Laut einem Bericht von hockeyfans.at sollen sich Torhüter Alex Auld, Verteidiger Ross Lupaschuk und Stürmer Alexandre Grenier auf der Streichliste befinden. Mit dem Ligaalltag sollte man dieses Wochenende jedoch zufrieden sein. Gegen den Villacher SV sicherte man sich einen 6:2-Sieg und beim Angstgegner HC Orli Znojmo kam man immerhin in die Overtime. In dieser musste man sich jedoch 3:4 geschlagen geben.

Nachdem beim Meister Black Wings Linz der Verletzungsteufel zugeschlagen hat, sucht das Team nach einer Vier-Wochen-Verstärkung. Fast möchte man sagen, „zum Glück ist Lockout“. Doch nach den Verletzungen von Rob Hisey, Pat Leahy, Philipp Lukas und Marc-Andre Dorion sieht Coach Rob Daum Handlungsbedarf. Am Wochenende konnte man mit den verbliebenen Spieler jedoch zweimal gewinnen. Beim 4:3-Sieg gegen den HC Innsbruck brauchte man dazu zwar das Penaltyschießen, doch gegen Olimpija Ljubljana war das Spiel bereits nach 60 Minuten und einem überzeugenden 4:1 entschieden.

Zu einem bemerkenswerten Coup kann man dem Villacher SV gratulieren. Mit Steve Serdachny konnte man den langjährigen „Skating and Skills Coach“, also den Trainer, der den Laufstil, die Schnelligkeit und die Geschicklichkeit verbessern soll, der Edmonton Oilers für eine Woche gewinnen. Neben seinem Job bei den Oilers betreibt Serdachny die „Elite Power Skating & Hockey Schools International“ und ist Experte für die kanadische TV Show „Hockey Academy“. Vielleicht hatte Serdachny auch seinen Anteil daran, dass man am Sonntag KHL Medvescak Zagreb mit 11:2 regelrecht aus der Halle geschossen hat, und das ohne den Verletzten NHL-Star Michael Grabner. Der dicke Wermutstropfen bei dem Spiel war, dass VSV-Stürmer Derek Damon bereits im ersten Drittel mit ausgekugelter Schulter vom Eis musste.

Die erfreulichste Meldung der Woche ist, dass Christian Weber, der Coach des Klagenfurter AC, wieder hinter die Bande zurückgekehrt ist. Er bat den Club um eine Auszeit, da seine Frau schwer erkrankt ist. Offenbar hat sich der Gesundheitszustand seiner Frau nach zehn Tagen soweit verbessert, dass er sein Versprechen „Ich komme sicher zurück“ wahrmachen kann. Fürs Erste steht ihm jedoch Manny Viveiros noch zur Seite.

In der Tabelle führen nach wie vor die Vienna Capitals (39 Punkte). Trotz der bösen Niederlage ist der KHL Medvescak Zagreb noch Zweiter (37P). Meister Black Wings Linz (35P) hat sich auf Rand drei gespielt. Nur noch Vierter ist das Überteam der ersten Runden, der Villacher SV (34P). Die Graz 99ers (34P) rücken auf die Fünf vor und Fehervar AV19 (33P) rundet die Top-Sechs ab.