Die Eidgenossen vor dem Saisonstart (1/4)Teamcheck Nationalliga A der Schweiz

Die Eidgenossen vor dem Saisonstart (1/4)Die Eidgenossen vor dem Saisonstart (1/4)
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HC Ambri-Piotta

Der sogenannte Asterix-Klub aus dem tiefen Süden, dem Tessin, kämpft weiterhin ums Überleben. Die Maßgabe kann daher nur für Trainer und Manager Serge Pelletier lauten, um Platz acht mitzuspielen, zumal der sportliche Erfolg der vergangenen Saison hoffen lässt. Turm in der Schlacht wird auch in dieser Saison Keeper Nolan Schaefer sein. Der Schweiz-Kanadier ließ in der vergangenen Relegation aufhorchen, als ihm ein sensationeller Gegentorschnitt von 2,23 gelang. Die Abwehr hat das Problem, dass Starspieler Zdenek Kutlak nach mehreren Jahren in Ambri sein Glück in der KHL bei Slovan Bratislava versuchen will. Jetzt wird der Kanadier Maxim Noreau noch mehr gefordert sein. Im Sturm konnte Alexander Giroux von Dinamo Riga verpflichtet werden. Ihm zur Seite stehen die gestandenen Schweizer Cracks wie Paolo Duca, Richard Park, Inti Pestoni, Roman Schlagenauf und Jason Williams. Das Ambri spielerisch durchaus mit den Besten mithalten kann, bewiesen die Testspielergebnisse wie das 2:3 gegen Lukko Rauma, ebenfalls ein 2:3 gegen Nowokusnezk und ein 4:6 gegen Davos. Peinlich dagegen das 3:5 gegen Volan bei einem Turnier in Budapest. Diese Ergebnisse machen Lust auf mehr und das gab dann auch seinen Ausschlag beim Dauerkartenverkauf. Bis jetzt konnten schon 3.400 Dauerkarten verkauft werden, ein seit Jahren nicht mehr erreichter Wert.

Tipp: Wenn Ambri den Start nicht vergeigt, ist Platz neun und ein Kampf um den letzten Play-off-Platz drin.

SC Bern

Der Schweizer Rekordmeister und Titelverteidiger geht als erneuter Favorit ins Titelrennen. Jedenfalls ist der Kapitän des SCB, Philippe Furrer, dieser Meinung. Der Grund ist, dass der SCB erneut auf dem Transfermarkt zugeschlagen hat und mit Justin Krueger (Charlotte Checkers), Simon Moser (Langnau) und Mikko Lehtonen (Zürich) gute Qualität geholt hat. Ein kleiner Nachteil könnte sein, dass beide Keeper (Bührer und Gigon) bereits weit über 30 Jahre alt sind. Allerdings haben beide auch jede Menge Erfahrung aufzuweisen und sind schwer zu bezwingen. Die Defensive gehört schon seit Jahren zu den Schwergewichten. Neben den beiden Kanadiern Travis Roche und Geoff KInrade glänzen Beat Gerber, Andreas Hänni und Dan Weisskopf. Führender Kopf bei den Angriffsformationen ist der Schweiz-Kanadier Ryan Gardner, der mittlerweile neben 850 NLA-Spielen auch 75 Länderspiele in seiner Vita stehen hat. Auch der 36-jährige Byron Ritchie gehört zu den Leadern des Meisters. Interessant wird sein, wie zwei internationale Neuzugänge sich beim SCB schlagen. Ein Russe mit amerikanischem Pass, Alexei Dostoinov, kam vom Aufsteiger HC Lausanne (137 Punkte in 184 NLB-Spielen), der Finne Mikko Lehtonen vom KHL-Klub Tscherepowez, von wo er während der letzten NLA-Play-off-Runde an den Rivalen Züricher SC ausgeliehen wurde. Schweizer Topspieler agieren natürlich auch in den Schwarz-gelb-roten Farben: Pascal- und Alan Berger, Christoph Bertschy, Simon Moser und natürlich Joel Vermin. Letztgenannter besitzt sogar einen niederländischen Pass, spielt aber international für die Schweiz und wurde 2013 sogar als 186. im NHL-Draft von Tampa Bay Lightning gezogen.

Tipp: Der SC Bern erreicht mindestens das Halbfinale.

EHC Biel

Die Westschweizer gehören zu den sogenannten Außenseitern in der NLA. Ähnlich wie Ambri können sie jeden ärgern, sich aber auch unnötige Punktverluste einfangen. Besonders auf der Torhüterposition sind die Bieler mutig, denn beide Keeper, Lukas Meilli wie auch der aktuell verletzte Simon Rytz, sind Neuzugänge und waren in ihren Klubs (Kloten und Fribourg) jeweils nur zweite Wahl. Die Nr. 3, Elien Paupe, kann lediglich mit 20 Einsätzen in der Juniorenliga glänzen. Die Defensive spricht Schwyzerdütsch. Bis auf den Kanadier Brendan Bell, der von Frölunda Göteborg geholt wurde, spielen nur Schweizer auf diesem Part. Die Routiniertesten dabei sind Kevin Gloor und Manuel Gossweiler. Wie jugendorientiert an dieser Stelle Head-Coach Kevin Schläpfer arbeitet zeigt sich, dass allein drei 19-jährige Verteidiger im Team (Benoit Jecker, Tanguy Pelletier und Anthony Rouiller) stehen.

Bekanntester Stürmer ist Ahren Spylo. Der wuchtige linke Stürmer trat in der DEL schon für Hamburg, Mannheim und Nürnberg an und geht mittlerweile in seine vierte Saison in Biel. Ihm zur Seite stehen die Kanadier Matt Elison (kam aus Nowokusnezk) und Ryan MacMurchy. MacMurchys Europadebüt begann im norwegischen Stavanger. Vor der letzten Saison wechselte er zu Red Ice Martigny in die NLB, wo er beeindruckte, so dass sich ihn Biel für die Play-offs auslieh. Die hier erzielten zehn Punkte in sieben Spielen brachten ihm postwendend einen NLA-Vertrag. Mit Martin Ulmer und Raphael Herburger stehen sogar zwei Österreicher im Team, wobei Ulmer fast den gleichen Werdegang vorweisen kann wie MacMurchy. Beide spielten für Martigny, wurden von Biel ausgeliehen und spielen jetzt zusammen für den NLA-Verein. Das Ulmer und Herburger auch noch in Dornbirn (Österreich) geboren wurden, ist wohl ein kleines Schmankerl. Zu den Schweizer Leistungsträger gehören Steven Kellenberger, Kapitän „Mr. Biel“, Gianni Ehrensperger, die jugendliche Hoffnung Gaetan Haas (96 Juniorenländerspiele), Neuzugang (Lugano) Oliver Kamber und Marc Wieser.

Tipp: Der EHC Biel ist für Platz sieben gut. Allerdings darf es keine Verletzungsserien geben.

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