Schnell, unbekümmert und doch bescheidenInterview mit Matchwinner Steve Moses

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Steve Moses, Sie erzielten gerade das Siegtor bei ihrem ersten Turnier als US-Nationalspieler. Wie sieht es jetzt im Moment in Ihnen aus?

Ich bin überglücklich, meiner Mannschaft auf diese Art und Weise helfen zu können, und über mein erstes Tor als Nationalspieler freue ich mich natürlich ganz besonders. Es war ein recht amüsantes Spiel.

Warum?

Naja, es ging drunter und drüber während der ganzen 60 Minuten. Zuerst war unser Gegner besser und dann haben wir uns wieder auf die Beine gestellt und konnten das Spiel noch drehen.

Ihre Mitspieler spielen in verschiedenen europäischen Topligen und agieren selten zusammen in einem Team. Wie schafften Sie es, bis jetzt so harmonisch auf dem Eis aufzutreten?

Es ist nicht immer ganz einfach. Jeder tickt ein wenig anders, aber dennoch sind wir alle Profis. Jeder kennt seine Aufgaben und weiß, was er auf dem Eis zu tun hat.

…und Sie heute ganz besonders. Sie waren an zwei Toren direkt beteiligt. Besonders aufgefallen sind immer wieder Ihre Sprints und Ihr aggressives Forechecking. Ist das die Spielweise, die am besten zu Ihrem Spiel in der finnischen SM-Liiga passt?

Ja, in gewisser Weise schon. Das Spiel ist sehr auf Schnelligkeit ausgelegt und lebt von einem gewissen Tempo. Mit dem Forechecking versuche ich, als Stürmer eine gewisse Unruhe in den Spielaufbau des Gegners hineinzubringen. In den USA, wo ich das Eishockeyspielen gelernt habe, wird mehr auf den gegnerischen Körper hin gespielt als hier in Europa.

Der Deutschland-Cup ist neben dem Spengler-Cup in der Schweiz eines der renommiertesten Eishockey-Turniere in Europa. Wie wichtig ist so ein Vorbereitungsturnier für junge Spieler wie Sie?

Gerade im Hinblick auf die kommenden Olympischen Winterspiele nächstes Jahr ist dieses Turnier von großer Bedeutung. Gerade Spieler, die so alt sind wie ich, möchten sich natürlich für die Großereignisse empfehlen.

Schielen Sie auch so ein bisschen auf eine Teilnahme in Sotschi? Ihre bisherige Leistung ist ja schon etwas mehr als ein Fingerzeig.

(lächelt) Naja, das wäre wohl etwas voreilig. Schließlich gibt es auch noch andere junge Spieler, die schon öfter für das US-Team gespielt haben und vielleicht auch noch ein bisschen besser sind als ich. Zudem stehe ich erst am Anfang meiner Karriere als Nationalspieler. Aber ich weiß um meine Stärken und werde alles daran setzen, diese soweit auszubauen, um in Zukunft bei dem einen oder anderen Großereignis mitwirken zu können.

Was sind denn Ihre Stärken und Schwächen?

Ich gebe nie auf, egal wie schwer oder unrealistisch etwas ist. Das macht mich manchmal auch ein wenig verbissen. Gerade in so Spielen wie heute kann das zum Vor- und Nachteil werden. Genaueres können wahrscheinlich eher Freunde über mich sagen. Es ist schwer, sich selbst einzuschätzen.

Aber offenbar die richtige Einschätzung von Jack Parker, Sie zu nominieren…

Ich bin nur der Spieler und werde keine Entscheidung des Trainers kommentieren. Ich kenne Parker aus meiner Zeit in Boston und ich weiß, auf was er Wert legt. Dennoch trägt er die Verantwortung und so wie er entscheidet, habe ich es zu akzeptieren.

Letzte Frage: Sie haben am Sonntag die Möglichkeit, mit ihrem Team den Gastgeber Deutschland zu schlagen. Wie ist Ihre Prognose für das entscheidende Spiel?

Dazu kann ich nur sagen, dass es eine interessante und harte Begegnung wird, mehr nicht, denn schließlich hat Deutschland auch Spieler, die sehr gutes Eishockey spielen können.

Pässe, Paraden & Tore
Die Top 10 des Deutschland-Cups im Video

​Der am Ende mit zwei Punkten aus sportlicher Sicht nicht besonders erfolgreiche Deutschland-Cup bleibt aus einem anderen Grund in Erinnerung: Der Deutsche Eishockey...

Ein ausgesprochen mäßiger Abschluss
Ära Marco Sturm endet mit Niederlage gegen die Slowakei

​Zum Abschluss des Deutschland-Cups und gleichzeitig zur Verabschiedung von Bundestrainer Marco Sturm unterlag die deutsche Nationalmannschaft der Slowakei mit 0:2 (...

Sbornaja besiegt die Schweiz mit 4:2
Russland gewinnt erneut den Deutschland-Cup

​Schon im fünften Spiel des Turniers fiel die Entscheidung darüber, wer den Deutschland-Cup 2018 mit nach Hause nehmen würde. Russland verteidigte den Titel durch ei...

2:1-Erfolg gegen die Slowakei
Russland verbucht den zweiten Sieg

​Russland hat beim Deutschland-Cup in Krefeld den zweiten Sieg eingefahren. Die Sbornaja besiegte die Slowakei mit 2:1 (1:1, 0:0, 1:0). ...

Penalty-Niederlage nach zwei schwachen Dritteln
Deutschland fand gegen die Schweiz zu spät ins Spiel

​Zwei Drittel lang nicht gut gespielt. Der Turniersieg beim Deutschland-Cup ist nicht mehr möglich. Da muss man sich an die kleinen Dinge halten. „Wir haben für uns ...