Deutschland fand gegen die Schweiz zu spät ins SpielPenalty-Niederlage nach zwei schwachen Dritteln

Nach Lino Martschini traf auch Yannik Herren im Penaltyschießen für die Schweiz gegen Nationaltorhüter Niklas Treutle. (Foto: Deutscher Eishockey-Bund e.V. (DEB) / City-Press GmbH)Nach Lino Martschini traf auch Yannik Herren im Penaltyschießen für die Schweiz gegen Nationaltorhüter Niklas Treutle. (Foto: Deutscher Eishockey-Bund e.V. (DEB) / City-Press GmbH)
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Und tatsächlich war der Schlussabschnitt deutlich besser als die ersten 40 Minute mit dem Schlussakkord von Simon Sezemsky, der von der blauen Linie schoss und dessen Abpraller Marcel Noebels 41 Sekunden vor dem Ende verwertete, nachdem Bundestrainer Marco Sturm seinen eingewechselten Torhüter Niklas Treutle für einen sechsten Feldspieler vom Eis genommen hatte. Elf Minuten vor dem Ende musste Goalie Danny aus den Birken seinen Arbeitsplatz verlassen. Er war von einem Schläger eines fallenden Schweizer Spielers am Nacken getroffen worden. „Genau dort, wo er nicht geschützt ist“, sagte Sturm. „Es geht ihm inzwischen aber etwas besser.“ Ob er am Sonntag hätte spielen können, ist eine theoretische Frage. „Es wären ohnehin die anderen beiden Torhüter an der Reihe gewesen“, so der Bundestrainer.

Das Spiel hatte gut beginnen. Nach eineinhalb Minuten lagen die Deutschen durch ein Powerplaytor in Führung. Leo Pföderl, der schon am Donnerstag zweimal getroffen hatte, nahm einen Schweizer Verteidiger als Sichtschutz, tunnelte ihn und auch Torhüter Lukas Flüeler. Doch keine Minute später stand es schon 1:1. Das Zentrum ließen die deutschen Spieler komplett verwaist; so tauchte Yannik Herren alleine vor aus den Birken auf und glich die Partie aus. Spätestens mit dem Überzahltor von Kapitän Noah Rod übernahmen die „Eisgenossen“ das Kommando und waren läuferisch wie spielerisch die bessere Mannschaft. Daran änderte sich auch im zweiten Drittel wenig; im Gegenteil: Rod erhöhte auf 3:1 (29.).

Zu Beginn des Schlussabschnitts ließ die DEB-Auswahl eine 76-sekündige doppelte Überzahlsituation ungenutzt. Zu statisch agierte das Team bei dieser numerischen Überlegenheit. Nach dem ungewollten Torwartwechsel kamen die Gastgeber in Krefeld aber besser in die Partie. „Vielleicht weil wir für Niklas Treutle, der ja kalt ins Spiel kam, noch mehr gemacht haben“, so Marcel Noebels. In der 52. Minute stellte Youngster Lean Bergmann mit seinem ersten Länderspieltor den Anschluss her. Einen Rebound behauptete er vor dem Tor, nahm den Puck mit dem Fuß mit und traf aus spitzem Winkel zum 2:3. „Es freut mich für Lean, dass er sein erstes Tor erzielt hat“, sagte Bundestrainer Marco Sturm, der das Glück dann erzwang: 61 Sekunden vor Ende nahm er Treutle vom Eis, 20 Sekunden später drehte Noebels jubelnd ab.

Nach torloser Verlängerung trafen Lino Martschini und Yannick Herren für die Schweiz, während den Deutschen kein Treffer gelang. Das verwirrte zunächst Schiris und Zeitnahme, die noch weiterspielen wollten – dann aber merkten, dass die Partie entschieden war.

„Das war ein gutes Finish“, sagte Sturm nach der Partie. „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Es kommt immer auf die Art und Weise an, wie man sich präsentiert. Wichtig ist nun, dass man daraus lernt“, erklärte der Bundestrainer, der im Laufe des Wochenendes noch ein Meeting mit der DEB-Spitze hatte und eine noch engere Zusammenarbeit mit der DEL anriet. „Im Nachwuchs ist vieles auf dem richtigen Weg, aber wir müssen noch mehr tun. Die anderen Nationen schlafen nicht.“

Zum Abschluss des Turniers spielt die deutsche Nationalmannschaft am Sonntag um 14.30 Uhr gegen die Slowakei.

Tore: 1:0 (1:27) Pföderl (Hungerecker, Pietta/5-4), 1:1 (2:20) Herren (Martschini, Glauser), 1:2 (9:09) Rod (Bertschy, Glauser/5-4), 1:3 (28:03) Rod (Fora), 2:3 (51:32) Bergmann (Mauer, Ebner), 3:3 (59:19) Noebels (Sezemsky, Kink/6-5), 3:4 (65:00) Martschini (entscheidender Penalty). Strafen: Deutschland 8, Schweiz 8. Zuschauer: 6113.

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