Deutschland against all Odds?

Kader für Länderspiele in Riga fixKader für Länderspiele in Riga fix
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"Die führen sich auf, als ob sie die Größten wären". Der Mitarbeiter der TUI-Arena knurrt mürrisch, als die deutsche Nationalmannschaft zum Training vor dem Spiel gegen die Schweiz aufs Eis geht. Es ist 9.00 Uhr früh an einem Samstag und der Kollege könnte sich angenehmere Dinge vorstellen, als arbeiten zu müssen.

Die Größten sind die Deutschen noch nicht, aber sie wollen wieder an die Großen heran kommen, und das Spiel am Samstag Abend gegen die Schweiz ist ein wichtiger Gradmesser auf dem Weg nach oben. Der Schweizer Nationaltrainer Ralph Krueger bezeichnete die Partie als "Fifty-Fifty-Spiel, wie immer zwischen Deutschland und der Schweiz". Die Deutschen sehen das allerdings ganz anders. DEB-Sportdirektor Franz Reindl sieht die Chancen eher bei 60-40 für die Schweiz. "Die Schweiz hat die erwartet starke Mannschaft, das hat man gegen Japan schon gesehen. Sie ist Favorit, obwohl unsere Jungs alles in die Waagschale werfen werden, um zu gewinnen."

Währenddessen trainieren die Deutschen. Torschüsse und schnelle Konter. Langer Pass nach Aussen, Puck ablegen in die Mitte und Schuss. Bundestrainer Uwe Krupp ist wesentlich angespannter als in den Tagen zuvor, der lockere Flachs ist vorüber. "Die Schweizer sind klarer Turnierfavorit, wer etwas anderes sagt, hat die Spiele nicht verfolgt", sagt Krupp. "Sie haben Kanada und Tschechien in Bestbesetzung geschlagen." Auf eine Chancenquote will er sich nicht einlassen. 30-70? 20-80? "Unsere Chancen stehen gegen die Schweiz so, als würden wir gegen Kanada oder Tschechien in Bestbesetzung spielen!"

Seine Spieler sehen das wesentlich lockerer. Zum Beispiel Verteidiger Alexander Sulzer: "Wir haben gute Chancen, wenn wir gut im System stehen und vollen Einsatz geben. Dann denke ich, dass wir auf jeden Fall gewinnen können."

Ganz cool sieht John Tripp die Angelegenheit. Der Hüne mit den markanten Zahnlücken macht sich keine Gedanken. "Chancen? Odds? Keine Ahnung, ich habe die Schweizer nur gegen Japan gesehen und kenne sie nicht. Ich bin einfach nur froh, für Deutschland spielen zu können, gehe heute Abend raus und gebe mein Bestes."

So einfach kann das sein.

Alexander Brandt