Chaos in der Schweiz, Boykott in der Slowakei und fünf DEL-Legionäre bei Team USAVor dem Deutschland Cup

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Der anstehende Deutschland Cup 2015 steht unter besonderen Vorzeichen. Zum einen, weil die 26. Auflage des Turniers zum ersten Mal in Augsburg ansteht. Aber vor allem, weil das Debüt von Marco Sturm als Cheftrainer der Nationalmannschaft ein großes Medien-Interesse auf sich zieht. Doch auch für die Gegner aus der Schweiz, Slowakei und den USA unter einem eigenen Stern.


Bei der Schweiz, dem ersten Gegner des DEB-Teams (Freitag, 19:30 Uhr), regiert das Chaos. Grund: Nach dem Rücktritt des nicht sehr beliebten Trainers Glen Hanlon stolperte der Schweizer Verband von einer Blamage in die nächste. Erst führte man Gespräche mit Arno Del Curto (Davos) und Kevin Schläpfer (Biel), ohne deren Clubs darüber zu informieren. Dann musste der zum Interims-Coach ernannte Felix Hollenstein, kurzfristig aus privaten Gründen, für den Deutschland Cup absagen. Dieses Wochenende steht nun John Fust für die Schweizer hinter der Bande. Fust betreut eigentlich die U20-Nationalmannschaft der Schweiz und steht wegen der schwachen Leistung, bei der letzten U20-WM selbst unter heftiger Kritik. Es ist also durchaus spannend zu beobachten, wie sich die junge Schweizer Mannschaft unter diesen schwierigen Voraussetzungen schlägt.


Beim slowakischen Team sind die Probleme noch ein bisschen größer. Der Verband hat eine fast mafiöse Struktur, an deren Kopf Verbandspräsident Igor Nemecek steht. Seine Wiederwahl im Juni 2015 löste eine Protestwelle unter den slowakischen Spielern aus. 52 von ihnen (größtenteils NHL-Spieler) boykottieren das Nationalteam. Allerdings bröckelt die Front nach und nach. Viele Widersacher von Nemecek befinden sich mittlerweile in attraktiven Ämtern. Ex-Nationalspieler Richard Lintner ist nun Präsident der slowakischen Liga (Extraliga), mit Zdeno Ciger wurde ein führender Kritiker zum Nationaltrainer ernannt und mit Roman Kukumberg und Tomas Marcinko kehren zwei Boykotteure in den Kader der Slowakei zurück.


Dagegen ist die Situation bein den Amerikanern nahezu idyllisch. Vor zwei Jahren gewannen sie das Turnier. Vor allem läuferisch und spielerisch gelten die USA auch dieses Wochenende wieder als Favorit auf den Turniersieg. Mit Steven Zalewski (Straubing), Travis Turnbull (Düsseldorf), Cal Heeter (Hamburg) sowie Ben Hanowski und Drew LeBlanc (beide Augsburg)  sind fünf Spieler aus der Deutschen Eishockey Liga für den Kader nominiert worden. Zumindest für das Turnier gemeldet wurde auch Auston Matthews. Er gilt als das Top-Talent für den NHL Draft 2016. Der 18-jährige wuchs in Arizona auf und wäre damit das erste Talent, welches den Weg aus dem Wüstenstaat in die NHL schafft. Derzeit ist er allerdings von seinem Klub (ZSC Lions Zürich) noch als verletzt gemeldet.

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