Aller guten Dinge waren nur zwei

Aller guten Dinge waren nur zweiAller guten Dinge waren nur zwei
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Gestern gab es den 25. Sieg gegen die US-Amerikaner, heute die 55. Niederlage. Doch die Jungens von Uwe Krupp gaben alles und erzielten zwei spektakuläre Tore. Wann hatte es das schon einmal gegeben, dass ein Team dreimal die Möglichkeit hatte (und der Coach dreimal den Mut), mit Sechs gegen Drei zu spielen. Nur beim letzten Mal, da klappte es nicht mehr.

Das Spiel: Dem Bundestrainer schwante schon beim traditionellen Gespräch vor dem Spiel nichts Gutes. „Die Jungs sind ziemlich k.o.“, orakelte der gebürtige Kölner. Und er sollte Recht behalten. Zwar begannen die Adlerträger recht engagiert und hatten auch ihre Möglichkeiten, erneut wie beim gestrigen Match in Köln in Führung zu gehen, doch diesmal hatte die „0“ auf der Anzeigetafel unter der Aufschrift „Heim“ Bestand. Ein blitzschneller Antritt von Christoph Ullmann, eine Chance durch Manuel Klinge, ein Versuch von Michael Wolf, der nur durch ein Foul gebremst wurde, war die ganze Ausbeute. Zählbares sprang nicht heraus. Auch als in der 9. Minute Alexander Barta Michael Bakos wunderschön einsetzte und dieser sofort schoss, war der nicht immer sichere John Curry Herr der Lage. Dann machten die Amis Ernst und profitierten von einer Fünfminuten- plus Spieldauer-Disziplinarstrafe, die die Schiedsrichter gegen den allzu ungestümen Aleksander Polaczek aussprechen mussten. Der Nürnberger hatten den Wolfsburger Tony Voce mit einem Check am Kopf getroffen. Dass nur ein einziges Gegentor während dieser Zeitspanne fiel, war zum großen Teil dem Nürnberger Goalie Dmitrij Kotschnew zu verdanken, der beispielsweise in der 15. Minute Tim Stapleton den Zahn zog und in der letzten Minute des Anfangsdrittels gegen Steve Saviano Kopf und Kragen riskierte. Bitter für die aufopferungsvoll kämpfenden Adlerträger, dass dem Düsseldorfer Hedlund noch kurz vor der ersten Pause der zweite Treffer gelang.


In den ersten zehn Minuten des Mittelabschnitts geschah nicht viel Sehenswertes. Der bissige US-Stürmer Lee Sweatt knallte gegen das Tor und kam glücklicherweise glimpflich davon. Glimpflich davon kamen auch seine Mannschaftskameraden, als bei einer 3:1-Situation Michael Hackert eigennützig selbst schoss und nicht die besser postierten Florian Busch oder Michael Wolf bediente. Besser machten es die US-Boys, die eine ähnliche Möglichkeit wie kurz zuvor die Deutschen zum 0:3 ausnutzten. Programmgemäß ging Youri Ziffzer in der 31. Spielminute für Dmitrij Kotschnew zwischen die Pfosten. Eine ungewöhnliche Tat des Bundestrainers, denn nach 79 Sekunden beorderte Krupp den Berliner heraus. Mit sechs Spielern gegen drei Amis fiel endlich der langersehnte Treffer für die Adlerträger. Blitzschnell hatte Wolf die Nachschusschance genutzt. Schon kurz vorher hatte Florian Busch als der auffälligste Stürmer alles ausgespielt, das leere Tor jedoch nicht getroffen. Landon Wilson, der direkt von der Strafbank einen Konter fuhr, die Scheibe jedoch neben das Tor setzte, und Martin Ancicka auf der anderen Seite hatten jeweils die besten Möglichkeiten, zum Erfolg zu kommen. Doch es blieb beim 1:3.


Das Schlussdrittel war bis auf die Schlussphase ausgeglichen. Nennenswerte Chancen gab es bis zur 56. Minute kaum. Wolf scheiterte in der 43. Minute an Curry, und sechs Minuten vor Schluss setzte sich Schütz wunderbar durch, doch der mitgelaufene Sebastian Osterloh verpasste die Scheibe. Als zwei Amis auf der Strafbank schmorten, nahm Krupp zum zweiten Mal Ziffzer heraus, und wieder gelang seinen Schützlingen ein Treffer beim Spiel Sechs gegen Drei. Doch aller guten Dinge waren nicht drei. Denn bei der dritten Gelegenheit, mit drei Feldspielern Zählbares zu produzieren, hatten die Deutschen keinen Erfolg mehr. Und mit Ertönen der Schlusssirene rauscht der Puck von Sven Felski vorbei. Es wäre auch zu schön gewesen.

Statistik: 0:1 (16:38) Saviano (Wilson); 0:2 (19:29) Hedlund (Sweatt); 0:3 (30:31) Stapleton; 1:3 (32:44) Wolf (Ancicka, Holland); 2:3 (56:19) Tripp
Schiedsrichter: Mandioni (Schweiz), Rantala (Finnland)
Strafminuten. Deutschland 17 + 10 für Seidenberg + Spieldauer für Polaczek - USA 22
Bester Spieler: Deutschland: Michael Wolf – USA: John Curry
Zuschauer: 2.485

Werner Nieleck - Foto by Mendax-Press