Ab dem 3. Drittel war es unterhaltsam

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Wie erwartet und von den slowakischen Kollegen vor dem Match befürchtet, mussten sich die Cracks von Donau und Tatra mit dem letzten Platz zufrieden geben. Allerdings hatten die Schweizer wohl kaum gedacht, dass die Partie so schwer werden würde. Erst nachdem Lukas Hvila mit einem Solo am Eidgenossen-Keeper Leonardo Genoni scheiterte und bei einem Konter Tomas Bulik ein Foul unterlief, kamen die Favoriten zum Remis. Bei einer 6:4-Überzahl war es Roman Wick, der völlig verdient die Scheibe im Tor unterbrachte. Beinahe wäre den Schweizern ein „Dreier“ gelungen, doch Paolo Duca brachte, allein vor dem Tor stehend, die Scheibe nicht über die Linie. Insgesamt war das dritte Drittel sehr unterhaltsam. Jetzt wechselten sich endlich Torchancen hüben wie drüben ab. Aus dem Gewühl heraus kamen die Slowaken zu ihrer Führung, die, wie oben erwähnt, ausgeglichen wurde. In der Verlängerung passierte nicht viel, und beim Penaltyschießen war Ivo Rüthemann der einzige treffsichere Schütze.
 
Schon nach 20 Minuten war es klar, dass es dem Schweizer Spiel nicht förderlich ist, eine Partie selbst zu machen bzw. Eigeninitiative zu entwickeln. Selbst drei Powerplaysituationen der Eidgenossen, davon eine fast einmütige 5:3-Überzahl, führten zu keiner richtigen Torchancen, geschweige denn zu einem Treffer. Auf der anderen Seite hatte die Slowakei keine einzige Möglichkeit, ihr Powerplay im ersten Drittel zu erproben. Im Mitteldrittel gab es wenigstens einige Torszenen zu beklatschen. Da war es zunächst der Schweizer Andres Ambühl, der aus aussichtsreicher Position abzog. Sein Schuss wurde jedoch geblockt. Dann waren in der 32. Minute endlich die Slowaken dran. Ihr bester Stürmer, Ivan Kolozvary aus Sillein, blieb allerdings zweimal hintereinander zweiter Sieger gegen den aufmerksamen Schweizer Schlussmann. Den Gipfel der Unfähigkeit leistete sich Matthias Bieber, der allein auf das Tor von Imrich Petrik zulief, ihn aber nicht bezwingen konnte.
 
Und noch eines: Dass das Match auf einer Trainingsfläche ausgespielt wurde, passte nicht gerade zum Rahmen eines Deutschland Cup. Vertreter beider Teams waren stinksauer. Offensichtlich wollte man seitens des Veranstalters ein paar Euro sparen. „Das geht auch nicht“, ließ DEB-Präsident Uwe Harnos im privaten Kreis verlauten. Der slowakische Ersatztorwart Jan Laco zum Beispiel hatte nicht einmal einen Sitzplatz, sondern musste die Partie stehend verfolgen. Ein Spaßvogel auf der Tribüne: „Nach den gestrigen Leistungen hat der Junge auch keinen Sitzplatz verdient.“ Nach den regulären 60 Minuten dauerte es „ewig“, bis sich der Eismeister bequemte, für neues Eis zu sorgen. Ob dem guten Mann nicht Bescheid gesagt wurde, oder er von irgendwo hergeholt werden musste, war nicht herauszufinden.
 
Tore: 1:0 (47:37) Mikus (Miklik, Skladany), 1:1 (57:12) Wick (Ambühl), 1:2 (65:00) Rüthemann (Penalty). – Zuschauer: 425. – Strafminuten:  Slowakei 16, Schweiz 8. – Schiedsrichter: Jablukow, van Gameren (beide FASS Berlin).

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