Deutsche Mannschaft reist zur Makkabiade nach IsraelPremiere in Jerusalem – Eishockey in der Pais Arena

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„Ich hoffe, dass wir gegen Israel eine Chance haben“, sagt David Jeitner, der sich um den Aufbau der Eishockey-Abteilung von Makkabi Deutschland, des jüdischen Sportverbandes, verdient gemacht hat und ihr Organisator ist. „Es geht vor allem darum, dass wir dabei sind und Fuß fassen“, sagt Jeitner. Denn er kann sich gut daran erinnern, als jüdische Sportler aus Deutschland sich auf die Teilnahme an der Makkabiade in Israel, sozusagen so etwas wie Olympische Spiele für jüdische Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt, freuten. „Aber das waren Fußballer, Tischtennisspieler, Basketballspieler und viele andere – aber eben keine Eishockeyspieler.“ Das wollte Jeitner ändern – und das mit Erfolg.

Kleines Pionier-Team bei der Premiere

Das Team, das die Pionierarbeit leisten wird, ist klein. „Wir werden elf Feldspieler und einen Torhüter dabei haben“, berichtet Jeitner. „Einige mussten leider absagen.“ Das macht die Sache sicher noch schwerer. „Aber man soll sehen, dass wir wirklich an der Makkabiade teilnehmen“, betont Jeitner. So könnte der Zulauf größer werden. Schließlich ist es nicht einfach, Spieler zu finden. „Wir sind eine Mischung aus Amateur- und Hobbyspielern“, sagt der Eishockey-Chef von Makkabi Deutschland. Aber ein DEL2-Profi ist auch dabei: „Ja, Feodor Boirachinov wird für uns spielen“, freut sich Jeitner über die Teilnahme des Stürmers, der in der zurückliegenden Saison für die Kassel Huskies aufgelaufen ist und zur neuen Spielzeit zu den Lausitzer Füchsen wechselt. Außerdem wird Sebastian Pritykin dabei sein, der in der vergangenen Saison für den ECC Preussen Berlin in der Oberliga gespielt hat. Jeitner selbst stammt aus dem Eishockey-Nachwuchs von Eintracht Frankfurt und hat den Übergang zum Frankfurter ESC vor 26 Jahren erlebt. Genauso wie David Ressler, der inzwischen in Israel lebt.

NCAA-Spieler im Team der USA

An der 20. Maccabiah (so lautet die offizielle, englischsprachige Bezeichnung) werden im Eishockey-Turnier der Herren fünf Mannschaften teilnehmen. Neben Deutschland sind das Kanada, die USA, Russland und Israel. „Wir werden dabei beispielsweise auf zahlreiche NCAA-Spieler aus Amerika treffen“, beschreibt Jeitner die Schwere der Aufgabe.

Turnierauftakt am 5. Juli - Trikots vom DEB

Am Sonntag, 2. Juli, wird sich das Team auf den Weg machen. Vor Ort wird es einige Trainingseinheiten geben, ehe das erste Turnierspiel am 5. Juli ansteht. Zunächst wird im Jeder-gegen-Jeden-Modus gespielt. Der Dritte und Vierte werden danach um Bronze spielen, der Erste und Zweite um Gold. Das deutsche Team hofft, sich gut verkaufen zu können. „Ich denke, dass die Pais Arena sehr gut besucht sein wird“, sagt Jeitner. Und mit etwas Glück könnte das deutsche Team ja ins Bronzespiel kommen. Gespielt wird übrigens in DEB-Trikots. „Wir haben beim Deutschen Eishockey-Bund angefragt. Der DEB-Generalsekretär Michael Pfuhl hat sich darum gekümmert, dass wir einen weißen und einen schwarzen Trikotsatz bekommen, wofür wir sehr dankbar sind“, erklärt Jeitner.

Die Makkabiade gibt es auch auf nationaler und kontinentaler Ebener. 2015 fanden beispielweise die European Maccabi Games in Berlin statt. Die „große“, sprich weltweite Makkabiade findet alle vier Jahre in Israel statt.