Debütant als Zufriedenheitsgarant - Erstes WM-Tor von Andreas Morczinietz

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Während die Mannschaftskollegen auf dem Parkplatz der Kinnarps-Arena Fußball spielten, machte Andreas Morczinietz unter einer Eisentreppe an einem Stapel Holzpaletten Dehnübungen. Dabei hatte der Aufsteiger in der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, der vor einem Jahr noch in der zweiten Liga spielte, eigentlich überhaupt keinen Grund, sich zu verstecken. Denn in seinem ersten WM-Spiel hatte der Augsburger, der im Sommer zu Bundestrainer Hans Zach und den Kölner Haien wechselt, gleich auf sich aufmerksam gemacht. So spektakulär, dass es selbst den schwedischen Fernsehzuschauern nicht entging.

Die beiden Tore des 24-Jährigen beim 9:2-Auftaktsieg gegen Japan waren auch für die schwedischen TV-Journalisten die Highlights. Erst schoss er mit seinem Unterzahltreffer das deutsche Team früh auf die Siegerstraße, "das war die Initialzündung". Dann tanzte er beim 8:2 Verteidiger und Goalie derart frech aus, dass dieses Tor im Spätprogramm aus allen Kameraperspektiven über den Bildschirm flimmerte. "Na ja, gegen die Schweiz oder Tschechien hätte ich das nicht versucht", gab der Außenstürmer schmunzelnd zu.

Rundum zufrieden war der WM-Neuling, der noch vor gut einem Jahr beim Zweitligisten EC Bad Nauheim gespielt hatte, mit seinem Debüt: "Es lief ganz ordentlich, ich kann nicht klagen." Ein bisschen nervöser als normal sei er vor dem ersten Bully schon gewesen, aber: "Eigentlich sind das bei einer WM ja auch nur sechs Länderspiele in Folge." Die weiteren Partien in Schweden kann die Mannschaft von Hans Zach nun etwas gelassener angehen, denn nicht zuletzt dank Morczinietz und seinen Sturmpartnern Klaus Kathan und Len Soccio, die insgesamt fünf der neun deutschen Tore erzielten, ist der Klassenerhalt schon sicher. "Wir haben unser Minimalziel erreicht. Jetzt ist der Druck weg, und wir können in Trippelschritten vorangehen", sagte der Neu-Kölner und schaute schon vorsichtig nach vorne: "Wer weiß, vielleicht kommen wir ins Viertelfinale. Das wär' schon was Feines."

Vor allem wäre es für ihn etwas komplett Neues. Denn bei der WM im vergangenen Jahr, als der Sprung unter die letzten Acht gelang, war er noch nicht dabei - und bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City war er im Viertelfinale schon nicht mehr dabei. "Da wurde ich heimgeschickt, weil Jochen Hecht aus der NHL kam", sagt Morczinietz und fügt grinsend an: "Aber der kommt, glaube ich, diesmal nicht nach." In der Tat nicht, denn der Kanada-Legionär der Edmonton Oilers verzichtet auf die WM-Teilnahme.

Die Enttäuschung von damals hat Morczinietz längst überwunden. "Sicher war ich nicht begeistert. Aber ich war froh, überhaupt dabei zu sein. Schließlich kam ich ja gerade erst aus der Zweiten Liga. Außerdem habe ich in der letzten Woche in Salt Lake noch eine Menge von Olympia gesehen." Als Stammspieler fühlt sich der 24-Jährige noch nicht, "als junger Neuling aber auch nicht - ich bin irgendwo zwischendrin". Auch wenn es allein unter der Eisentreppe nicht so aussieht.

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