Red Bull München unterliegt Zug im CHL-Achtelfinalhinspiel Sechs von acht Spielen hart umkämpft

Der EHC Red Bull München kam gegen den EV Zug zu Fall. (Foto: GEPA pictures/Marcel EngelbrechtDer EHC Red Bull München kam gegen den EV Zug zu Fall. (Foto: GEPA pictures/Marcel Engelbrecht
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EHC Red Bull München – EV Zug 2:3 (0:1,2:1,0:1)

Ein knapper Sieg, der aber nach der Statistik nicht unverdient für die Schweizer war. Sie kamen im Endeffekt auf 43:39 Schüsse und hatten auch optische Vorteile. Vor einer mäßigen Kulisse kamen die Gäste in der zehnten Minute durch Dominik Schlumpf auf Zuspiel von Dario Simion zur 1:0-Führung. Auch im zweiten Drittel bekamen die Münchner nur mit Mühe Zugriff auf das Spiel und als es auch optisch ansprechender wurde, schlugen die Gäste eiskalt zu. Lino Martschini, mit gesamt zwei Toren der „Spieler des Tages“, überwand aus nächster Entfernung den wiederum starken Münchner Keeper Danny aus den Birken in der 29. Minute und erhöhte auf 2:0. Dann kam der Zufall den Münchnern zu Hilfe. Einen Schweizer Fehlpass nahm Justin Shugg zum Anlass, über die halbe Eisfläche zu sprinten und schließlich noch Zugs Torhüter Tobias Stephan den Puck unter den Schoner hindurchzuschieben. Dieser Treffer saß, dass merkte man den Gästen an und als Schlumpf als letzter Mann an der blauen Linie bei einem Angriff den Puck vertändelte, startete diesmal John Mitchell durch und überwand mit einem ähnlichen Tor wie bei Shugg, den gegnerischen Torhüter zum 2:2. Damit war das Spiel endlich offen, aber die Red Bulls, die jetzt eindeutig die Hose an hatten, vergaßen das Toreschießen und im dritten Drittel hatten sich die Zuger, die im übrigen nur mit drei Ausländern (Alatalo, Klingberg und Widerström) antraten, sich auf das Angriffsspiel der Münchner eingestellt. Als alle Welt schon mit einem Remis rechnete, passierte aus bayrischer Sicht das Ungewollte. Der überragende Martschini war der Nutznießer einer Angriffssituation, als Suri und Albrecht an von den Birken scheiterten und der Puck schließlich zum Torschützen kam, der keinerlei Probleme mit dem Torschuss hatte. Eigentlich hätte Münchens Trainer Don Jackson jetzt seinen Torhüter vom Eis nehmen müssen, aber er wurde von seinen eigenen Spielern ausgespielt, weil sich diese eine kleine Strafe wegen zu vieler Spieler erlaubten. Und nicht nur das. Der Bulle in der roten Verteidigung der Münchner, Keith Aulie, suchte sich, vermutlich aus Frust, den Zuger Klingberg zu einem kleinen Privatduell aus, dass das Schiedsrichterduo mit einer Disziplinarstrafe ahndete. Jetzt wird es schwierig für den Deutschen Meister, muss doch mindestens ein Sieg mit einer Tordifferenz von zwei Toren am 20. November beim Rückspiel in Zug her.

Kometa Brünn – Tappara Tampere 5:1 (2:0, 1:1, 2:0)

Das war eine Lehrstunde für den finnischen Altmeister. Der zweifache tschechische Champion aus Brünn, in der eigenen Liga im Augenblick nur auf Rang sechs platziert, nahm die Finnen förmlich auseinander. Der Torreigen wurde gestartet vom 40-jährigen Altmeister Leos Cermak in der achten Minute und das 2:0 schaffte daraufhin fast der jüngste des Kometa-Teams, der 18-jährige Karel Plasek. Der in Salzburg und Kloten nicht unbekannte Peter Müller, ein US-Amerikaner aus Minnesota, schoss bereits in der 23. Minute das 3:0 und erst zwei Minuten später kam ein kleines finnisches Ausrufezeichen, als Sami Moilanen verkürzen konnte. Nach einem ausgeglichenen Drittelrest übernahm Kometa in den verbliebenen 20 Minuten wieder das Kommando und traf durch Petr Holik (49.) und Leos Cermak (54.) zum Endstand 5:1. Beim Rückspiel müssen die Finnen nun mit fünf Toren Unterschied gewinnen. Zuzutrauen wäre es ihnen, aber es wird sicherlich nicht leicht sein.

Malmö Redhawks – SC Bern 4:1 (0:0, 2:1, 2:0)

Ganz so eindeutig, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war die Partie nicht. Der Tabellenvierte der schwedischen Liga versuchte zwar das Spiel zu gestalten, aber die Schweizer blieben zunächst defensiv stark, konnten das 0:0 bis in die erste Pause retten. Als Henrik Hetta (24.) Malmö in Front brachte, schien der Bann gebrochen, aber die wackeren Eidgenossen kamen durch Matthias Bieber (32.), der eine Vorlage ovn Arcobello aufnahm, zum überraschenden 1:1 Ausgleich. Der erst 19-jährige Däne Malte Setkov brachte Malmö in der 36. Minute mit 2:1 wieder in Führung und diesmal hatten die Berner keine Antwort. Emil Sylvergard (55.) und Anton Mylläri (59.) erhöhten noch auf 4:1 und machten es damit den Schweizer für das Rückspiel in zwei Wochen sehr schwer.

Storhamar Dragons – Skelleftea AIK 4:4 (0:0, 3:4, 1:0)

Ein wirklich verrücktes Spiel und eine eindrückliche Demonstration des norwegischen Eishockeys bekamen die Fans in Hamar, 128 Kilometer nördlich von Oslo, geboten. Ausgerechnet ein Norweger brachte die Gäste in Führung. Mathis Olimb (2007 bis 2009 bei den Augsburger Panthern) traf in der 21. Minute zum 1:0 für Skelleftea. Zwar schaffte Steffen Thoresen (26.) schnell den Ausgleich, aber dann schien die Partie nach einem Zwischenspurt der Schweden entschieden. Innerhalb von 180 Sekunden trafen Edwin Hedberg (30.), Emil Djuse (32.) und Patrick Noren (33.) zum 4:1 für Skelleftea. Doch diese hatten ihre Rechnung ohne ihre Gastgeber gemacht. Diese bliesen zur Offensive und schafften noch vor der zweiten Pause den Anschluss. Erst erzielte der Schwede Victor Svensson (38.) das 2:4, danach folgte sogleich das 3:4 von Christian Larrivee, einem Norwegen-Kanadier. Der vor der Saison von AIK Stockholm nach Hamar gewechselte Schwede Jens Jakobs war es schließlich vorbehalten, mit dem 4:4 für eine echte Überraschung zu sorgen. Mit diesem Kampfgeist ist den Spielern von Storhamar auch im Rückspiel eine Überraschung möglich.

HC Bozen – HC Skoda Pilsen 1:6 (0:2,1:3,0:1)

Der Meister der internationalen EBEL fand seinen Meister. Skoda Pilsen, aktuell sogar nur Achter in der tschechischen Extraliga, war seinem Kontrahenten in allen Belangen überlegen und erzielte durch Conor Allen (5.), Miroslav Indrak (7.,26.,39.), Milan Gulas (33.) und Petr Straka (50.) sechs Tore, während den Südtirolern nur der Ehrentreffer durch Alex Petan (23.) blieb.

HC Lugano – Frölunda Indians 1:1 (0:0, 1:1, 0:0)

Mit Glück, Können und viel Kampfgeist kam der HC Lugano zu einem Remis gegen das schwedische Spitzenteam. Am Ende stand ein Schussverhältnis von 42:19 für die Göteborger, aber auch nur ein Tor auf der Anzeigetafel. Das 1:0 für die Schweden erzielte Patrik Vesterholm (26.), den Ausgleich markierte der Finne Henrik Haapala in der 39. Minute. Ganz viel Pech hatte Lugano in der vorletzten Spielminute, als Carlsson zu genau zielte und nur den Pfosten traf.

Zürcher SC Lions – Kärpät Oulu 4:4 (2:2,1:0,1:2)

Der finnische Titelträger und aktuell auch Führende der Meisterschaft musste in Zürich bis an seinen Grenzen gehen, um eine Niederlage zu vermeiden. Der aus der WHL zu Oulu zurückgekehrte U20-Nationalspieler Aleksi Heponiemi brachte die Finnen gleich beim ersten Angriff in Führung. Die ZSC Lions, die in der Meisterschaft nur auf Rang sieben stehen, kamen bereits in der neunten Minute durch den Kanadier Kevin Klein zum Ausgleich und in der 16. Minute brachte Raphael Prassl die Lions sogar in Führung. Der Vorteil konnte jedoch nicht in die erste Pause gerettet werden, denn wenige Sekunden vor Schluss erzielte Nicklas Lasu das 2:2. Der zuletzt häufiger verletzte Schwede Fredrik Pettersson erzielte in der 34. Minute für die jetzt dominanten Schweizer das verdiente 3:2. Im dritten Drittel kam Oulu wieder zurück, nutzte zwei Überzahlspiele durch Nicklas Lasu (52.) und Shaun Heshka (59.) zur 4:3-Führung aber ganz glücklos waren die Zürcher nicht. Zwei Sekunden vor Schluss bugsierte Fredrik Pettersson die Scheibe über die Torlinie von Oulu und sorgte mit dem 4:4 für zufriedene Gesichter, auch wenn das Rückspiel in zwei Wochen eine sehr schwere Aufgabe für die Lions werden wird.  

HC Rouen Dragons – Red Bull Salzburg 3:3 (2:2, 1:1, 0:0)

Der augenblickliche Tabellenführer der Ligue Magnus, der ersten französischen Liga, bewies auch in der Partie gegen den Tabellenvierten der EBEL, den Red Bull Salzburg, seine starke aktuelle Form. Zwar hatten die Österreicher, die ein Schussverhältnis von 53:45 aufweisen konnten, etwas mehr vom Spiel aber am Ende stand ein leistungsgerechtes 3:3-Remis. Die Tore für die starken Franzosen erzielten Marc-Andre Thinel (14.), Nicolas Deschamps (19.) und Nicolas Ritz (22.), für die Salzburger waren Peter Hochkofler (15.), Chris Vandevelde (16.) und Martin Stajnoch (40.) erfolgreich. Damit befindet sich die Favoritenstellung für das Rückspiel bei Salzburg, aber den Drachen aus Rouen ist ein Sieg in Österreich durchaus zuzutrauen.

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