Red Bull München hat eine starke Gruppe erwischtDie CHL im Check (1/2)

Der französischen Nationaltorhüter Ronan Quemener steht im Tor der Aalborg Pirates. (Foto: dpa)Der französischen Nationaltorhüter Ronan Quemener steht im Tor der Aalborg Pirates. (Foto: dpa)
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Gruppe A

Frölunda Indians (Schweden): Der Gruppenfavorit hat nur zwei Spieler (Dahlin, Lindström) in die USA verloren, mit Dahlin jedoch auch einen Topmann. Die Abwehr wird angeführt vom Kanadier Genoway, der Sturm von Altmeister Joel Lundqvist. Überraschend: Im Sturm gibt es keinen Kanadier, dafür zwei US-Boys Lasch und Rakshani, Letzterer besitzt auch einen iranischen Pass.

ZSC Lions (Schweiz): Die Schweizer wollen unbedingt Platz zwei, liebäugeln sogar mit Platz eins. Dabei mussten sie im Sommer mit Korpikoski, Vey und Pestoni spielstarke Abgänge verzeichnen. Ein echter Zugewinn ist Cervenka aus Fribourg sowie Noreau aus Bern. Negativ: Geering in der Defensive sowie Bodenmann, Nilsson und Schäppi sind verletzt.

Vienna Capitals (Österreich): Bei den Österreichern ist zwischen Platz zwei und vier alles möglich. Im Tor steht mit Lamoureux zwar ein Altmeister, aber die nachfolgenden Schrepitsch und Zimmermann sind beides Junioren. Gleich drei Kanadier (Clark, Dorion und Wall) stehen in der Defensive. Im Sturm hat der Alt-Internationale Rotter das Sagen. Gestützt wird er von fünf weiteren Kanadiern (Arniel, deSousa, Holzapfel, Tessier und Vause).

Aalborg Pirates (Dänemark): Die Dänen sind der Außenseiter, der eventuell sogar um Platz zwei mitspielen könnte. Im Tor glänzt der französische Nationalkeeper Quemener, in der Defensive der Schwede Borg und im Sturm führt das 31-jährige Eigengewächs Jakobsen die Linien an. Aus Bad Nauheim kam der Kanadier McNamee.

 

Gruppe B

Malmö Redhawks (Schweden): In einer der stärksten Vorrundengruppen sind die Schweden hauchdünner Favorit. Grund ist der Verlust einiger Akteure, wobei auffällt, dass keiner in die NHL gewechselt ist. Neu neben einigen Junioren sind nur Molin (MODO), Öhman und Hetta (Skelleftea) und Sylvegard (Linköping). Im Team geben bei den Ausländern die Dänen mit drei Spielern den Ton an.

TPS Turku (Finnland): Turku steht qualitätsmäßig zusammen mit Malmö ganz eng beieinander. Die Finnen haben fünf Ausländer, ansonsten nur Einheimische im Team. Von den Fremdarbeitern ist keiner Kanadier, dafür gibt es mit Piskula und Budish zwei US-Boys. Aus Nürnberg kam der Däne Bjorkstrand und aus Zürich die Leitfigur Korpikoski, der zusammen mit Fillipula die Linien führen soll.

EHC Red Bull München (Deutschland): Der Deutsche Meister hat alle Chancen in dieser Gruppe. Von Platz eins bis vier ist alles möglich. Für ein Weiterkommen muss aber alles stimmen. Die Abgänge von Kahun, Flaake, Macek und Kettemer wiegt schwer. Lediglich Seidenberg konnte als Nationalspieler gewonnen werden. Dafür gab es ein Durchwechseln auf den Kontingentpositionen. Ob das reicht, wird man sehen.

HK Junost Minsk (Weißrussland): Der weißrussische Vizemeister, der in den letzten fünf Jahren immer im Finale stand, ist der große Unbekannte in dieser Gruppe. Die Weißrussen holten nur zwei Spieler – Drozd (Dinamo Minsk) und Bogoslovsky (Ishevsk) – verloren aber mit Milchakov (Pilsen), Turkin, Drozdov (Dinamo Minsk) und Michnov (Tychy) einige Stammspieler. Vermutlich wird es für die Zwischenrunde nicht erreichen, aber Ärgerpotenzial für die Favoriten haben die Weißrussen zweifelsohne.

 

Gruppe C

IFK Helsinki (Finnland): Hier gilt das gleiche wie in Gruppe 2. Der Favorit steht knapp vor dem zweiten, in diesem Fall Skelleftea. Der finnische Meister von 2011 hat einige Junioren in die erste Mannschaft geholt, darunter den erst 16-jährigen Lundell und als Topeinkauf den Kanadier Lession aus Peking losgeeist. Anführer sind die beiden Stürmer Santala und Kapitän Petrell. Wie wichtig die Ausgeglichenheit Trainer Selin ist, zeigt die Tatsache, dass die beiden Assistenz-Kapitäne der 34-jährige Varakas und der 21-jährige Ulander sind.

Skelleftea AIK (Schweden): In den letzten vier Jahren dreimal im Finale und das bei nur 33.000 Einwohnern. Im Tor glänzt Gustav Lindwall, Abwehrchef Lindgren hat 650 SHL-Spiele Erfahrung und im Sturm glänzen Spieler wie der Kanadier Holloway, der Finne Aaltonen oder der auch in Augsburg gut bekannte Norweger Mathis Olimb.

HC Bozen (Italien, EBEL) Der einzige italienische Vertreter in der CHL bringt einen bunten Haufen an Spielern mit. Neun Einheimische, zwölf Kanadier und zwei Finnen. Die Qualität für Platz drei ist da, mehr zu erwarten, wäre vermessen. Deutschland-Erfahrung hat Stürmer Anton Bernard (2008 in Rosenheim).

GKS Tychy (Polen): Der polnische Meister von 2015 und 2018 ist nicht zu unterschätzen. 4077 Spiele in der ersten polnischen Liga und 451 KHL-Spiele Erfahrung bringen die 30 Akteure mit. Im Tor steht der US-Boy Murray, Verteidiger Kotlorz ist Kapitän und einer der erfahrensten Spieler. Im Sturm hat Baginski mit über 800 Spielen die Hosen an. Der Ukrainer Michnov glänzt mit 2m Größe.

 

Gruppe D

Kometa Brünn (Tschechien): Der tschechische Meister der beiden letzten Jahre gehört mit Sicherheit zu den Favoriten. Allerdings sind die Tschechen in der Startphase nicht überragend, kamen in den letzten beiden Jahren in der Vorrunde nur auf vordere Plätze, um dann in den Play-offs durchzustarten. Starspieler sind Malec und Barinka in der Defensive, Horky, der Amerikaner Müller und der 107 Kilogramm schwere Köhler im Sturm.

Eisbären Berlin (Deutschland): Eine wirklich erfahrene Truppe hat Headcoach Jodoin zur Verfügung. Über 6000 DEL-Spiele, 3085 AHL- und selbst 550 NHL-Spiele Erfahrung. Der Verlust von Keeper Vehanen (Karriereende), Petersen (Klagenfurt), Parlett (Peking) sowie Ziegler (Straubing) wiegen schwer, aber die Zugänge Jaspers (Iserlohn) und Kettemer (München) plus die drei Kanadier Cundari (Augsburg), Smith (Stockton/AHL) und Ranford (San Antonio/AHL) können sich sehen lassen. Bei den starken Gruppengegnern ist zwischen Platz eins und drei alles möglich.

EV Zug (Schweiz): Der EVZ gehört seit Jahren zu den Geheimfavoriten in der NL, kommt aber letzten Endes nie zum Zug, weil die Nerven regelmäßig in den Play-offs versagen. Dabei hat das Team die spielerische Qualität für den großen Coup. Im Tor ist Tobias Stephan eine Bank. Für die Post-Stephan-Ära wurde bereits der Toptransfer des Sommers getätigt und Genoni mit einem Fünf-Jahres-Vertrag aus Bern nach Zug gelotst. Aeschlimann als Back-up hat wenig Erfahrung. Der Finne Alatalo konnte in der Defensive gehalten werden und er bildet mit Diaz das Führungsduo. Dazu kam aus Ambri der Kanada-Schweizer Zgraggen. Im Sturm sind die Ausländer Stalberg, Klingberg, Roe und McIntyre immer für einen Ausnahmetag gut und auch die restlichen Schweizer wie Schnyder, Suri oder Martschini haben die notwendige Qualität.

Neman Grodno (Weißrussland): Der Außenseiter, den niemand unterschätzen sollte. Die Nummer 1 im Tor ist Valerij Trus. Als Top-Verteidiger gilt der Russe Derlyuk, der auch schon für St. Petersburg oder Dynamo Moskau antrat. Der Sturm überrascht mit jugendlichem Elan. Keiner der Spieler ist über dreißig. Ältester Akteur ist Kisly, es folgen Pitule und Remezov. 

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