Red Bull München besiegt Zug und erreicht das ViertelfinaleCHL-Achtelfinale endet mit Schweizer Drama

Danny aus den Birken war in Zug nicht zu bezwingen. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Danny aus den Birken war in Zug nicht zu bezwingen. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Ganz anders die Bilanz der Schweizer NL-Teams. Als einziges Land brachte die Schweiz alle vier Mannschaften in das Achtelfinale und scheiterte kläglich. Damit haben die Schweden vereinstechnisch die Nase vorn, stehen mit drei Teams (Frölunda Indians, Malmö Redhawks und Skelleftea AIK) im Viertelfinale. Danach folgt Tschechien mit zwei Vertretern (Skoda Pilsen und Kometa Brünn), Deutschland (Red Bull München), Österreich (Red Bull Salzburg) und Finnland (Kärpät Oulu). Die Viertelfinalspiele in der CHL finden am 4. und 11. Dezember statt.

EV Zug – EHC Red Bull München 0:2 (0:0, 0:1, 0:1)

Gesamtstand: 3:4

Die Überraschung schlechthin schaffte der Deutsche Meister in Zug. Nach der 2:3-Heimniederlage hatte kaum ein Experte noch einen Cent auf den deutschen Titelträger gesetzt, aber dieser machte das Spielchen nicht mit. Mit einem glücklichen, aber auch durch Können und einer taktischen Meisterleistung besiegelten 2:0 drehten die Münchner das Hinspielergebnis und zogen mit einem gesamten 4:3 über den EV Zug in das Viertelfinale ein. Jetzt wartet das schwedische Topteam aus Malmö auf die Bayern, aber nach dieser Leistung sind die Red Bulls auch gegen die Redhawks nicht chancenlos.

Dabei sah es zu Anfang wirklich nicht gut für die Münchner aus. Die Zuger stürmten, waren schneller und technisch reifer und Keeper aus den Birken musste mehr als einmal all sein Können zusammenraffen, um das erste Gegentor zu verhindern. Im zweiten Drittel wirkten die Münchner komplett wie ausgewechselt, hatten aber auch das unglaubliche Glück, dass bereits in der 22. Minute ein Schuss von der blauen Linie von Justin Shugg im linken Toreck einschlug. Der bis dahin tadellose Tobias Stephan im EVZ-Kasten war chancenlos. Danach schien es so, als wenn die Zuger völlig von der Rolle sind. Sie kamen kaum noch in das deutsche Drittel herein und die Bulls konnten problemlos den Vorsprung in die zweite Pause retten. Im dritten Drittel schien die Verwirrung der Gastgeber immer größer, zumal von der Bande scheinbar kaum Impulse kamen. Richtig dramatisch wurde es dann fünf Minuten vor Schluss. Erst waren die Red Bulls bei einem Konter erfolgreich, als Frank Mauer, glänzend von Mark Voakes freigespielt, völlig alleine vor Stephan auftauchte und diesem das 2:0 ins Netz setzte. Drei Minuten später pfiffen die Schiedsrichter überraschend eine harte Aktion des Neu-Münchners Ehliz und schickten ihn auf die Strafbank. Prompt nahm EVZ-Coach Tangness seinen Keeper vom Eis und versuchte mit einem sechs gegen vier Überzahlspiel den Ausgleich zu erzielen, aber seine völlig verunsicherten Stürmer brachten nach einer Großchance, die Garrett Roe aus höchsten vier Metern versemmelte, nichts mehr zustande, so dass am Ende ein verdienter Münchner Sieg, gepaart mit dem Weiterkommen in die nächste Runde, zu Buche stand.

Skoda Pilsen – HC Bozen 6:2 (1:0, 4:2, 1:0)

Gesamtstand: 12:3

Wie im Hinspiel hatte auch diesmal der internationale EBEL-Meister aus Bozen beim aktuellen Tabellenzehnten der tschechischen Extraliga keine Chance. Nach seinem 1:0 in der 16. Minute erhöhte Milan Gulas persönlich mit zwei Toren in der 22. und 24. Minute auf 3:0, später traf noch Miroslav Preisinger (26.) auf 4:0. Danach kam Bozen zu zwei Ehrentoren durch Marco Insam (29.) und Brett Findlay (34.), zwischendurch hatte Milan Gulas mit seinem vierten Tagestor das 5:1 erzielt. Den letzten Treffer des Tages markierte Miroslav Indrak in der 52. Minute zum 6:2-Endstand.

Frölunda Indians – HC Lugano 5:4 (1:1, 1:2, 3:1)

Gesamtstand: 6:5

Von den Schweizer Spitzenteams zeigten die Tessiner fast noch die beste Leistung. Sie brachten Göteborg an den Rand des Ausscheidens, konnten jedoch den Sack letzten Endes nicht schließen. Zwar traf Jonathan Sigalet bereits in der ersten Minute, aber dann kam Lugano stark auf und untermauerte die gute Leistung mit gleich drei Toren. Alessio Bertaggia (12.,32.) und Jani Lajunen (33.) schienen den HCL auf die Siegerstraße zu schießen. Da machte es auch nichts, dass der Kanadier Ryan Lasch in der 35. Minute Frölunda wieder auf 2:3 heranbrachte. In der 46. Minute glich Sebastian Stalberg aus, aber die formstarken Bianconeri kamen in der 49. Minute zur erneuten Führung, die Raffaele Sannitz erzielt hatte. Der erst 18-jährige Samuel Fagemo traf in der 53. Minute zum 4:4 und Ryan Lasch sorgte schließlich im Powerplay in der 58. Minute für den 5:4-Endstand.

Kärpät Oulu – Zürcher SC Lions 3:2 (1:1, 0:1, 2:0)

Gesamtstand: 7:6

Wie auch Lugano in Göteborg zeigten die Zürcher eigentlich eine ansprechende Leistung, konnten aber den Favoriten nicht in die Knie zwingen. Dabei führten sie nach zwei Dritteln durch Tore von Chris Baltisberger (14.) und Jungstar Jerome Bachofner (22.) mit 2:1. Zuvor hatte Teemu Kivihalme (11.) Oulu in Führung gebracht. Im letzten Drittel warf Oulu alles nach vorne und der Tscheche in finnischen Diensten, Radek Koblizek warf den ZSC mit seinen zwei Toren in der 44. und 59. Minute aus dem Wettbewerb.

Skelleftea AIK – Storhamar Dragons 3:2 (1:2, 2:0, 0:0)

Gesamtstand: 7:6

Auch der norwegische Champion brachte den Favoriten ins Schwitzen. Nur mit Glück und viel Mühe kamen die Schweden aus Skelleftea in die nächste Runde. Nachdem die Norweger im Hinspiel einen 1:4-Rückstand ausgeglichen hatten, zeigten sie sich diesmal defensiv erheblich stärker und gingen prompt in der sechsten Minute durch Steffen Thoresen in Führung. Auch der Ausgleich durch Juhamatti Aaltonen in der zehnten Minute brachte sie nicht durcheinander und der Schwede Joel Johansson brachte Storhamer bereits in der 13. Minute wieder in Führung. Ein Doppelschlag des erfahrenen Kanadiers Bud Holloway in der 29. und 33. Minute ebnete schließlich den Schweden den Weg ins Viertelfinale.

Tappara Tampere – Kometa Brünn 5:5 (2:0, 2:2, 2:3)

Gesamtstand: 6:10

Obwohl die Finnen eigentlich stark in der Defensive sind, wurde Tappara Tampere, in der Liiga aktuell auf Platz drei, in diesem Mannschaftsteil vom tschechischen Vertreter aus Brünn förmlich vorgeführt. Nach dem 1:5 im Hinspiel musste Tampere am besten mit fünf Toren Differenz das Rückspiel gewinnen und es schien nach den ersten zwanzig Minuten, als wenn es klappen könnte. Veli-Matti Vittasmaki (2.) und Elias Falth (11.) brachten Tappara schnell mit 2:0 in Führung. Aber ein Doppelschlag von Lukas Kaspar (24.) und Martin Zatovic (25.) schien die finnischen Hoffnungen zunächst zu zerstören. Aber noch waren 35 Minuten zu spielen und als Antti Erkinjuntti (31., 45.) persönlich Tappara wieder auf Schlagdistanz brachte, schien doch noch eine Überraschung möglich. Aber die Tschechen zeigten sich im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt. Jan Hruska (49.), Peter Mueller (54.) und Martin Docekal (56.) machten innerhalb von nur sieben Minuten aus dem 2:4 ein 5:4 und auch als Juhani Jasu (58.) den verdienten finnischen Ausgleich erzielte, war das Weiterkommen von Brünn hochverdient.

Red Bull Salzburg – HC Rouen Dragons 5:1 (2:0, 1:1, 2:0)

Gesamtstand: 8:4

Die sportliche Leitung des österreichischen Brauseherstellers wird sich freuen. Neben München kam auch die zweite Werkvertretung in der CHL ins Viertelfinale. Und im Gegensatz zu den Nürnberger Ice Tigern, die sich in der Vorrunde von Rouen noch die Butter vom Brot nehmen ließen, hatten die Salzburger nach dem 3:3 in Rouen alles im Griff. Ryan Duncan (12.,59.), Brant Harris (19.), Thomas Raffl (28.) und Robert Raymond (57.) schossen die fünf Salzburger Tore, während für Rouen nur Joris Bedin (28.) erfolgreich war.

SC Bern – Malmö Redhawks 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)

Gesamtstand: 1:5

Um ein Weiterkommen zu erzwingen, hätten die Berner mit vier Toren Differenz gewinnen müssen, aber die Offensive war für diese Schweden einfach nicht stark und clever genug. Malmö spielte, typisch für einen SHL-Verein, defensiv und diszipliniert, ließ sich zu nichts hinreißen und so wäre das Spiel wohl, erstmalig für CHL-Verhältnisse 0:0 ausgegangen, hätte der gerade von einer Verletzung genesene Stefan Warg mit seinem ersten Saisontor für Malmö wenige Sekunden vor Schluss nicht für die Entscheidung gesorgt.

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