Pinguine verschenken Qualifikation für die CHL-Play-offsNiederlage gegen Wien

Nach einem Foul von Mario Fischer musste Krefelds Daniel Pietta (Mitte) vom Eis geführt werden. (Foto: Imago)Nach einem Foul von Mario Fischer musste Krefelds Daniel Pietta (Mitte) vom Eis geführt werden. (Foto: Imago)
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Aus und vorbei: Die Krefeld Pinguine sind in der Gruppenphase der Champions Hockey League gescheitert. Grund dafür ist die 5:6 (2:3, 3:1, 0:2)-Niederlage gegen die Vienna Capitals.

Vor der äußerst mäßigen Kulisse von 2860 Zuschauern (einer Schande für den Eishockeystandort Krefeld) versuchten die Pinguine sofort, Wien unter Druck zu setzen. Nach nur drei Minuten wanderte Gästespieler Andreas Nodl auf die Strafbank und nach 21 Sekunden Überzahl schlenzte Daniel Pietta den von der Bande zurückkommenden Puck zum 1:0 ins Tor. In den folgenden sechs Minuten erlaubten geradezu unglaubliche Schnitzer im Krefelder Aufbau- und Abwehrspiel den Wienern drei Tore: zunächst verlor man im Mitteldrittel in der Vorwärtsbewegung die Scheibe und beim 2:1-Konter ließ Derek Whitmore Tomás Duba keine Chance. Fast hätte es nach einem schönen Angriff  2:1 für Krefeld geheißen, doch Martin Schymainski verpasste den Querpass von Hunter Bishop. Stattdessen verlor Pietta im eigenen Drittel den Puck und Troy Milam kam frei und unbehindert auf halbrechts zum Schuss: die Scheibe traf Duba an der Schulter und kullerte hinter ihm ins Tor.

In Minute zehn griffen gleich zwei Mal hintereinander zwei Pinguine am eigenen Tor einen Wiener Stürmer an, so dass folgerichtig mindestens ein Capital frei sein musste: MacGregor Sharp bedankte sich mit dem 1:3 aus kürzester Entfernung. Bei seinem vergeblichen Rettungsversuch verletzte sich mit Tomás Duba der augenblicklich beste Krefelder und Patrick Klein durfte ihn vertreten. Die Pinguine schienen unerschrocken und schossen nun mehr auf das Tor. In der 13. Minute nahm sich Norman Hauner ein Herz: aus dem eigenen Drittel heraus fuhr er einen Angriff, tanzte vier Capitals aus und bezwang Lawson mit einem schönen Schuss unten links zum 2:3.

Das Mitteldrittel begannen sie schwungvoll und erarbeiteten sich in den ersten beiden Minuten vier gute Chancen, aber erst als sie selbst in Minute 24 in Unterzahl gerieten, kamen die Krefelder richtig in Fahrt: innerhalb von 79 Sekunden erzielten sie zwei Unterzahltore. Beim 3:3 Ausgleich lenkte Simon Gamache, der den mitstürmenden David Fischer abschirmte, Piettas Querpass ins eigene Tor, beim zweiten Konter bediente Pietta mustergültig Schymainski, gegen dessen Schuss aus kurzer Distanz Lawson machtlos war. Wiens Trainer Boni nahm sofort eine Auszeit, daraufhin zogen die Capitals drei Strafzeiten. Der erfahrenste Krefelder Spieler, Herberts Vasiljevs, sagte nach dem Spiel, die Wiener hätten häufig an der Grenze gespielt. Capital Mario Fischer überschritt diese Grenze in Minute 31 eindeutig, als er Daniel Pietta, den Motor der Krefelder Angriffsspiels, mit einem bösen Check niederstreckte. Zwar erhielt er die angemessene Fünf-Minuten-Strafe dafür, aber Pietta war aus dem Spiel. Obwohl eine vollkommen überflüssige Strafe gegen Schymainski wegen Haltens des gegnerischen Stockes die 5:3-Überzahl der Pinguine bald beendete, konnten die Krefelder in Minute 36 wenigstens einen Treffer durch Norman Hauner erzielen und hatten die Türe zur Zwischenrunde trotz des Ausscheidens ihrer beiden Top-Spieler damit weit aufgestoßen, jedoch zeigte das Wiener 4:5 in Minute 39 während einer wiederum unnötigen Strafe gegen Andreas Driendl, dass die Capitals sich noch nicht aufgegeben hatten.

Herberts Vasiljevs meinte zwar später, die Pinguine seien nach der Verletzung von Pietta nicht in eine Schockstarre gefallen, aber den Krefeldern gelang im Schlussdrittel nichts mehr. Zunächst ließ man Simon Gamache unbedrängt zum 5:5-Ausgleich kommen, dann fing man sich in Minute 51 wieder in Unterzahl das entscheidende 5:6 ein. Zwar hatten Mieszkowski und Hauner (2) noch gute Chancen, aber auch bei Krefelder 6:5-Überzahl in der letzten Minute wollte die Scheibe nicht ins Wiener Netz. Ex-Kapitän Vasiljevs resümierte: „Die Heimmannschaft darf keine sechs Gegentore zulassen. Wir hätten das 5:3 halten müssen.“ In Bezug auf die vielen Wiener Nickeligkeiten und Fouls meinte er:  „Vielleicht müssen wir beim nächsten Mal auch etwas schmutziger spielen.“

Die guten Nachrichten für die Pinguine am heutigen Abend sind, dass die Gehirnerschütterung von Daniel Pietta wohl leichterer Art ist und dass bei Tomás Duba kein Bänderriss vorliegt.

Tore: 1:0 (3:24) Daniel Pietta (David Fischer/5-4), 1:1 (4:09) Derek Whitmore (Rafael Rotter), 1:2 (6:46) Troy Milam (Nikolaus Hartl), 1:3 (9:33) MacGregor Sharp (Andreas Nodl, Daniel Bois), 2:3 (12:39) Norman Hauner, 3:3 (23:46) Daniel Pietta (4-5), 4:3 (25:05) Martin Schymainski (Daniel Pietta/4-5), 5:3 (35:10) Norman Hauner (Andreas Driendl, David Fischer), 5:4 (38:55) Patrick Peter (Simon Gamache, Klemen Pretnar/5-4), 5:5 (43:57) Simon Gamache (Kurtis McLean, Troy Milam), 5:6 (50:47) Derek Whitmore (Matthew Dzieduszycki, Troy Milam/5-4). Strafen: Krefeld 14, Wien 18 + 5 + Spieldauer (Mario Fischer). Zuschauer: 2860.

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